Vorab: Ich braue auf einer Brewtools B80 Brauanlage (also Brew In a Bucket System) und bin mit der auch grundsätzlich sehr zufrieden. Malzkorb rausheben ist aber selbst zu zweit an der Grenze des Machbaren bei einem vollen Sud. Deshalb jetzt mal die Investition in den Kran. Den Einbau hatte ich bereits bei der Konstruktion des Tisches eingeplant und deshalb auch schon das 65mm Loch in der Tischplatte vorgesehen.
Abstecher zum Tisch: Selbst konstruiert und gebaut. Maße sind 680x680x540mm aus 40x40 Aluprofilen. Edelstahlteile sind auf Arbeit Plasma geschnitten aus 5mm Blech und dann manuell noch gesenkt und gebürstet. In den Rahmen passen unten noch ein 1/1 und ein 1/2 GN-Behälter rein. Bei Interesse kann ich dazu mal einen extra Bericht machen und die CAD-Daten, ein paar technische Zeichnungen und eine BOM zusammenstellen.
Montage: Der Kran wird mit 2 Kunststoffhülsen in den Tisch und den Halter gesteckt. Zur Montage des unteren Halters an dem Aluprofilrahmen habe ich noch 4 Löcher in den mitgelieferten Halter gebohrt und gesenkt. Der Halter passt ziemlich genau für das 40x40 Profil. Durch die Originallöcher habe ich noch 2 weitere Schrauben mit Nutensteinen in das Profil geschraubt, aber eigentlich nur, weil es sich angeboten hat. 6 Schrauben zur Halterung plus noch eine untere Halteplatte (die ich ursprünglich mal für einen Selbstbaukran gedacht hatte) sind total overpowered aber "better safe than sorry". Im Original wird der Kran und das gesamte Gewicht nur von 2 M8 Schrauben gehalten, die einmal durch das Edelstahlprofil des Tischs geschraubt werden. Das wäre mir wiederum zu wenig.
Ein erstes kleines Manko: Der Kran sitzt unten einfach Metall auf Metall in dem Halter und kratzt da beim Drehen drauf rum, nur die seitlichen Kräfte werden von den Kunststoffhülsen abgefangen. Die Kratzer sieht man zwar nicht, aber das hätte man auch eleganter lösen können. Nach dem Aufbau erster Eindruck: Der Kran ist im Allgemeinen sehr massiv gebaut (ist auch entsprechend schwer und kommt aufgeteilt in 2 Pakete). Wenn man den selbst bauen wollte, würde man allein von Materialpreisen und Halbzeugen gar nicht so viel günstiger kommen. Gekauft habe ich im Übrigen bei Mashcamp für 430€ (keine Werbung). Die Winde ist nur ein OEM-Teil und das einzige Teil aus verzinkten und gepulverten Elementen, der Rest ist Edelstahl mit Sandstrahl-Finish und gedrehten Kunststoffteilen (vermute mal PA oder POM). Der mitgelieferte Karabiner zwischen Seil und Traverse ist mit 4mm nicht wirklich für die 100kg geeignet, die am Kran angegeben sind. Den werde ich nochmal durch einen mit 6mm oder 8mm ersetzen (4mm würden wahrscheinlich für einen vollen Malzkorb gehen, aber ich bin ein kleiner Perfektionist
Beim Brauen: Der Kran stört, mit der Montage hinter der Anlage, nicht wirklich bei den allgemeinen Abläufen. Also erstmal alles sauber machen, Schläuche ran, Wasser rein, einmaischen und die Rasten durchfahren. Dann das Läutern, diesmal trotzdem noch zu zweit, nur zur Sicherheit. Die Winde muss zwar zum Runterfahren komplett entriegelt werden, hat aber genug Reibung, um sich nicht einfach selbst abzuwickeln. Einhängen der Traverse in den Korb geht auch problemlos. Dann das Hochziehen schön langsam und kontrolliert, deutlich besser als manuell. Aber hier jetzt Vorsicht: Wenn sich die Halteklammern unten am Malzkorb in den Heizelementen verkeilen (hatte ich jetzt das dritte Mal auf meine ca. 15 Sude mit der Anlage), bekommt man das jetzt nicht mehr so gut mit und muss etwas aufpassen. Durch wieder runterlassen und etwas Hin- und Herdrehen des Malzkorbes kann man das aber gut lösen. Da man die Halter aber jetzt nicht mehr zwingend braucht, lasse ich die beim nächsten Mal einfach weg und gucke mal, ob das besser geht. Nach dem Nachguss und dem Abtropfen dann das rüber Schwenken des Malzkorbes. Hier würde im Extremfall jetzt der Ausklappfuß ein Umkippen des Tisches verhindern, aber die volle Brauanlage hat genug Gegengewicht, sodass man den auch getrost weglassen kann. Beim Ablassen des Malzkorbes jetzt vorsichtig, da die Winde wieder komplett entriegelt werden muss und der volle Malzkorb jetzt durchaus schwer genug ist, um die Reibung zu überwinden. Von der Kraft her muss man aber nicht zu sehr gegenhalten, nur eben nicht komplett loslassen. Der Baby-Planschpool zum Auffangen der restlichen Tropfen war ursprünglich mal eine Notlösung, hat sich hier aber bewährt, da er sich selbst am Malzkorb hält und man die Schweinerei auf ein Minimum reduziert.

