Hobbybrauer wird plötzlich Profi
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HankSchrader
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Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Hallo an Alle!
Ich bin seit einigen Jahren Hobbybrauer und habe nun ganz Plötzlich die Gelegenheit, eine Mikrobrauerei als Brauer (angestellt und quasi alleine) zu übernehmen. Da kommen plötzlich 1000 Fragen auf. Wäre es in Ordnung wenn ich die Geschichte mal kurz erzähle und dann meine Fragen hier los werde? Es ist ja ein "Hobbybrauerforum" und keines für Profis. Deshalb frage ich lieber vorher mal. Wenn es ok ist, schreibe ich (sowie Zeit ist) kurz die Geschichte dazu und wäre dann für jeden Input dankbar!
LG Alf
Ich bin seit einigen Jahren Hobbybrauer und habe nun ganz Plötzlich die Gelegenheit, eine Mikrobrauerei als Brauer (angestellt und quasi alleine) zu übernehmen. Da kommen plötzlich 1000 Fragen auf. Wäre es in Ordnung wenn ich die Geschichte mal kurz erzähle und dann meine Fragen hier los werde? Es ist ja ein "Hobbybrauerforum" und keines für Profis. Deshalb frage ich lieber vorher mal. Wenn es ok ist, schreibe ich (sowie Zeit ist) kurz die Geschichte dazu und wäre dann für jeden Input dankbar!
LG Alf
Grüße Crazyalf
Youtube Guinness Clone Brautag https://youtu.be/Ma6ayT-c694
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Colindo
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Hallo Alf,
die meisten Fragen in die Richtung gibt es im Unterforum "Brauen und Recht". Schau doch mal rein, vielleicht kannst du dort bereits ein paar Antworten finden. Gegen mehr Fragen hat hier aber sicher niemand etwas, der Übergang zum Profi ist ja fließend.
die meisten Fragen in die Richtung gibt es im Unterforum "Brauen und Recht". Schau doch mal rein, vielleicht kannst du dort bereits ein paar Antworten finden. Gegen mehr Fragen hat hier aber sicher niemand etwas, der Übergang zum Profi ist ja fließend.
Auf Youtube: The British Pint
Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Ja klar, ist ja immer wieder spannend zu lesen. Du musst dir halt bewusst sein das die Antworten halt auch zu 95% aus Hobbybrauersicht beantwortet werden.
Cheers
Jan
Cheers
Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.ulmer.de/usd-7118422/bier-brauen-.html
Die Seite zum Buch "Bier verstehen" https://www.ulmer.de/usd-6840552/bier-verstehen-.html
https://headlessbrewer.wordpress.com/
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HankSchrader
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Na dann woll´n wir mal....
Also, ich bin Hobbybrauer seit 2021, habe mir vor zwei Jahren eine größere Garage extra für´s Brauen gebaut und mir halbwegs vernünftiges Equipment gekauft. Ich braue auf einem Brewzilla Gen. 4, 65L und vergäre gesteuert in Kegs mit Spundung. Ich fülle in Kegs und Flaschen ab mittels Itap und etikettiere mit Rollenetiketten und Maschine. Meine Lieblingsbiere sind IPA´s ,durch 30 Jahre USA Reisen (liebe Grüße an die Market Garden in Cleveland, lieber Jan ;-)). Dort saß ich in den letzten Jahren immer wie ein staunendes Kind in den Mikrobrauereien und habe mir gedacht: Sowas will ich auch mal machen! Ich war Zeit meines Lebens selbstständig in der Gastronomie tätig, wobei ich die letzten 22 Jahre eine Betriebskantine leitete. Diese habe ich, entnervt durch Corona und den ständigen Stress, freiwillig vor 2 Jahren aufgegeben und mein Leben mal etwas runter gefahren. Ich bin 55 und hatte einfach gemerkt, noch 2 Wochen und ich breche zusammen. Vor allem Mental. Genug geheult...
