Speziell gewürztes Weihnachts- oder Winterbier

GeschmackViele Interpretationen sind möglich. Bei der Bewertung sollte Flexibilität, bzw. Platz für Kreativität erlaubt sein, so lange das Bier ausgewogen ist und etwas Gewürzcharakter aufweist. Gewürze, die sich mit der Weihnachtssaison assoziieren lassen sind typisch (so wie der Sektion Aroma erwähnt). Die Gewürze und weitere vergärbare Zutaten sollten den Charakter des Bieres unterstützen und sollten sich mit dem Grundbier harmonisch verbinden. Üppige, malzige und/oder süße malzbasierende Geschmacksnoten sind üblich und zeigen in der Regel den Charakter von Karamell, Toas, Nuss oder Schokolade. Kann an einige getrocknete Früchte oder getrocknete Fruchtschalen erinnern, wie z.B. Rosinen, Pflaume, Feige, Orangen- oder Zitronenschale. Kann charakteristische Geschmacksnoten von einigen vergärbaren Zutaten aufweisen, wie z.B. Melasse, Honig, Rohrzucker etc., allerdings sind diese Elemente nicht zwingend. Ein leichter Fichten- oder anderer Charakter eines Nadelbaums ist optional, kommt aber in einigen Bieren vor. Die Bandbreite der besonderen Zutaten sollte den Charakter des Bieres unterstützen, ausgewogen, bzw. nicht so dominant sein, dass das Grundbier in den Hintergrund tritt. Bittere und Hopfengeschmack ist in der Regel nicht sehr ausgeprägt, damit diese nicht mit den anderen geschmacklichen Charakteristika des Bieres kollidieren. Der Abgang ist in der Regel voll und angenehm befriedigend und weist etwas alkoholischen Geschmack auf. Röstmalzgeschmäcker sind selten und normalerweise nicht stärker als Schokolade.
AromaEine breite Anzahl von Aromen ist in dieser Kategorie möglich, allerdings zeigen Beispiele dieser Sorte Anklänge von Weihnachtsplätzchen, Spekulatius, englischem Christmas Pudding, Fichtenzäpfchen oder eher „betörenden“ Gewürzen. Jede Kombination aus Aromen, die Assoziationen mit den weihnachtlichen Feiertagen weckt, ist angebracht. Das zugrunde gelegte Bier hat in der Regel ein malziges Profil, welches die aromatischen Eigenschaften der Gewürze und andere weiterer Zutaten gut unterstützt. Andere vergärbare Zutaten, wie z.B. Honig, Melasse, Ahornsirup etc.) leisten ihren eigenen aromatischen Beitrag. Hopfenaromen sind oft nicht vorhanden, manchmal unterschwellig oder sonst tendentiell würzig. Ein wenig Fruchtcharakter (so wie das von getrockneten Citrusschalen oder getrockneten Früchten, wie Rosinen oder Pflaumen) ist optional, bzw. akzeptabel. Alkoholische Aromen können in einigen Beispielen auftauchen, sollten aber kaum erkennbar sein. Das Gesamtaromabild sollte Ausgewogenheit zeigen, bzw. kann sich sehr komplex und interessant zeigen.
MundgefühlEine große Bandbreite an Interpretationen ist möglich. Der Körper ist generell mittel bis voll und eine gewisse malzige Viskosität ist vorhanden. Die Karbonisierung reicht von niedrig bis moderat hoch. Viele Beispiele zeigen einen gewissen gut gelagerten, wärmenden Alkoholcharakter, ohne besonders brennend zu wirken. Die Biere müssen übermässig alkoholisch sein, um diesen wärmenden Effekt aufzuweisen.
AussehenGenerell mittel bernstein bis sehr dunkles braun (dunklere Versionen kommen häufiger vor). Normalerweise klar, allerdings können dunklere Versionen manchmal lichtundurchlässig sein. Etwas Kältetrübung ist möglich. Generell eine charaktervolle Schaumkrone, die von beige bis gebräunt reicht.
KommentierungDie Ausgewogenheit ist der Schlüssel für ein gut gemachtes Weihnachtsbier. Die besonderen Zutaten sollten das Grundbier gut ergänzen und nicht dominieren. Der Brauer sollte sich bewusst sein, dass einige Kombinationen von besonderen Zutaten mit einem bestimmten Grundbier gut zusammenarbeiten, andere Kombinationen nicht. Im Sinne einer Bewertung KANN die einreichende Person das Grundbier, sowie die besonderen Zutaten angeben. Das Bier muss Gewürze als Zutat aufweisen und KANN andere vergärbare Zutaten enthalten (z.B. Zucker, Sirup, Melasse etc.) oder Früchte. Falls das Grundbier einer klassischen Biersorte entspricht, sollte der Typus dieser Biersorte in Aroma und Geschmack noch erkennbar sein. So wie Gewürze, Kräuter oder zusätzliche vergärbare Zutaten verwandt werden, sollten alle Zutaten sensorisch erkennbar sein (nicht zwingend einzelnen, bzw. wie geschrieben ist Ausgewogenheit und Eingebundenheit in Aroma und Geschmack des Bieres ist das höchste Kriterium bei dieser Sorte). Englische Winter Warmers (einige sind möglicherweise als Weihnachtsbier deklariert) sind in der Regel nicht gewürzhaltig und sollten als ein Old Ale bewertet werden. Kopien kommerzieller belgischer Weihnachtsbiere sollten in der Kategorie Belgische Spezialbiere bewertet werden.
ZutatenGenerell sind in dieser Kategorie obergärige Biere zu finden, allerdings existieren auch einige dunkle untergärige Biere. Gewürze sind obligatorisch und sollten solche beinhalten, die sich mit Weihnachten assoziieren lassen (z.B. Jamaikapfeffer, Muskatnuss, Zimt, Nelken, Ingwer etc.), allerdings ist jede sinnvolle Kombination, bzw. Kreativität explizit erwünscht. Fruchtschalen (z.B. von Orangen oder Zitronen) können eingesetzt werden, so wie der verhaltene Einsatz von Früchten. Eine große Bandbreite von Malzsorten kann eingesetzt werden, besonders solche, die den Geschmack und das Aroma von dunklen Früchten und Karamell fördert. Geschmacksauffallende vergärbare Zutaten werden oft angewandt (wie z.B. Melasse, Invertzucker, Rohrzucker, Honig oder Ahornsirup etc.).
Kommerzielle BeispieleAnchor Our Special Ale, Harpoon Winter Warmer, Weyerbacher Winter Ale, Goose Island Christmas Ale, North Coast Wintertime Ale, Great Lakes Christmas Ale, Samuel Adams Winter Lager.

Quelle: BJCP.org
Quelle: kgbrauereien.org

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