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Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Montag 2. Februar 2026, 11:13
von BaereBraeu
Grüss euch liebe Hobbybrauerinnen und Hobbybrauer

Ich bin aus Zeitgründen selten hier im Forum. Ich brauche jedoch euer Wissen für mein Problem.

Ich habe schon mindestens 200 Sude mit meiner Anlage gemacht und alles hat immer funktioniert mit meiner Hendi (Induction 239780 3500 Watt manuell) und meinem Maische/Kochtopf.
Beim letzten Sud ist etwas seltsames passiert was ich mir nicht erklären kann.

Die Hendi hat zyklisch getickt und immer so nach ca. 2 Sekunden hat sie wieder geheizt. ChatGPT meinte darauf es könnte der Temperatursensor sein.
Was ich am Ende des brauens unten am Kochtopf entdeckt habe war für mich unverständlich:
20260201_165141195_iOS.jpg
20260201_165224971_iOS.jpg
Der Boden hat sich verfärbt und verformt. Wie kann das sein?
Habt ihr eine Idee was da passiert ist?

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Montag 2. Februar 2026, 14:27
von PabloNop
Ich würde sagen, der Topf ist zu heiß geworden. So wie wenn man ihn z.B. ohne Inhalt stark erhitzt. Beim normalen Maischen/Kochen sollte das aber eigentlich nicht passieren...

Edit: vielleicht ein Vorschaden im Sandwichboden? Vielleicht hat er sich mit der Zeit langsam gelöst und dann die Hitze nicht mehr wegbekommen.

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Montag 2. Februar 2026, 16:23
von Spittyman
Grade mal geschaut, ab 290C verfärbt sich Stahl blau, danach grau. Könnte mir vorstellen, dass sich der Sandwichboden an den Stellen gelöst hat und ein Abtransport der Wärme nicht mehr funktioniert hat.

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Dienstag 3. Februar 2026, 07:50
von BaereBraeu
Danke für eure Antworten.

ChatGPT meint:

👉 Das Takten hat zu extremen lokalen Temperaturspitzen geführt.
Nicht „zu wenig Leistung“, sondern immer wieder volle Leistung auf eine kleine Zone – und das ist Gift für Töpfe.

Tönt noch recht plausibel..

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Dienstag 3. Februar 2026, 09:41
von guenter
Na ja. Da stellt sich doch erst mal die Frage nach dem warum, oder?

Vielleicht liegt es an der Qualität des Topfes oder dieser hatte einen Materialfehler - wurde ja oben schon geschrieben.

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Dienstag 3. Februar 2026, 09:48
von dieck
Aber... arbeiten nicht alle unsere "Mittelklasse-" Induktionsplatten immer durch Taktung?
Ich dachte die Spulen sind da nicht steuerbar, sondern heizen immer voll, und der Regler bzw. Steuerelektronik bestimmt wie lange am Stück geheizt und danach gewartet wird?

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Dienstag 3. Februar 2026, 12:10
von Matthias H
Hallo,
der Boden des Topfes besteht vermutlich aus mehreren Schichten, Sandwich.
Der korrekte Wärmeeintrag der Kochplatte ins Innere des Topfes ist nur gewährleistet, wenn diese Schichten fest miteinander verbunden sind.
Ich vermute auch, dass sich die Sandwichschichten getrennt haben, dadurch nur noch unzureichende Wärmeleitung möglich war und die äußerste Schicht überhitzt wurde. Das führt zu Verzug und weiterer Schichtentrennung. Da ist meines Erachtens nichts mehr zu retten.
Die Anlauffarben zeugen von sehr hohen Temperaturen, jenseits von 200°C, die nicht weitergeleitet werden konnten, wie oben schon beschrieben.

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Dienstag 3. Februar 2026, 15:17
von Spittyman
Falss du den Topf entsorgen willst, flex den Boden einmal in der Mitte durch, dann weißt du, ob die Sandwichthese stimmt! :-)

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Dienstag 3. Februar 2026, 16:21
von Beerkenauer
Man kann den Topf auch als Gärbehälter verwenden, wenn man ein Deckel dazu hat

Stefan

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Dienstag 3. Februar 2026, 20:07
von Braufex
Beerkenauer hat geschrieben: Dienstag 3. Februar 2026, 16:21 Man kann den Topf auch als Gärbehälter verwenden, wenn man ein Deckel dazu hat
Gute Idee, mach ich auch.

Interessant wäre, ob man auch im Topf am Boden solche Flecken sieht.
Wenn nicht, würde es für die Vermutung sprechen, dass der Topfboden schuld ist.

Gruß Erwin

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Dienstag 3. Februar 2026, 21:36
von afri
BaereBraeu hat geschrieben: Dienstag 3. Februar 2026, 07:50 ChatGPT meint:

Das Takten hat zu extremen lokalen Temperaturspitzen geführt.
Nicht „zu wenig Leistung“, sondern immer wieder volle Leistung auf eine kleine Zone – und das ist Gift für Töpfe.

Tönt noch recht plausibel..
Das sehe ich mit verlaub anders, hier irrt die Frau GPT. Zum einen wird immer getaktet, wie andere hier schon bemerkten. Zum anderen würde es ja dann alle treffen, die mit zu großen Töpfen kochen (also fast jede(r) hier, schätze ich). Die Erklärung mit gelöstem Sandwich erscheint mir am plausibelsten.
Achim

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2026, 10:48
von BaereBraeu
Grüss euch

Danke erstmals für eure Antworten.

