Alkoholarmes Bier durch Kochen?
Alkoholarmes Bier durch Kochen?
Hallo zusammen,
Vielleicht ein völlig abstruser Gedanke, aber nachdem des doch immer mehr in Richtung low Alkohol geht und es aus meiner Sicht schwer ist gute alkoholfreie / alkoholarme Biere zu bekommen die nicht den süßlichen Geschmack haben, kam mir folgende Idee:
Würde es für ein alkoholarmes Bier nicht funktionieren, ein klassisches Bier (zB Helles, Export…) zu brauen und in die HG zu schicken. Nachdem die HG durch ist, das Jungbier für knapp 1,5h nochmal köcheln lassen. Dabei sollte fast der gesamte Alkohol verdampft sein.
Anschließend abkühlen und in die NG mit frischer Hefe schicken oder im Idealfall Zwangskarbonisieren.
Natürlich wird durch das erneute kochen das Bier intensiver und aber das könnte man ja entsprechend vorab berücksichtigen bzw. Leicht verdünnen wenn man es möchte.
Aber ansonsten dürfte damit ein low Alkohol Bier mit 1,5-2% doch rauskommen wenn man mal von einem normalen Vollbier als Basis ausgeht.
Vielleicht ein völlig abstruser Gedanke, aber nachdem des doch immer mehr in Richtung low Alkohol geht und es aus meiner Sicht schwer ist gute alkoholfreie / alkoholarme Biere zu bekommen die nicht den süßlichen Geschmack haben, kam mir folgende Idee:
Würde es für ein alkoholarmes Bier nicht funktionieren, ein klassisches Bier (zB Helles, Export…) zu brauen und in die HG zu schicken. Nachdem die HG durch ist, das Jungbier für knapp 1,5h nochmal köcheln lassen. Dabei sollte fast der gesamte Alkohol verdampft sein.
Anschließend abkühlen und in die NG mit frischer Hefe schicken oder im Idealfall Zwangskarbonisieren.
Natürlich wird durch das erneute kochen das Bier intensiver und aber das könnte man ja entsprechend vorab berücksichtigen bzw. Leicht verdünnen wenn man es möchte.
Aber ansonsten dürfte damit ein low Alkohol Bier mit 1,5-2% doch rauskommen wenn man mal von einem normalen Vollbier als Basis ausgeht.
Einstiegsklasse: 27l Einkocher, Läuterfeinblech, Eintauchkühler, klassische Gäreimer - Hauptsache es schmeckt 
Re: Alkoholarmes Bier durch Kochen?
Unter normalem, atmosphärischem Druck, wird das nichts. Das "Bier" wird grausam. Im kommerziellen Bereich gibt es die Möglickeit der Vakuumdestilation.
Cheers
Jan
Cheers
Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.ulmer.de/usd-7118422/bier-brauen-.html
Die Seite zum Buch "Bier verstehen" https://www.ulmer.de/usd-6840552/bier-verstehen-.html
https://headlessbrewer.wordpress.com/
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OS-Schlingel
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Re: Alkoholarmes Bier durch Kochen?
Hallo,
probier das mal...Würze auf 5,5°P einstellen.
OG:BU=1:4
Hefe LA-01
Gruß Stephen
probier das mal...Würze auf 5,5°P einstellen.
OG:BU=1:4
Hefe LA-01
Gruß Stephen
Or kindly when his credit's out
Surprise him with a pint of Stout

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Re: Alkoholarmes Bier durch Kochen?
DankeOS-Schlingel hat geschrieben: Donnerstag 14. Mai 2026, 16:43 Hallo,
probier das mal...Würze auf 5,5°P einstellen.
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Hefe LA-01
Screenshot (16).png
Gruß Stephen
Einstiegsklasse: 27l Einkocher, Läuterfeinblech, Eintauchkühler, klassische Gäreimer - Hauptsache es schmeckt 
Re: Alkoholarmes Bier durch Kochen?
Als Hobbybrauer zum alkoholarmen Bier:
Malzbier: 10⁰P Würze, weniger Hopfen. Direkt nach der Hefegabe in die Flasche und den Druck kontrollieren. Wenn Spunddruck erreicht (muss stündlich kontrolliert werden). Flaschen pasteurisieren. Einige Flaschen platzen!
WSL17 Hefe: Niedrigvergärer, aber Vorsicht vor Fremdhefen
Dünnbiere mit Springmaische: Bis runter zu 3 Vol.-% ganz gute Ergebnisse erreichbar.
