Roggenbier

GeschmackKornartig, moderat-niedriger bis moderat-starker würziger Roggen-Geschmack, oft mit einem Anflug eines kernigen Geschmacks nach Roggen oder Pumpernickelbrot. Mittlere bis mittel-niedrige Bittere und ein wenig anfänglich Malzsüße (manchmal in Richtung Karamel) sind möglich bis dann der hefige und roggenbasierende Charakter den Geschmack dominiert. Niedriger bis moderater Weizen-Hefe-Charakter (Banane, Nelke und manchmal Citrus), obwohl die Ausgewogenheit nicht immer gegeben sein muss. Mittel trocken, kornartiger Abgang mit einem bissigen, leicht bitteren (kommt vom Roggen) Nachgeschmack. Niedriger bis moderater Edelhopfenanklang ist in Ordnung und kann auch noch im Nachgeschmack erkennbar sein. Kein Diacetyl.
AromaLeichtes bis moderates würziges Roggenaroma gemischt mit einem leichten bis moderatem Weizen-Hefe Aroma (würzige Nelken und Fruchtester, entweder Banane oder Citrus). Leichtes Edelhopfenaroma ist akzeptabel. Kann ein etwas saures Aroma vom Roggen, bzw. von der Hefeaktivität haben. Kein Diacetyl.
MundgefühlMittlerer bis mittel-voller Körper. Viel Kohlensäure. Etwas Säure möglich.
AussehenLeicht kupfern-orange bis sehr dunkel rötlich oder kupferbraun. Üppige cremige beige bis gebräunte Schaumkrone, dicht und langanhaltend (oft dick und „zerklüftet“). Trübe Erscheinung.
KommentierungEs gibt einige U.S. amerikanische Varianten eines Roggenbieres, wie auch einige Biere, die mit Roggen einen roggentypischen Charakter erhalten sollen – zwecks einer Verkostung sollten diese Biere nicht mit einem traditionellen Roggenbier verglichen werden. Roggen ist eine spelzenlose Kornart und ist somit schwierig zu maischen, bzw. zu läutern, denn es entsteht oft eine klebrige Masse die schwer zu verarbeiten ist. Roggen soll den wohl ausgeprägtesten Geschmack von allen Kornarten haben. Es ist nicht in Ordnung Kümmelsamen dem Bier beizugeben (so wie es einige U.S. amerikanische Brauer machen) – der Roggencharakter sollte alleine vom Roggen kommen.
ZutatenRoggenmalz wird in der Regel mit 50% genutzt (hin und wieder bis 60-65%). Der Rest kann helles Malz, Münchner, Weizen, Kristallmalz beinhalten, sowie kleine Mengen an entbitterten dunklen Malzen, um die Farbe zu beeinflussen. Die Weizen-Hefe sorgt für den typischen Bananen-Ester, wie auch für die Nelken-Phenole. Etwas Einsatz von Edelhopfen für Bittere, Geschmack und Aroma. Niedrige Vergärungstemperaturen akzentuieren den Nelkencharakter und unterbinden die Esterformation. Dekoktionsmaische normalerweise angewandt (so wie beim Weizenbier).
Kommerzielle BeispielePaulaner Roggen, Bürgerbräu Wolznacher Roggenbier.

Quelle: BJCP.org
Quelle: kgbrauereien.org

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