Warum stockt die Gärung?

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Majo_Craft
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Warum stockt die Gärung?

#1

Beitrag von Majo_Craft »

Seit 2 Tagen rührt sich in der Gärung nichts mehr. Hatte zum Ende hin die Temperatur hoch gefahren, um die Diacetylrast zu starten. Die W34/70 kam hier als Hefeernte zum Einsatz. Oder muss ich die Temperatur wieder runter drehen?
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Re: Warum stockt die Gärung?

#2

Beitrag von Stuggbrew »

Hi Majo,

Schau mal:
viewtopic.php?t=22352

Hier wurde die W34/70 bzgl EVG diskutiert. Mit 3% RE bist du da fast schon dabei.
Kühler stellen ha einen negativen Effekt - das mag die Hefe gar nicht. Wenn sie be der Diacetylrast bei 18C nichts mehr rührt wird sie einfach durch sein.
Vielleicht zu wenig Anstellmenge?
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jbrand
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Re: Warum stockt die Gärung?

#3

Beitrag von jbrand »

Ich denke auch, dass 77% SVE ein ganz guter Wert ist, die Hefe wird einfach durch sein. Es kommt auch ganz auf den Maischeplan an, eventuell hast du durch hohe Maischetemperaturen viel unvergärbaren Zucker erzeugt, dann kommt die Hefe da nicht ran und es verbleibt ein etwas höherer Restextrakt.
Auf keinen Fall darfst du die Hefe jetzt wieder kälter stellen.
Etwas verwirrend finde ich deine Grafik. Ich würde an deiner Stelle da in Zukunft in BrewFather in den Einstellungen der Geräte alles abschalten, was nicht interessant ist, Batteriespannung etc.
Viele Grüße

Jens
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coyote77
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Re: Warum stockt die Gärung?

#4

Beitrag von coyote77 »

Ich würde mal mit einem vernünftigen Messgerät rangehen und mich nicht auf diese Schätzdildos verlassen...
Grüße, Andreas :Drink

Zum Biere drängt, am Biere hängt doch alles.
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Re: Warum stockt die Gärung?

#5

Beitrag von Majo_Craft »

coyote77 hat geschrieben: Sonntag 1. März 2026, 08:36 Ich würde mal mit einem vernünftigen Messgerät rangehen und mich nicht auf diese Schätzdildos verlassen...
​Bislang konnte ich mich auf meine Bierspindel verlassen und messe zur Kontrolle mit einem Refraktometer gegen. Wie von euch vermutet, scheint die Gärung nun abgeschlossen zu sein.
​Ich habe vorhin nochmals mit dem Refraktometer gemessen: Der Wert liegt bei 6,2 °Brix. Laut den gängigen Refraktometer-Rechnern liegt das Bier damit jetzt bei 5,4 %vol. (Ziel waren 5,5 %vol.).
​Mich wundert allerdings, dass die Messung bei einem scheinbaren Vergärungsgrad von 91 % stehen geblieben ist. Zudem fällt mir auf, dass meine Gärungen mit untergäriger Hefe oft schon nach 5 bis 7 Tagen durch sind – also nicht wesentlich langsamer als mit obergäriger Hefe.
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Re: Warum stockt die Gärung?

#6

Beitrag von Colindo »

Majo_Craft hat geschrieben: Sonntag 1. März 2026, 13:40 ​Mich wundert allerdings, dass die Messung bei einem scheinbaren Vergärungsgrad von 91 % stehen geblieben ist. Zudem fällt mir auf, dass meine Gärungen mit untergäriger Hefe oft schon nach 5 bis 7 Tagen durch sind – also nicht wesentlich langsamer als mit obergäriger Hefe.
Die 91% sind nicht der Vergärgrad, sondern dein Fortschritt. Deine Brewfather-Software bekommt von dir oder rechnet sich selbst einen erwarteten finalen Restextrakt aus, von dem du jetzt noch 9% entfernt bist. Der Wert muss nicht stimmen, von daher ist es nichts ungewöhnliches, dass dir die Software nicht genau sagen kann, dass die Gärung zu Ende ist.
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Re: Warum stockt die Gärung?

#7

Beitrag von Räuber Hopfenstopf »

Bei 12 Grad ist das auch in Ordnung. Aber eigentlich ist das zu warm. Wir stellen bei 8 Grad an, im Winter auch gern bei 7. und lassen dann nach 4-5 Tagen langsam auf 9 und dann 10 Grad kommen. Auf dem Foto sind die Temperaturen bei Pilsner Urquell. Die stellen bei 5 Grad an.
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Re: Warum stockt die Gärung?

#8

Beitrag von Majo_Craft »

Mittlerweile ist die Gärung bei 100% angekommen. Alles perfekt. Ich habe die Gärung bei 9°C gestartet und bin dann auf 10°C hoch. Das dauert dann ja auch seine Zeit. Und gehen Ende dann auf 13/14°C hoch. Am Wochenende wird abgefüllt :thumbsup
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Re: Warum stockt die Gärung?

#9

Beitrag von Räuber Hopfenstopf »

100 % von was? Sind da irgendwelche theoretischen Werte hinterlegt?
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Re: Warum stockt die Gärung?

