Frage zum Wasser

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flashedk
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Frage zum Wasser

#1

Beitrag von flashedk » Samstag 13. Juli 2019, 18:46

Hallo,

Ich komme aus Graz, bin komplett neu im Hobby brauen. Für den Anfang hatte ich mir ein Braukit für ein Helles Bier bestellt aber nicht gewusst wie schlecht sich das Grazer Wasser, nach meinen Recherchen für ein Helles Bier eignet.

Laut meinen Infos sollte das Wasser für ein Münchner Helles eine RA von -3 -0 °dH haben, ohne Vorbehandlung kommt mein Wasser aber auf eine RA von 8,7°dH. (Einen Auszug des Wasserrechners hänge ich an) Auch habe ich gelesen das ein pH-WErt von 5,4 optimal wäre.

Nun komme ich nicht dazu das sich diese beiden Parameter überschneiden. ENtweder der pH bewegt sich im Richtigen Wert und die RA ist bei -22°dH oder der pH ist 5,9 und die RA bei -3°dH. WElcher Wert ist denn wichtiger?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen :)

Viele Grüße aus Graz
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Re: Frage zum Wasser

#2

Beitrag von Meistersud » Samstag 13. Juli 2019, 20:42

Ich finde du machst dir zu viele Gedanken. Für den Anfang reicht es vollkommen wenn du nur auf die Restalkalität schaust. Den PH Wert müsstest du dann messen aber dazu brauchst du wieder zusätzliches Equipment. Wenn dein Wasser wirklich eine so hohe Restalkalität hat dann nimm doch einfach Wasser vom Discounter. Bei den Mengen die du brauchst kannst du Volvic nehmen. Das gibt es überall und das hat relativ wenig Hydrogenkarbonat, somit eine geringe Restalkalität. Du kannst es auch mit deinem Leitungswasser mischen (=verschneiden). Ich hoffe ich konnte helfen. VG

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Re: Frage zum Wasser

#3

Beitrag von Bierbert » Sonntag 14. Juli 2019, 01:43

Brau ein Kölsch - das passt zu Deinem Wasser

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Re: Frage zum Wasser

#4

Beitrag von Sura » Sonntag 14. Juli 2019, 12:04

Finde ich gut das du dich gleich zu Anfang mit dem Wassser beschäftigst. Das machen leider viel zu wenige.....
Bierbert hat geschrieben:
Sonntag 14. Juli 2019, 01:43
Brau ein Kölsch - das passt zu Deinem Wasser
(edit: ich formuliere das mal um:)
..... falls Bierbert damit meint, daß du das Wasser nicht weiter behandeln sollst und das Kit gegen eines für Kölsch tauschen sollst, dann halte ich das für einen sehr, sehr schlechten Rat, da dein Bier mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Blausud mit begrenzter Haltbarkeit wird. Falls es dennoch kein Blausud wird, wird durch den hohen pH-Wert aber wenigstens die unangenehme Bittere bleiben. Das problematische Sulfat/Chlorid-Verhältnis wird das Problem der Bittere hier wahrscheinlich noch weiter verstärken.
(/edit)


Zuerst mal zu deiner Frage: Wichtig ist der pH. Die Restalkalität ist ein "Fähigkeit" des Wasser den gewünschten pH zu erreichen. Da geht man sehr oft unter null, grade bei hellen Bieren.
Vergiss bitte am Anfang alles mit CaO. Das ist nicht ohne, und klappt auch nicht immer so wie man sich das wünscht. Ohne pH-Messgerät kann man das meiner Meinung nach nicht vernünftig durchführen.

Du kannst in einer Drogerie destilliertes Wasser kaufen. Mische das mit deinem Wasser zu Hause halb und halb, und besorge dir ein wenig Milchsäure. Davon gibts du 2ml zu deinem Hauptguss. Du wirst damit unter einem pH von 6 kommen. Wenn du weiterhin brauen möchtest, dann gibt es noch viele Möglichkeiten, aber letztendlich kommst du mit Säure, Verschnitt mit enthärtetem Wasser, und eventuell Kalziumchlorid und Kalziumsulfat immer aus. Das ist nicht wahnsinnig schwierig. Ein pH-Messgerät ist allerdings eine sehr sinnvolle Anschaffung.
Zuletzt geändert von Sura am Sonntag 14. Juli 2019, 22:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Frage zum Wasser

#5

Beitrag von gulp » Sonntag 14. Juli 2019, 12:18

Bierbert hat geschrieben: ↑14 Jul 2019, 01:43
Brau ein Kölsch - das passt zu Deinem Wasser
.... und dann kommen leider solch unsinnige und inhaltsleere Empfehlungen.
Kein Grund hier unhöflich zu werden! Schau dir mal unsere Regeln 2 und 4 an. https://hobbybrauer.de/forum/app.php/rules

Gruß
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Re: Frage zum Wasser

#6

Beitrag von Bierbert » Sonntag 14. Juli 2019, 18:27

Zumal ich das Wasserprofil dafür geeignet halte.

