Gewürz-, Kräuter- oder Gemüsebier

GeschmackSo wie mit Aroma, sollten die entsprechenden geschmacklichen Eigenschaften der eingesetzten Würzzutaten erkennbar sein und können eine Bandbreite von unterschwellig bis aggressiv haben. Der individuelle Charakter einer Würzzutat kann schwer zu identifizieren sein, wenn in Kombination mit anderen eingesetzt. Die Ausgewogenheit der Würzzutaten mit dem Grundbier ist maßgeblich, der Charakter der Würzzutaten sollte nicht künstlich und/oder dominant sein. Hopfenbittere, -geschmack, Malzgeschmacksnoten, der Alkoholgehalt und vergärungsbedingte Nebenprodukte, wie Ester oder Diacetyl, sollten geschmacklich korrekt für das Grundbier sein und sich ausgewogen mit den Würzzutaten präsentieren. Der Einsatz der Zutaten (besonders beim Hopfen) kann absichtlich verhalten sein, damit der Fruchtcharakter stärker betont wird. Einige Würzzutaten sind von Haus aus bitter und können somit zu einem Bier führen, welches erheblich bitterer ist, als das Grundbier.
AromaDer Charakter der eingesetzten Gewürze, Kräuter und/oder Gemüsearten (folgend: Würzzutaten), sollten im Aromen zu erkennen sein, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass einige Würzzutaten (z.B. Ingwer, Zimt) einen ausgeprägteren Charakter als andere haben (z.B. einige Gemüsearten), somit kann die Bandbreite der Aromen von unterschwellig bis aggressiv reichen. Der individuelle Charakter einer einzelnen Würzzutat kann nicht erkennbar sein, wenn eine Mischung aus verschiedenen Zutaten eingesetzt wird. Der Charakter der Würzzutaten sollte angenehm und unterstützend sein, nicht künstlich und dominant. So wie mit allen Spezialbieren, sollte ein Bier dieser Kategorie immer eine Ausgewogenheit der Würzzutaten mit dem entsprechenden eingesetzten Grundbier darstellen. Aromen des Hopfens, vergärungsbasierende Nebenprodukte und Malzaromen des Grundbieres sind u.U. nicht so ausgeprägt durch die Präsenz der Würzzutaten. Der Einsatz der Zutaten (besonders beim Hopfen) kann absichtlich verhalten sein, damit der Charakter der Würzzutaten stärker betont wird. Falls das Grundbier obergärig ist, dann kann eine fremde Fruchtigkeit und/oder Hefenebenprodukte, wie z.B. Diacetyl, durch wärmere Vergärung auftreten. Falls das Grundbier untergärig ist, dann sind weniger vergärungsbedingte Nebenprodukte erwünscht. Einige Malzaromen sind erwünscht, besonders in dunklen Bieren. Das Hopfenaroma kann durch die Würzzutaten im Hintergrund sein, bzw. in Ausgewogenheit existieren, je nach Biersorte. Die Würzzutaten sollen dem Bier eine Extra-Komplexität verleihen, aber nicht so dominant sein, dass zu einem unausgewogenen Produkt kommt.
MundgefühlDas Mundgefühl sollte dem des Grundbieres entsprechen. Körper und Karbonisierung sollte ebenfalls dem Grundbier entsprechen. Einige Würzzutaten können dem Bier einen zusätzlichen Körper verleihen und/oder sogar eine gewisse Speichelförderung begünstigen, obwohl weitere Zutaten vergärbar sein können und das Bier somit leichter erscheinen lassen. Einige Würzzutaten können zu einer Adstringenz führen, ein „roher“ Gewürzcharakter ist nicht erwünscht.
AussehenDas Aussehen, bzw. die Farbe des Bieres sollte das verwandte Grundbier reflektieren. Bei helleren Bieren kann die Farbe der Würzzutaten die Farbe des Bieres, bzw. die Farbe der Schaumkrone beeinflussen. Kann etwas trübe, aber auch klar sein. Die Haltbarkeit der Schaumkrone kann durch einige Würzzutaten negativ beeinflusst werden (so z.B. bei Schokolade).
KommentierungDie Ausgewogenheit der Schlüssel für ein gut gemachtes Bier mit Würzzutaten. Die eingesetzten Würzzutaten sollte das Grundbier komplementieren und nicht dominieren. Der Brauer sollte sich im Klaren sein, dass einige Kombinationen von Grundbier und Würzzutaten gut für einander geeignet sind, andere nicht. Im Sinne der Bewertung sollte immer angegeben werden, um welche Art von Grundbier, wie auch um welche Würzzutaten es sich handelt. Der Charakter des Grundbieres muss erkennbar sein. Der individuelle Charakter einer Würzzutat kann schwer zu identifizieren sein, wenn in Kombination mit anderen eingesetzt. Diese Kategorie kann auch für kaffee- oder schokoladenbasierende Biere genutzt werden. Viele gewürzbasierende belgische Biere können auch in Kategorie 19E eingesetzt werden. Biere, die nur zusätzliche gärungsgeeignete Zutaten nutzen (so z.B. Honig, Ahornsirup, Melasse, Zucker etc.) sollten in der Kategorie Spezialbiere bewertet werden.
Zutatenvariieren
Kommerzielle BeispieleCave Creek Chili Beer, Buffalo Bill’s Pumpkin Ale, Stoney Creek Vanilla Porter, Redhook Double Black Stout, Young’s Double Chocolate Stout, Traquair Jacobite Ale, Bell’s Java Stout, Bell’s Harry Magill’s Spiced Stout, Left Hand JuJu Ginger Beer, BluCreek Herbal Ale, Dogfish Head Chicory Stout, Fraoch Heather Ale, Dogfish Head Punkin Ale, Dogfish Head Midas Touch, Christian Moerlein Honey Almond, Rogue Chocolate Porter, Mexicali Rogue, Rogue Hazelnut Nectar, Rogue Chocolate Stout..

Quelle: BJCP.org
Quelle: kgbrauereien.org

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