#10

Beitrag von afri »

Siehe ganz oben, Björn, der grüne Balken. Der TE setzt eine Software ein, die einen bestimmten Gärfortschritt suggeriert.
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Re: Warum stockt die Gärung?

#11

Beitrag von Räuber Hopfenstopf »

Das ist doch aber alles digitales Theater. Woher weiß die Software, wie gut die Verzuckerung geklappt hat, wie die Zusammensetzung der Würze ist und wie fit die Hefe war. Von 1., 2. oder 3. Führung ganz zu schweigen.
Wenn ich den Fortschritt der Gärung mit einem „Sollwert“ abgleichen möchte, brauche ich so etwas wie eine Schnellvergärprobe.
Sofern man im industriellen Umfeld dreimal täglich den gleichen Sud macht, kann ich mir schon vorstellen, dass man nach 1853 Suden ganz gut modellieren kann. Aber doch nicht in unserer Kochtopfliga.
Mit diesen theoretischen Vergärungsgraden auf den Hefen ist das ja ähnlich. Alles schöne Theorie mit Kongressmaische im Labor. Die echte Welt sieht meist anders aus.
Viele Grüße
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Re: Warum stockt die Gärung?

#12

Beitrag von Colindo »

Räuber Hopfenstopf hat geschrieben: Donnerstag 5. März 2026, 07:40 Das ist doch aber alles digitales Theater.
:goodpost:

Endlich sagt's mal jemand.
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Räuber Hopfenstopf
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Re: Warum stockt die Gärung?

#13

Beitrag von Räuber Hopfenstopf »

Ich bin da vielleicht eine Spaßbremse. Aber ich kann den Hype um elektronische Spielzeuge nicht teilen. Wie oft werden hier Fragen gestellt, weil die Werte der Floats überinterpretiert werden. Ich braue relativ reproduzierbar. Und das völlig ohne Automatisierung, meistens handgerührt, weil ich bei Kochmaischen kein Rührwerk nehmen kann. Angestellt wird mit ausreichend Hefe und immer möglichst genau gemessen. Einmal beim Anstellen und einmal nach der Gärung. Was zwischendurch passiert, ist mir relativ egal, weil ich weiß, dass es läuft und die Gärung nach der üblichen Zeit durch ist. Wenn man grün schlauchen möchte (machen wohl die wenigsten), ist natürlich der eine oder andere (genaue) Messwert während der Gärung nicht verkehrt.
Einer meiner Professoren hat immer gesagt: „Wer misst, misst Mist“. Soll heißen, ohne Referenzen, an denen man die ermittelten Messwerte abgleichen kann, sind das alles nur schöne Zahlen ohne weitere Bedeutung. Womit wir wieder bei der Schnellvergärprobe wären. Wenn ich die habe, kann ich tatsächlich vergleichen. Die mache ich aber auch nur bei unbekannten Hefen oder speziellen Suden.
Viele Grüße
Björn

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Re: Warum stockt die Gärung?

#14

Beitrag von gulp »

Räuber Hopfenstopf hat geschrieben: Donnerstag 5. März 2026, 07:40 Das ist doch aber alles digitales Theater. Woher weiß die Software, wie gut die Verzuckerung geklappt hat, wie die Zusammensetzung der Würze ist und wie fit die Hefe war. Von 1., 2. oder 3. Führung ganz zu schweigen.
Wenn ich den Fortschritt der Gärung mit einem „Sollwert“ abgleichen möchte, brauche ich so etwas wie eine Schnellvergärprobe.
Sofern man im industriellen Umfeld dreimal täglich den gleichen Sud macht, kann ich mir schon vorstellen, dass man nach 1853 Suden ganz gut modellieren kann. Aber doch nicht in unserer Kochtopfliga.
:goodpost:

Mit diesen theoretischen Vergärungsgraden auf den Hefen ist das ja ähnlich. Alles schöne Theorie mit Kongressmaische im Labor. Die echte Welt sieht meist anders aus.
Eine Ausnahme bildet diese Tabelle: wiki/doku.php/doku?id=Trockenhefe&x=0&y=0
Hier wurden Erfahrungswerte gesammelt, an denen man sich recht gut orientieren kann.

Gruß
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Maqs
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Re: Warum stockt die Gärung?

#15

Beitrag von Maqs »

Also die 21 Tage laut Tabelle braucht die M84 Boh. Lager bei mir nicht.
Ich mach mir Sorgen über den Biernachschub. Nach diesem Kasten und den anderen ist nur noch ein Kasten übrig.
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MaltHopMagic
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Re: Warum stockt die Gärung?

#16

Beitrag von MaltHopMagic »

Räuber Hopfenstopf hat geschrieben: Donnerstag 5. März 2026, 12:57 Ich bin da vielleicht eine Spaßbremse.
Mach dir keine Gedanken. Der Spaß an den Gadgeds bremst sich selbst, wenn man nicht so genau weiß was sie tun und mehr Fragen als Antworten hat.
Grüße Thomas
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gulp
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Re: Warum stockt die Gärung?

#17

Beitrag von gulp »

Hier gings um Vergärgrade nicht um die Dauer der Gärung.
Die 16 Tage für die 34/70 sind ja auch schon zu lange.

Gruß
Peter
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