Aus meiner Sicht ist es durchaus plausibel dass das passiert ist weil der Temperatursensor in der Hendi nicht mehr korrekt funktionierte.
Die Wärmeleitpaste hat aus meiner Sicht nicht mehr richtig geleitet und somit hat der Sensor immer wieder Überhitzung angezeigt. Daher hat die Hendi kurz ausgeschaltet und nach 1-2 Sekunden wieder eingeschaltet (ca. 10sek geheizt, dann ein ticken, ausschalten der Heizleistung, 1-2sek später wieder eingeschaltet).
Wie ich im ersten Post geschrieben habe hat die Hendi immer wieder so ein ticken von sich gegeben. Da wäre es für mich erklärbar was die KI sagt, dass durch dieses dauernde ein/ausschalten sich der Topf verformt hat wegen den extremen lokalen Temperaturspitzen.

Ich werde mir einen neuen Topf kaufen, beim Temperatursensor der Hendi neue Wärmeleitpaste anbringen und das ganze nochmal testen ob der Sensor nicht mehr spuckt.

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2026, 22:17
von afri
Ich glaube das noch immer nicht. Ein gesunder Topf (nicht leer beheizt, sondern mit Wasser oder Maische drin) wird sich nicht durch die knapp 3,5kW der Hendi verformen lassen, auch wenn sie ohne Takt immer volle Elle heizt. Wenn der Boden intakt ist, wird die Leistung schnell durch den Topfinhalt abgeführt. Wenn nur noch der dünne Unterboden ohne (oder mit schlechter) Verbindung zum Innenraum geheizt wird, dann kann ich mir die Färbung gut erklären.

Wir hatten mal eine billige Pfanne, Aluminium mit aufgeschweisstem Induktionsring. Dieser Ring hatte nicht an allen Stellen Verbindung zum Alu und an diesen Stellen glühte der Stahlring beim Heizen. Genau daran erinnert mich dein Bild oben.

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2026, 22:53
von Fricky
Mich würde interessieren, welcher Topf genau das war, also welches Hersteller/Modell. Am Takten liegt das m.E. nicht und chat gpt haut viel raus wenn der Tag lang ist. Ich vermute auch, dass die Schichten des Sandwichbodens sich gelöst haben und dass das die Ursache für die Verformung/Verfärbung und nicht die Folge einer defekten Platte ist. 200 Sude ist ja auch nicht wenig, könnte ich mir schon vorstellen, dass da mal was sein kann mit dem Boden. Wie gesagt: ich vermute das, wissen tu ich's nicht.

Gruß, Peter.

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2026, 23:08
von Micha-Dahlsen
BaereBraeu hat geschrieben: Mittwoch 4. Februar 2026, 10:48 Grüss euch

Danke erstmals für eure Antworten.

Aus meiner Sicht ist es durchaus plausibel dass das passiert ist weil der Temperatursensor in der Hendi nicht mehr korrekt funktionierte.
Die Wärmeleitpaste hat aus meiner Sicht nicht mehr richtig geleitet und somit hat der Sensor immer wieder Überhitzung angezeigt. (...)
Hallo BaereBraeu,

wenn die Wärmeleitpaste nicht mehr richtig wärmeleitet, führt es nach meinem Verständnis dazu, dass der Wärmesensor zu kalt bleibt und den Induktionsstrom NICHT abschaltet, wodurch der Topfboden überhitzt werden könnte. Also genau anders herum, als vermutet. Ich verwende eine digitale Hendi, daher kenne ich die Details der analogen Hendi leider nicht. Hat der Sensor überhaupt eine Sicherheitsfunktion? Jedenfalls bei der digitalen Hendi dient er nach meinem Verständnis nur zur Steuerung in der Betriebsart "Temperatur" zum Abschalten bei Erreichen der Zieltemperatur.
Ich tippe auch auf gelöste Schichten im Sandwichboden nach 200 Suden - und bei welcher Topfqualität?
Andernfalls: Kannst Du die Funktion des Gerätes nicht eventuell mit einem alten billigen Induktionstopf testen, bevor Du Dir Deine neue Sudpfanne wieder zerbröselst?

Grüße/Michael :Drink

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Donnerstag 5. Februar 2026, 08:19
von hiasl
Micha-Dahlsen hat geschrieben: Mittwoch 4. Februar 2026, 23:08 Hat der Sensor überhaupt eine Sicherheitsfunktion? Jedenfalls bei der digitalen Hendi dient er nach meinem Verständnis nur zur Steuerung in der Betriebsart "Temperatur" zum Abschalten bei Erreichen der Zieltemperatur.
Ja, damit dir ein versehentlich leerer Topf nicht das Glühen anfängt. Ist eine Übertemperatursicherung.

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Donnerstag 5. Februar 2026, 12:04
von MaltHopMagic
Damit wird das Bild doch komplett:
Delaminierter Sandwichboden führte zur Überhitzung, sichtbar an den Verfärbungen und hörbar an tickender Platte, ausgelöst durch den ÜSensor.

Re: Problem Hendi und Kochtopf

Verfasst: Donnerstag 5. Februar 2026, 13:39
von BaereBraeu
Vielen Dank für eure Antworten..

Ich weiss nicht mehr woher ich damals den Topf hatte und ja das mit dem Sandwichboden tönt für mich auch plausibel.. ich habe nun einen neuen Topf und werde das beim nächsten Sud genau beobachten was die Hendi macht.

Danke vielmals für eure kompetenten Aussagen.