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Re: Frage zum Wasser

#7

Beitrag von VolT Bräu » Sonntag 14. Juli 2019, 19:18

Es ist ein gutgemeinter Hinweis, aber wie das dem Fragesteller helfen soll das Wasser auf sein gekauftes Kit anzupassen, erschließt sich mir auch nicht so ganz.
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Frage zum Wasser

#8

Beitrag von gulp » Sonntag 14. Juli 2019, 20:19

Bierbert hat geschrieben:
Sonntag 14. Juli 2019, 18:27
Zumal ich das Wasserprofil dafür geeignet halte.
Warum genau ist das Profil für Kölsch geeignet?

Gruß
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Re: Frage zum Wasser

#9

Beitrag von Bierbert » Montag 15. Juli 2019, 07:26

VolT Bräu hat geschrieben:
Sonntag 14. Juli 2019, 19:18
Es ist ein gutgemeinter Hinweis, aber wie das dem Fragesteller helfen soll das Wasser auf sein gekauftes Kit anzupassen, erschließt sich mir auch nicht so ganz.
Da hast Du Recht - hab ich so nicht gesehen. Sorry dafür! :Ahh
Insofern einfach machen und fertig. Vorgang solange mit anderen Biersorten wiederholen, bis was gefunden wurde, das schmeckt

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Re: Frage zum Wasser

#10

Beitrag von DarkRoast » Montag 15. Juli 2019, 13:21

Das Grazer Wasser ist ziemlich durchwachsen. Zumindest war es das bis vor ein paar Jahren als wir noch in Graz gelebt haben. Das Wasser in den nördlichen Bezirken war ganz anders zusammengesetzt als das in den südlichen Bezirken. Das Nord-Wasser wurde aus Brunnen gespeist die in den Ausläufern der Kalkalpen angesiedelt waren und hatte dementsprechend einen sehr hohen Kalk Anteil. Im Süden - der von Brunnen aus offenbar überdüngten Bereichen des Grazer Feldes gespeist wurde - waren die Nitratwerte teilweise irrwitzig hoch.

In der Mitte war die Zusammensetzung ständig wechselnd, je nachdem in welchen Anteilen das "Nord"- und das "Süd-Wasser" zusammengemischt wurden.

Wenn das heute immer noch so ist, macht es das Brauen mit diesem Wasser - ohne Aufbereitung - einigermaßen schwierig.

Die Wasseranalyse der Graz Holding vermittelt ja den Eindruck als gäbe es nur ein Grazer Wasser mit einer Zusammensetzung, aber ich habe da meine Zweifel. Und wenn ein damit gebrautes Bier heute schmeckt, bedeutet das nicht, daß das beim nächsten oder übernächsten Sud nach demselben Rezept immer noch so ist.

Mein Rat wäre - neben einer Anfrage bei der Holding um die detaillierte Situation in dem Gebiet in dem du wohnst - das Wasser per Osmose oder Mischbettvollentsalzer auf einen einigermaßen definierten Grundzustand zu bringen und danach so aufzubereiten, wie es für den Bierstil den du gerade brauen willst notwendig ist.
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Re: Frage zum Wasser

#11

Beitrag von Meistersud » Montag 15. Juli 2019, 15:21

Sura hat geschrieben:
Sonntag 14. Juli 2019, 12:04

Du kannst in einer Drogerie destilliertes Wasser kaufen. Mische das mit deinem Wasser zu Hause halb und halb,...
Bei destilliertem Wasser aus der Drogerie/Baumarkt habe ich immer ein ungutes Gefühl. Man weiß nie wie das Wasser destilliert wurde. Kann mir gut vorstellen, dass es bei irgendwelchen industriellen Prozessen anfällt und da es ja nicht als Lebensmittel deklariert wird, wäre das ja auch in Ordnung. Im Bügeleisen ist es egal aber im Bier möchte ich nicht haben. Wenn jemand mehr Infos hat, dann gerne her damit. VG

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Re: Frage zum Wasser

#12

Beitrag von JackFrost » Montag 15. Juli 2019, 16:41

Ich würde auch das Wasser mit einem Mischbettentsalzer oder einer Umkehrosmose entsalzen und dann mischen und/oder aufsalzen.

Gruß
JackFrost

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Re: Frage zum Wasser

#13

Beitrag von Sura » Montag 15. Juli 2019, 16:59

Naja, es geht darum das der Threadersteller zu Hause ein Brauset hat. Ich denke das es nicht sinnvoll ist ihm jetzt aufzudrängen, daß er bitte noch ein Messgerät für Leitwert und pH haben muss, um das Wasser mit Umkehrosmose oder einem Mischbettentsalzer einzustellen, weil das destillierte Wasser aus der Drogerie (Baumarkt würd ich jetzt auch nicht nehmen....) zwar keine Fische tötet, aber beim Bier eine Gesundheitsgefahr darstellt?