Es geht uns zwar finanziell nicht schlecht, aber ich bekomme, oder bekam, auch keine Hilfe vom Staat auf Grund der Selbstständigkeit. Also liebäugelte ich immer mit einer eigenen, kleinen Brauerei. Aber so sehr ich auch rechnete und plante, ich kam nie auf ein für mich zufriedenstellendes Ergebnis. Zunächst die ganzen rechtlichen Aspekte, dann die betriebswirtschaftlichen Sachen, Marketing und und und. Es gab halt mit Raum,- Material,- Personal,- Anschaffungs,- und allen anderen Kosten kein Szenario in dem ich mit meinem Hobby vernünftig Geld verdient hätte. Vor 30 Jahren, mit 25, hätte mich das alles nicht gestört und ich hätte mich verschuldet und ins Abenteuer gestürzt. Heute undenkbar. Und ich kann an dieser Stelle auch allen, die mit dem Gedanken spielen das Hobby zum Beruf in Eigenregie zu machen, nur raten: rechnet nicht ein,- sondern 5 mal!
Ich lebe im Harz und bemerkte neulich eine Pizzeria in unserer Stadt, welche vorher in einer 10km entfernten anderen Kleinstadt war. Die Pizza sah super aus, wurde per Stück verkauft und so kamen wir ins Gespräch. Dabei kam heraus, dass in dieser Kleinstadt am Fuße des Brockens eine Brauerei auf dem Schloss mit angeschlossenem Kloster entstehen soll. Da wurde ich natürlich hellhörig und begann nachzuforschen. Ich fuhr also dorthin, genau in die Stadt, in welcher ich zuvor über 20 Jahre lang meine Kantine betrieben hatte. 6km von meinem Wohnort entfernt, easy mit dem Fahrrad zu erreichen. Ich sprach mit dem vor Ort anwesenden Mitarbeiter des Klosters und der zeigte mir, wo einmal die Brauerei geplant sei. Ein riesiges Kellergewölbe, schön kühl, mit eigenem Zugang, alles gerade im Ausbau. Ich erkundigte mich nach dem Chef der Sache und es war eine Stiftung zur Erhaltung des Schlosses und Klosters mit GmbH und deren Vorsitz hat ein sehr bekannter, älterer Herr mit weitreichendem Netzwerk. Zur Verdeutlichung: Dieser Herr hat gerade für sehr viel Geld eine alte Kirche hier in ein hochmodernes Konzerthaus umbauen lassen, saß im Aufsichtsrat der Hasseröder Brauerei und wollte diese für einen dreistelligen Millionenbetrag Euro Kaufen. Er hatte damals schon ein Drittel davon von Sponsoren und Investoren zusammen, die Sache scheiterte aber letztlich an ABInBev. Aber der Mann weiß was er will und er will halt eine Brauerei. Auch wenn wenig Mittel vorhanden sind. Und so hat er im Ruhrgebiet zu Corona Zeiten eine 7,5 HL Brauerei (2- Geräte Sudhaus) mit insgesamt 6 einzeln kühlbaren ZKG´s (4x 700L und 2x 1500L), Plattenwärmetauscher, Kühlzelle, Kabinenreiniger für Flaschen und Keg´s, Etikettiermaschine, Haferboy, Kegs, Flaschen usw. gekauft und eingelagert. Jetzt wurde der Keller ausgebaut. Mit allem: Umkleide, Dusche, Büro, Glastüren als Schauglas zur Brauerei, Lager für Malz, Lager für Fässer und Flaschen. Oben drüber kommt ein Grieche (nein, ich weiß nicht warum ausgerechnet ein Grieche in einem Kloster/Schloss) und dieser soll, unter anderem, das Bier verkaufen. Wir haben aber unten, direkt neben der Brauerei im kühlen Keller, unfassbar schöne Räumlichkeiten, in denen man Bier an den Mann bringen könnte. Praktisch ein Tap Room deluxe. Aber es fehlt momentan noch das Geld zum Ausbau.
