Troll Braukran Erfahrungsbericht

Alles zur Nutzung und Herstellung von Utensilien (Töpfe, Braupfannen, Heizgeräte etc.), die für das Brauen nützlich sind.
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Made_by_Henne
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Troll Braukran Erfahrungsbericht

#1

Beitrag von Made_by_Henne »

Hallo, ich wollte mal einen Erfahrungsbericht zu meinem Troll-Braukran schreiben, da ich zu dem Kran hier bisher noch nichts gelesen habe.

Vorab: Ich braue auf einer Brewtools B80 Brauanlage (also Brew In a Bucket System) und bin mit der auch grundsätzlich sehr zufrieden. Malzkorb rausheben ist aber selbst zu zweit an der Grenze des Machbaren bei einem vollen Sud. Deshalb jetzt mal die Investition in den Kran. Den Einbau hatte ich bereits bei der Konstruktion des Tisches eingeplant und deshalb auch schon das 65mm Loch in der Tischplatte vorgesehen.

Abstecher zum Tisch: Selbst konstruiert und gebaut. Maße sind 680x680x540mm aus 40x40 Aluprofilen. Edelstahlteile sind auf Arbeit Plasma geschnitten aus 5mm Blech und dann manuell noch gesenkt und gebürstet. In den Rahmen passen unten noch ein 1/1 und ein 1/2 GN-Behälter rein. Bei Interesse kann ich dazu mal einen extra Bericht machen und die CAD-Daten, ein paar technische Zeichnungen und eine BOM zusammenstellen.
Tisch
Tisch


Montage: Der Kran wird mit 2 Kunststoffhülsen in den Tisch und den Halter gesteckt. Zur Montage des unteren Halters an dem Aluprofilrahmen habe ich noch 4 Löcher in den mitgelieferten Halter gebohrt und gesenkt. Der Halter passt ziemlich genau für das 40x40 Profil. Durch die Originallöcher habe ich noch 2 weitere Schrauben mit Nutensteinen in das Profil geschraubt, aber eigentlich nur, weil es sich angeboten hat. 6 Schrauben zur Halterung plus noch eine untere Halteplatte (die ich ursprünglich mal für einen Selbstbaukran gedacht hatte) sind total overpowered aber "better safe than sorry". Im Original wird der Kran und das gesamte Gewicht nur von 2 M8 Schrauben gehalten, die einmal durch das Edelstahlprofil des Tischs geschraubt werden. Das wäre mir wiederum zu wenig.🤷‍♂️ Die Rollen in den oberen Ausleger einzubauen ist etwas tricky, aber das muss man ja nur einmal machen. Der sonstige Aufbau war im Allgemeinen selbsterklärend, ansonsten helfen auch die Produktbilder auf der Webseite. Eine Anleitung oder ein Link für den Aufbau waren bei mir leider nicht dabei, wären zur Kontrolle aber vielleicht trotzdem noch schön gewesen. Den Auslegerfuß unten habe ich auch mit Nutenstein am Aluprofil befestigt, weil beim originalen Loch im Halter meine zusätzliche Halteplatte im Weg war (CAD-Daten der Halteplatte habe ich schon angepasst). Bei mir biegt sich der Fuß jetzt bei jedem bisschen Belastung sofort weg. Da muss ich nochmal umbauen und gucken, ob das bei originaler Montage auch ist. Fuß braucht man aber eigentlich gar nicht, wie ich beim Brauen festgestellt habe.
Ein erstes kleines Manko: Der Kran sitzt unten einfach Metall auf Metall in dem Halter und kratzt da beim Drehen drauf rum, nur die seitlichen Kräfte werden von den Kunststoffhülsen abgefangen. Die Kratzer sieht man zwar nicht, aber das hätte man auch eleganter lösen können.
Montage
Montage
Nach dem Aufbau erster Eindruck: Der Kran ist im Allgemeinen sehr massiv gebaut (ist auch entsprechend schwer und kommt aufgeteilt in 2 Pakete). Wenn man den selbst bauen wollte, würde man allein von Materialpreisen und Halbzeugen gar nicht so viel günstiger kommen. Gekauft habe ich im Übrigen bei Mashcamp für 430€ (keine Werbung). Die Winde ist nur ein OEM-Teil und das einzige Teil aus verzinkten und gepulverten Elementen, der Rest ist Edelstahl mit Sandstrahl-Finish und gedrehten Kunststoffteilen (vermute mal PA oder POM). Der mitgelieferte Karabiner zwischen Seil und Traverse ist mit 4mm nicht wirklich für die 100kg geeignet, die am Kran angegeben sind. Den werde ich nochmal durch einen mit 6mm oder 8mm ersetzen (4mm würden wahrscheinlich für einen vollen Malzkorb gehen, aber ich bin ein kleiner Perfektionist 😅).