Naja, muss jeder selbst wissen ......
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Re: Frage zum Wasser

#14

Beitrag von JackFrost » Montag 15. Juli 2019, 17:07

Naja messen muss er ja nicht, es reicht ja bei der Umkehrosmose mit 96% Rückhalt zu rechnen.

VE-Wasser aus dem Baumarkt oder Drogerie kommt meist aus den gleichen Werk. Das Wasser selber wird schon ok sein. Aber der Behälter muss halt nicht Lebensmittelecht sein.

Wasser aus dem Supermarkt geht auch richtig ist nur das der Hydrogencarbonat Gehalt niedrig ist und das Wasser hat eine definierte Ionenzusammensetzung.

Gruß JackFrost

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Re: Frage zum Wasser

#15

Beitrag von U-Tube » Montag 15. Juli 2019, 22:37

Ich braue seit Anfang 2018 auf einer 5HL Anlage in Graz und kann den Beitrag von DarkRoast nur bestätigen.
Laut Holding Graz (Wasserversorger) wird das Stadtwasser aus 2 - 3 Wasserwerken zusammen gemischt und kann daher tlw. ziemlich schwanken.
Auf genauere Nachfrage bei der Holding wurde mir jedoch ein Excel File mit den monatlichen Durchschnittswerten aller Wasserparameter des Jahres 2018 aus meinem Bezirk (Straßgang) zugesendet.
Meine Brauwasseraufbereitung schaut wie folgt aus:
Ionentauscher mit angeschlossener Umkehrosmose, von welcher ich entionisiertes Wasser erhalte.
Für Standardbiere mische ich ca 20% Stadtwasser mit 80% entionisiertem Wasser.
Mit bester Unterstützung von unserem Experten Olibaer (Hallo Oli :Greets ) verwende ich nun einen Wasserrechner welcher die notwendigen Zusatzdosierungen von Calciumchlorid und Calciumsulfat berechnet, um den Bierstil entsprechende Restalkalitäten zu erreichen.
Der Thread Ersteller flashedk kann sich gerne per PN bei mir melden.
Beste Grüße
Gebhard
Jeder Laib Brot ist das tragische Ende von Getreide, das die Chance hatte Bier zu werden.

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Re: Frage zum Wasser

#16

Beitrag von DarkRoast » Montag 15. Juli 2019, 22:51

U-Tube hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 22:37
Ich braue seit Anfang 2018 auf einer 5HL Anlage in Graz ...
Das ist aber nicht mehr nur für den privaten Verbrauch, oder?

Sollte mir eine kleine Craft-Bier Brauerei im Grazer Bereich entgangen sein? :Grübel

Cheers
:Drink

Edith flüstert mir gerade zu, ich sollte mal ins Sudhaus! :Greets
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Re: Frage zum Wasser

#17

Beitrag von U-Tube » Dienstag 16. Juli 2019, 00:00

DarkRoast hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 22:51

Edith flüstert mir gerade zu, ich sollte mal ins Sudhaus! :Greets
Bingo, gut recheriert: Anton Paar Sudhaus
Jeder Laib Brot ist das tragische Ende von Getreide, das die Chance hatte Bier zu werden.

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Re: Frage zum Wasser

#18

Beitrag von MCBurnie » Donnerstag 12. September 2019, 11:56

Hallo;

Wie flashedk bin auch ich Neuling und habe ähnliche Probleme da ich in der Schweiz in der Nähe von Genf wohne, wo das Wasser aus dem Jura kommt und sehr hart ist. Spiele daher auch mit dem Gedanken an eine Umkehrosmoseanlage. Meine Frage ist jedoch wie man das mit dem Aufsalzen angeht, beziehungsweise was für ein Wasserprofil man in seinen Rechner einspeisen sollte wenn man nur oder teilweise Wasser aus der Umkehrosmoseanlage benutzt. Ich bediene mich der BeerSmith Software um mir mit der Wassereinstellung zu helfen. Mal angenommen man nimmt nur Wasser aus der Umkehrosmoseanlage, sollte man dann alle Werte ausser dem pH auf 0 setzen und dann das Wasserprofil für das entsprechende Bier komplett neu aufbauen?

Laut meiner Leitungswasseranalyse sehen die Werte vor jeder Art von Aufbereitung wie folgend aus: pH 7.03 Nitrate 4.6 CaCO3 352.0 Calcium 89.9
Magnesium 18.92 Chloride -0.1 Suphate 6.38

Ich möchte in den nächsten Wochen gerne ein Belgisches Wit Bier brauen, bin mir aber nicht klar wie ich mein Wasser auf das richtige Wasserprofil bekommen soll , abgesehen von der pH Wert einstellung mit Milchsäure. Statt mischen mit destilliertem Wasser oder Wasser aus einer Umkehrosmoseanlage denke ich daher daran dann einfach komplett auf solches Wasser umzusteigen und kein unaufbereitetes Leitungswasser zu benutzen.

Jeglicher Ratschlag auf diesem Sektor wäre mir sehr willkommen!

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