Nun, ich bin der Einzige Angestellte. Es waren noch weitere Brauer in der Verlosung. Auch ein Diplom Brauer mit viel Erfahrung von Beck´s. Das Problem ist irgendwie, die Brauer der Industriebrauereien haben großes theoretisches Wissen, sitzen aber vor großen PC Bildschirmen und haben vom handwerklichen und täglichen Umgang mit Allem nicht mehr so viel praxisnahe Erfahrung. Das ist nicht despektierlich gemeint, aber ich wurde kürzlich von einem Brauer der Hasseröder mal mit tief in alle Katakomben der Brauerei genommen (was unfassbar interessant und aufschlussreich war), und sie kommen halt mit dem eigentlichen Brauprozess nicht wirklich Berührung. Allerdings werden ihnen auch viele Weiterbildungsangebote usw. gemacht, das will ich nicht unterschlagen. Was sie mir aber nicht sagen können: Welchen Hebel muss ich am Sudwerk umlegen, um den Vorlauf einzuläuten? Mit welcher Chemie desinfiziere ich? Mit welcher Lauge, Säure, Desi, wie heiß, in welcher Konzentration und vor allem WIE und WANN und welchem Schlauch, kriege ich die Chemie in die ZKG´s, Maische,- und Läuterbottiche? Die drücken auf einen Knopf, und dann läuft alles dahin, wo es soll. Wie bekomme ich das warme Wasser, welches ich vorher vom HLT, also Warmwassertank, genommen habe für den Nachguss usw., wieder nach dem Wärmetauscher zurück in den Boiler? Wenn ich unter dem Läuterbottich keinen Stauraum für die abgeläuterte Würze habe, muss ich sie gleich rüber pumpen in den Maische,- bzw. dann ja Kochkessel. Im gleichen Augenblick aber auch den Nachguss aufpumpen. Wie geht das, mit nur einer Pumpe verbaut in der Anlage?
Viele Dinge werden sich in der täglichen Arbeit natürlich ergeben, aber ich merke gerade, es ist schon ein ordentlicher Sprung vom Hobby,- zum Berufsbrauer. Da ist ein anderer Hobbybrauer, der mitwirken will. Sehr jung und sehr engagiert (und auch kompetent), wohnt aber leider weiter weg und kann im täglichen Geschäft deshalb nicht immer da sein. Was ist das Beste für mich dort als Brauer und die Brauerei? Eine Halbtagsstelle wird vergeben. Lieber einen jungen Brauer, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht, oder einen guten Mitarbeiter, der für alle anderen Dinge täglich verfügbar wäre? Ich möchte gerne auf der Arbeit mit jemandem fachsimpeln, brauche aber auch entsprechend Hilfe beim Säcke tragen, Schroten, Fässer stapeln. Will sagen: jeden Tag ist etwas völlig anderes zu tun. Aber das ist ja auch das Schöne an der Sache.
Ich habe halt 1000 Fragen. Die kann ich euch natürlich hier nicht alle stellen. Deshalb würde ich sagen, wir bringen einfach durch ein paar Meinungen eine Diskussion in Gang, denn echt, jeder Input hat Wert für mich (gerade in diesem tollen Forum) und ich antworte immer wenn ich explizit erwähnt werde. Dann kann ich auch gleich neue Frage, von denen es täglich hundert gibt, loswerden. Ich bedanke mich schon mal!
Also, ich bin Hobbybrauer seit 2021, habe mir vor zwei Jahren eine größere Garage extra für´s Brauen gebaut und mir halbwegs vernünftiges Equipment gekauft. Ich braue auf einem Brewzilla Gen. 4, 65L und vergäre gesteuert in Kegs mit Spundung. Ich fülle in Kegs und Flaschen ab mittels Itap und etikettiere mit Rollenetiketten und Maschine. Meine Lieblingsbiere sind IPA´s ,durch 30 Jahre USA Reisen (liebe Grüße an die Market Garden in Cleveland, lieber Jan ;-)). Dort saß ich in den letzten Jahren immer wie ein staunendes Kind in den Mikrobrauereien und habe mir gedacht: Sowas will ich auch mal machen! Ich war Zeit meines Lebens selbstständig in der Gastronomie tätig, wobei ich die letzten 22 Jahre eine Betriebskantine leitete. Diese habe ich, entnervt durch Corona und den ständigen Stress, freiwillig vor 2 Jahren aufgegeben und mein Leben mal etwas runter gefahren. Ich bin 55 und hatte einfach gemerkt, noch 2 Wochen und ich breche zusammen. Vor allem Mental. Genug geheult...