Beim Brauen: Der Kran stört, mit der Montage hinter der Anlage, nicht wirklich bei den allgemeinen Abläufen. Also erstmal alles sauber machen, Schläuche ran, Wasser rein, einmaischen und die Rasten durchfahren. Dann das Läutern, diesmal trotzdem noch zu zweit, nur zur Sicherheit. Die Winde muss zwar zum Runterfahren komplett entriegelt werden, hat aber genug Reibung, um sich nicht einfach selbst abzuwickeln. Einhängen der Traverse in den Korb geht auch problemlos. Dann das Hochziehen schön langsam und kontrolliert, deutlich besser als manuell. Aber hier jetzt Vorsicht: Wenn sich die Halteklammern unten am Malzkorb in den Heizelementen verkeilen (hatte ich jetzt das dritte Mal auf meine ca. 15 Sude mit der Anlage), bekommt man das jetzt nicht mehr so gut mit und muss etwas aufpassen. Durch wieder runterlassen und etwas Hin- und Herdrehen des Malzkorbes kann man das aber gut lösen. Da man die Halter aber jetzt nicht mehr zwingend braucht, lasse ich die beim nächsten Mal einfach weg und gucke mal, ob das besser geht. Nach dem Nachguss und dem Abtropfen dann das rüber Schwenken des Malzkorbes. Hier würde im Extremfall jetzt der Ausklappfuß ein Umkippen des Tisches verhindern, aber die volle Brauanlage hat genug Gegengewicht, sodass man den auch getrost weglassen kann. Beim Ablassen des Malzkorbes jetzt vorsichtig, da die Winde wieder komplett entriegelt werden muss und der volle Malzkorb jetzt durchaus schwer genug ist, um die Reibung zu überwinden. Von der Kraft her muss man aber nicht zu sehr gegenhalten, nur eben nicht komplett loslassen. Der Baby-Planschpool zum Auffangen der restlichen Tropfen war ursprünglich mal eine Notlösung, hat sich hier aber bewährt, da er sich selbst am Malzkorb hält und man die Schweinerei auf ein Minimum reduziert.😁 Traverse aushängen, Kran wieder rumklappen und damit ist seine Aufgabe auch schon durch. Bei den weiteren Schritten bringt einem das gute Stück leider keine weiteren Vorteile.
Heben
Heben
Ablassen
Ablassen
Fuß
Fuß
Halteplatte
Halteplatte
Fazit: klasse Teil mit sehr eingeschränkter Nutzerbasis und kleinen Abzügen in der B-Note. Der Kran ist super stabil und für BIB Anlagen bis 150l (oder auch noch größer) sehr gut geeignet. Verarbeitungsqualität ist 1A. Warum eine sehr eingeschränkte Nutzerbasis? Der Kran ist zu groß und zu massiv, um ihn jedes Mal auf- und wieder abzubauen, und zu teuer, um einfach nur ein cooles Gimmick für kleine Anlagen zu sein. Somit ist er eigentlich nur für Leute geeignet, die eine Brauanlage > 40l mit Malzkorb haben, ihren Tisch und ihre Anlage aufgebaut stehen lassen können und die keinen günstigen Kran an der Decke befestigen können. Ansonsten gibt es Abzüge eigentlich nur für die Konstruktion unten, wo Metall auf Metall dreht und kratzt, die fehlende Aufbauanleitung sowie für die Winde, die beim Ablassen komplett entriegelt werden muss und dann die ganze Zeit gehalten werden muss.
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Meikel M.
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Re: Troll Braukran Erfahrungsbericht

#2

Beitrag von Meikel M. »

Richtig coole Konstruktion!

Für meine Gefühl etwas oversized aber dafür "rockstabel". Der erste Gedanke war "Das Teil kippt doch im wenn der Ausleger zur Seite gedreht wird", aber dann beim Weiterlesen gesehen, dass auch daran gedacht wurde. Top.
Wohl dem der die Möglichkeiten hat. Ich würde mir auch gerne eine fahrbaren Turm für meinen Grainfather bauen, mir sind die Profile und Verbinder allerdings zu teuer und aus Holz mag ich das eigentlich nicht bauen.
"Durch Durst wird Bier erst richtig schön"
Absoluter Anfänger und unerfahren im Bierbrauen.

Anlage: Grainfather G30 Connect, 30l Edelstahl Konus Gährbehälter
Made_by_Henne
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Re: Troll Braukran Erfahrungsbericht

#3

Beitrag von Made_by_Henne »

Ja, wie gesagt. Der Fuß ist zwar vorhanden aber wird nicht gebraucht weil die Brauanlage plus Würze mehr als genug Gegengewicht ergeben.

Ja, der Preis hat mich damals auch etwas zurück schrecken lassen. Ich habe für das Material füür den Tisch knappe 500€ gezahlt und dann circa einen Tag in der Werkstatt verbracht. Aber wenn ich dagegen rechne, dass der Originaltisch von Brewtools 700€ kostet und dann mit 730mm Breite durch viele Türen nicht durch passt, war die Konstruktion mit den Alu-Profilen doch die bessere Lösung. Und flexibler bin ich damit auch noch was Anbauteile usw. angeht. Und ja, 40x40 Profile sind overpowered aber sie nehmen sich preislich nicht viel zu den 20x20 und die gößeren passen eben genau zu dem Originalanbeuteil vom Kran.
HubertBräu
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Re: Troll Braukran Erfahrungsbericht

#4

Beitrag von HubertBräu »

Saubere Arbeit :thumbup
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integrator
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Re: Troll Braukran Erfahrungsbericht

#5

Beitrag von integrator »

Bei mir heißt der Braukran Fahrradlift ... :Bigsmile
Der Tisch ist von Ikea und heißt Bekväm
:Bigsmile Selbstgespräche sind nicht schlimm solange du nichts Neues erfährst. :Bigsmile
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afri
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Re: Troll Braukran Erfahrungsbericht

#6

Beitrag von afri »

Reine Neugier und off topic: Was sind das für Schränke im Hintergrund mit dem Siemens-Logo, Made_by_Henne?
Bier ist ein Stück Lebenskraft!
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