Kalt maischen: Noch nie probiert. Klingt aber vielversprechend.
Bier verschneiden: Entweder mit Wasser zu "saurem Radler bzw. BMW" oder mit kommerziellem Alkoholfrei. Klingt erstmal banal. Finde ich aber tatsächlich ganz charmant, weil flexibel und Geschmacklich echt ok.
Malzbier: 10⁰P Würze, weniger Hopfen. Direkt nach der Hefegabe in die Flasche und den Druck kontrollieren. Wenn Spunddruck erreicht (muss stündlich kontrolliert werden). Flaschen pasteurisieren. Einige Flaschen platzen!
WSL17 Hefe: Niedrigvergärer, aber Vorsicht vor Fremdhefen
Dünnbiere mit Springmaische: Bis runter zu 3 Vol.-% ganz gute Ergebnisse erreichbar.
Kalt maischen: Noch nie probiert. Klingt aber vielversprechend.
Bier verschneiden: Entweder mit Wasser zu "saurem Radler bzw. BMW" oder mit kommerziellem Alkoholfrei. Klingt erstmal banal. Finde ich aber tatsächlich ganz charmant, weil flexibel und Geschmacklich echt ok.
- Johnny H
- Posting Freak

- Beiträge: 4236
- Registriert: Donnerstag 31. Januar 2013, 22:08
- Wohnort: Graz, Österreich
Re: Alkoholarmes Bier durch Kochen?
Ich habe mich vor einigen Jahren, angeregt durch Michael Zepf, mehrfach an einer Art "Pimp my Kaufbier" versucht.
Die Idee war: Bier zum Kochen bringen, dann zum Kochende frischen Hopfen und Zucker für die Nachgärung geben. Dann nach dem Abkühlen das verkochte Wasser ersetzen und frische Hefe geben.
Die Idee war, durch das Kochen das Bier etwas alkoholärmer zu machen, es mit Hopfen geschmacklich ein wenig zu "pimpen" und durch eine möglichst frische Erntehefe die Oxidationsaromen (?) aufgrund des Kochens wieder zu beseitigen.
Insgesamt habe ich das drei Mal gemacht. Einmal war das Ergebnis recht gut und durchaus trinkbar, zwei Mal hingegen absolut grauslich. Was bei dem erfolgreichen Versuch den Unterschied gemacht hat, weiß ich leider nicht. Ist schon einige Jahre her, Kochdauer weiß ich nicht mehr. Das waren je Versuch auch nur drei oder vier Flaschen. Einen kleinen Versuch ist es also vielleicht wert. Ich denke, alles (Bier, Hopfen und Hefe für die Nachgärung) sollte so frisch wie möglich sein.
Mit eigenem Bier würde ich das aber auf keinen Fall machen. Die mitgekochte Hefe dürfte sich geschmacklich nicht unbedingt angenehm auswirken (Autolysegeschmack).
Die Idee war: Bier zum Kochen bringen, dann zum Kochende frischen Hopfen und Zucker für die Nachgärung geben. Dann nach dem Abkühlen das verkochte Wasser ersetzen und frische Hefe geben.
Die Idee war, durch das Kochen das Bier etwas alkoholärmer zu machen, es mit Hopfen geschmacklich ein wenig zu "pimpen" und durch eine möglichst frische Erntehefe die Oxidationsaromen (?) aufgrund des Kochens wieder zu beseitigen.
Insgesamt habe ich das drei Mal gemacht. Einmal war das Ergebnis recht gut und durchaus trinkbar, zwei Mal hingegen absolut grauslich. Was bei dem erfolgreichen Versuch den Unterschied gemacht hat, weiß ich leider nicht. Ist schon einige Jahre her, Kochdauer weiß ich nicht mehr. Das waren je Versuch auch nur drei oder vier Flaschen. Einen kleinen Versuch ist es also vielleicht wert. Ich denke, alles (Bier, Hopfen und Hefe für die Nachgärung) sollte so frisch wie möglich sein.
Mit eigenem Bier würde ich das aber auf keinen Fall machen. Die mitgekochte Hefe dürfte sich geschmacklich nicht unbedingt angenehm auswirken (Autolysegeschmack).
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)
Re: Alkoholarmes Bier durch Kochen?
Ich braue seit knapp 2 Jahren ausschliesslich alkoholarm,
mein Target liegt bei 1.5%-1.9%.
