Wasserenthärtung

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Fricky
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Wasserenthärtung

#1

Beitrag von Fricky »

Frage an die Wasserprofis hier.

Ich habe bisher mein Brauwasser mit einer Osmoseanlage hergestellt und dann mit Leitungswasser auf meinen jeweiligen Zielwert verschnitten.

Jetzt habe ich seit kurzem eine Wasserenthärtungsanlage im Haus.

Das Wasser vor der Anlage hat 20dGH, das Wasser danach 5dGH. Leitwert vor der Anlage ist 450µS, danach 520µS.

M.E. ist das Wasser so zum Brauen völlig ungeeignet. Wie seht ihr das?

Die Anlage ist ein Neutraltauscher, d.h. Kalziumionen und Magnesiumionen (die sog. Härtebildner) werden gegen Natruimionen getauscht. Das Tauscherharz wird mit Salz regeneriert.

Wenn ich das Wasser nun durch die Osmoseanlage schicke, kommen 10µS raus, egal ob ich nun das aus der Enthärtungsanlage oder das harte Leitungswasser nehme.

Frage: Ist dieses Osmosewasser nun qualitativ gleichwertig?
Oder sollte ich besser weiterhin das harte Wasser vor der Wasserenthärtung für die Osmoseanlage verwenden?

Zum Verschneiden würde ich jedenfalls weiter das harte Wasser verwenden, weil da das Ionenprofil nicht so unnatürlich durch die Natriumionen verschoben wird.

Wie würdet ihr das machen?

Gruß, Peter.
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Vestenrunner
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Re: Wasserenthärtung

#2

Beitrag von Vestenrunner »

Ist bei mir auch so, ich nehme das Rohwasser vor der Enthärtungsanlage. Macht ja keinen Sinn die Ionen durch Na+ zu ersetzen und diese dann wieder rauszufiltern. Außerdem habe ich nach der Enthärtungsanlage noch eine Dosierung. Beides verbraucht Salz und Dosierlösung.
Beim Rohwasser ist die Wasseranalyse bekannt und wenn du das z.B. in Schlupfs Wasserrechener eingibtst und dann einen Abscheidegrad von 95% einträst, dann rechnet er mit 5% von den genannten Werten. Verschnitt mit Rohwasser kann dann auch ausgewählt werden.
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Fricky
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Re: Wasserenthärtung

#3

Beitrag von Fricky »

Ok. Danke für die Einschätzung.
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rakader
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Re: Wasserenthärtung

#4

Beitrag von rakader »

Fricky hat geschrieben: Samstag 9. Mai 2026, 12:01 Das Wasser vor der Anlage hat 20dGH, das Wasser danach 5dGH. Leitwert vor der Anlage ist 450µS, danach 520µS.

M.E. ist das Wasser so zum Brauen völlig ungeeignet. Wie seht ihr das?

Die Anlage ist ein Neutraltauscher, d.h. Kalziumionen und Magnesiumionen (die sog. Härtebildner) werden gegen Natruimionen getauscht. Das Tauscherharz wird mit Salz regeneriert.

Wenn ich das Wasser nun durch die Osmoseanlage schicke, kommen 10µS raus, egal ob ich nun das aus der Enthärtungsanlage oder das harte Leitungswasser nehme.

Frage: Ist dieses Osmosewasser nun qualitativ gleichwertig?
Oder sollte ich besser weiterhin das harte Wasser vor der Wasserenthärtung für die Osmoseanlage verwenden?

Zum Verschneiden würde ich jedenfalls weiter das harte Wasser verwenden, weil da das Ionenprofil nicht so unnatürlich durch die Natriumionen verschoben wird.
Ich selbst habe mit dem Wasser einer solchen Anlage nie gebraut, in meinem Elternhaus gab es eine solche aufgrund von Rekordwerten an Kalk. Zum Hintergrund: Die Härtebildner benötigen die Amylasen beim Maischen, für die Hefeaktivität sind sie eher hinderlich. Wie die Zusammenhänge mit Natriumionen sind, weiß ich nicht exakt, über 50ppm sollte es aber nicht sein, um einen metallischen oder salzigen Geschmack zu vermeiden. Mein Gefühl sagt mir eher: nicht gut.

10 μS Leitwert kommen auch bei meiner Osmoseanlage raus, so soll es auch sein (0-10). Die Schwierigkeit sehe ich bei Deinem Wasser, dass Du keine richtige Wasseranalyse mehr hast; die Werte Deines Versorgers gelten ja nicht mehr. Insofern ist die Antwort leicht: Nimm das Wasser vor der Wasserenthärtung für Deine Osmoseanlage und arbeite wie gewohnt mit den Laborwerten Deines Versorgers.

Cheers
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Re: Wasserenthärtung

#5

Beitrag von Fricky »

Meine Tendenz ging auch in diese Richtung. Ich werde weiterhin vor der Enthärtungsanlage das Wasser entnehmen. Da habe ich die Parameter unter Kontrolle. Wollte nur 'ne Einschätzung, schadet ja nicht, wenn man sich verschiedene Meinungen anhört.

Danke fürs Feedback.

Gruß, Peter.
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Ras Tafaric
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Re: Wasserenthärtung

#6

Beitrag von Ras Tafaric »

Ich hab eine Ionentauscheranlage im Haus...
Mein Rohwasser ist extrem alkalisch und ekelhaft hart (also Tropfsteinhöhle).
Das Wasser, was aus dem Ionentauscher kommt enthält für so gut wie jedes Bier zu viel Natrium. Ist also denkbar ungeeignet. Wenn du so eine Anlage hast, dann Schade Marmelade, leider keine Chance.

Stand vor dem selben Dilemma.
Für eine Umkehrosmoseanlage brau ich nicht oft genug, ich hätte Schiss vor Verkeimung. Deswegen schlepp ich am Tag vor dem Brautag halt eine Menge Brauwasser an und steh hinterher eine halbe Stunde am Pfandautomaten um den Plastikkram wieder loszuwerden. Nachhaltig ist anders, ich weiss. Kanisterwasser gibts kein brauchbares in den Supermärkten in der Umgebung. So salz ich halt Kaufwasser auf.
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Re: Wasserenthärtung

#7

Beitrag von Vestenrunner »

Ras Tafaric hat geschrieben: Montag 11. Mai 2026, 09:25
Für eine Umkehrosmoseanlage brau ich nicht oft genug, ich hätte Schiss vor Verkeimung.
Daher habe ich mir eine Zeitsteuerung gebaut, die per Magnetventil einmal am Tag für fünf Minuten Wasser zapft.

viewtopic.php?t=35135&view=unread#p555881
Edit: Link ergänzt.
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rakader
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Re: Wasserenthärtung

#8

Beitrag von rakader »

Ras Tafaric hat geschrieben: Montag 11. Mai 2026, 09:25 Für eine Umkehrosmoseanlage brau ich nicht oft genug, ich hätte Schiss vor Verkeimung.
Wenn das Dein Problem ist, kann Dir geholfen werden: Rieche, ob etwas faulig riecht. Die beiden Vorfilter mit dem Sediment und der Aktivkohle verkeimen. Tausche die Kartuschen alle 24 Monate.
Bei Benutzung lasse die Anlage 20-30 Minuten vor Wasserentnahme leerlaufen. Überlege Dir für ein paar Euro mehr eine 5-stufige Anlage. Ersatzkartuschen auf Vorrat beseitigt Zweifel. Allemal besser als ewiges Kanisterschleppen.

Cheers
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