Ich braue nach Reinheitsgebot und meine bevozugten Sorten
sind alles Klassiker - Helles, Dunkles, Rotbier, Weissbier und ein fruchtiges Pale Ale.
Jeder Sud ist ein neuer trial/error Versuch und ich musste
einiges entlernen und umdenken.
Dinge die bei einem normalen Bier im Gesamtergebnis untergehen treten bei alkoholarmen viel stärker zur Geltung,
Ich braue mit Hochtemperatur, Caramalzen und Melanoidin.
Vergoren wird temperaturgesteuert, unter Zapfdruck im Keg.
Untergärig ist einfacher als obergärig. Warum? Ich denke dass hier die einzelnen Komponenten weniger Einfluss auf das Gesamtergebnis haben.
Nach all der Zeit bin ich jetzt bei einem richtig guten Rezept
gelandet, das werde ich jetzt peinlichst genau weiterbrauen.
Alle anderen werde ich weiterentwickeln bis ich happy bin, ein bisschen ist der Weg ja auch das Ziel
Also, es geht auch im Hobbybrauer Segement…
Ansonsten vielleicht ein Augustiner alkoholfrei “nachhopfen” um die restliche Süsse los zu werden?
mein Target liegt bei 1.5%-1.9%.
Ich braue nach Reinheitsgebot und meine bevozugten Sorten
sind alles Klassiker - Helles, Dunkles, Rotbier, Weissbier und ein fruchtiges Pale Ale.
Jeder Sud ist ein neuer trial/error Versuch und ich musste
einiges entlernen und umdenken.
Dinge die bei einem normalen Bier im Gesamtergebnis untergehen treten bei alkoholarmen viel stärker zur Geltung,
Ich braue mit Hochtemperatur, Caramalzen und Melanoidin.
Vergoren wird temperaturgesteuert, unter Zapfdruck im Keg.
Untergärig ist einfacher als obergärig. Warum? Ich denke dass hier die einzelnen Komponenten weniger Einfluss auf das Gesamtergebnis haben.
Nach all der Zeit bin ich jetzt bei einem richtig guten Rezept
gelandet, das werde ich jetzt peinlichst genau weiterbrauen.
Alle anderen werde ich weiterentwickeln bis ich happy bin, ein bisschen ist der Weg ja auch das Ziel
Also, es geht auch im Hobbybrauer Segement…
Ansonsten vielleicht ein Augustiner alkoholfrei “nachhopfen” um die restliche Süsse los zu werden?
Cheers!
dietmar
dietmar
Re: Alkoholarmes Bier durch Kochen?
Das klingt sehr spannend, teilst du das Rezept?
Re: Alkoholarmes Bier durch Kochen?
klar, hier sind die Grunddaten.
74% Pilsner
13.4% MüMa (meins ist eher MüMa 2)
9.8% Melanoidin
2.8% Carared
S-189
5.1°P
Hallertauer Mittelfrüh VWH auf 18 IBU
Einmaischen auf 75°C, 60 Minuten Rast bei 76°C
40 Minuten kochen, Gärung bei 10.5°C Kegtemperatur
Cheers!
dietmar
dietmar
Re: Alkoholarmes Bier durch Kochen?
Danke! 5,1 Plato - krass.
- Beerkenauer
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- Registriert: Samstag 11. Februar 2017, 15:45
- Wohnort: Südl Odenwald - Rhein-Neckar
Re: Alkoholarmes Bier durch Kochen?
Dank dir für das Rezept.
In die Richtung alkoholarme Biere will ich zukünftig auch gehen.
Das sind ein paar erprobte Rezepte hilfreich.
Grüße
Stefan
In die Richtung alkoholarme Biere will ich zukünftig auch gehen.
Das sind ein paar erprobte Rezepte hilfreich.
Grüße
Stefan
Mein Motto: Add more hops!
30L-Klasse; 50l Topf, 3.5k Induktion, Thermoport mit Läuterhexe, 2x Edelstahl Gärfaß, 2x Kühlschrank mit Inkbird, NC-Kegs und GDA für Flaschen.
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peter_braut
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Re: Alkoholarmes Bier durch Kochen?
Ich versuche mir vorzustellen, wie das schmecken könnteDietmarK hat geschrieben: Samstag 16. Mai 2026, 06:15 Einmaischen auf 75°C, 60 Minuten Rast bei 76°C
Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden (F.Schiller in Wilhelm Tell)