Es geht uns zwar finanziell nicht schlecht, aber ich bekomme, oder bekam, auch keine Hilfe vom Staat auf Grund der Selbstständigkeit. Also liebäugelte ich immer mit einer eigenen, kleinen Brauerei. Aber so sehr ich auch rechnete und plante, ich kam nie auf ein für mich zufriedenstellendes Ergebnis. Zunächst die ganzen rechtlichen Aspekte, dann die betriebswirtschaftlichen Sachen, Marketing und und und. Es gab halt mit Raum,- Material,- Personal,- Anschaffungs,- und allen anderen Kosten kein Szenario in dem ich mit meinem Hobby vernünftig Geld verdient hätte. Vor 30 Jahren, mit 25, hätte mich das alles nicht gestört und ich hätte mich verschuldet und ins Abenteuer gestürzt. Heute undenkbar. Und ich kann an dieser Stelle auch allen, die mit dem Gedanken spielen das Hobby zum Beruf in Eigenregie zu machen, nur raten: rechnet nicht ein,- sondern 5 mal!
Ich lebe im Harz und bemerkte neulich eine Pizzeria in unserer Stadt, welche vorher in einer 10km entfernten anderen Kleinstadt war. Die Pizza sah super aus, wurde per Stück verkauft und so kamen wir ins Gespräch. Dabei kam heraus, dass in dieser Kleinstadt am Fuße des Brockens eine Brauerei auf dem Schloss mit angeschlossenem Kloster entstehen soll. Da wurde ich natürlich hellhörig und begann nachzuforschen. Ich fuhr also dorthin, genau in die Stadt, in welcher ich zuvor über 20 Jahre lang meine Kantine betrieben hatte. 6km von meinem Wohnort entfernt, easy mit dem Fahrrad zu erreichen. Ich sprach mit dem vor Ort anwesenden Mitarbeiter des Klosters und der zeigte mir, wo einmal die Brauerei geplant sei. Ein riesiges Kellergewölbe, schön kühl, mit eigenem Zugang, alles gerade im Ausbau. Ich erkundigte mich nach dem Chef der Sache und es war eine Stiftung zur Erhaltung des Schlosses und Klosters mit GmbH und deren Vorsitz hat ein sehr bekannter, älterer Herr mit weitreichendem Netzwerk. Zur Verdeutlichung: Dieser Herr hat gerade für sehr viel Geld eine alte Kirche hier in ein hochmodernes Konzerthaus umbauen lassen, saß im Aufsichtsrat der Hasseröder Brauerei und wollte diese für einen dreistelligen Millionenbetrag Euro Kaufen. Er hatte damals schon ein Drittel davon von Sponsoren und Investoren zusammen, die Sache scheiterte aber letztlich an ABInBev. Aber der Mann weiß was er will und er will halt eine Brauerei. Auch wenn wenig Mittel vorhanden sind. Und so hat er im Ruhrgebiet zu Corona Zeiten eine 7,5 HL Brauerei (2- Geräte Sudhaus) mit insgesamt 6 einzeln kühlbaren ZKG´s (4x 700L und 2x 1500L), Plattenwärmetauscher, Kühlzelle, Kabinenreiniger für Flaschen und Keg´s, Etikettiermaschine, Haferboy, Kegs, Flaschen usw. gekauft und eingelagert. Jetzt wurde der Keller ausgebaut. Mit allem: Umkleide, Dusche, Büro, Glastüren als Schauglas zur Brauerei, Lager für Malz, Lager für Fässer und Flaschen. Oben drüber kommt ein Grieche (nein, ich weiß nicht warum ausgerechnet ein Grieche in einem Kloster/Schloss) und dieser soll, unter anderem, das Bier verkaufen. Wir haben aber unten, direkt neben der Brauerei im kühlen Keller, unfassbar schöne Räumlichkeiten, in denen man Bier an den Mann bringen könnte. Praktisch ein Tap Room deluxe. Aber es fehlt momentan noch das Geld zum Ausbau.
Nun, ich bin der Einzige Angestellte. Es waren noch weitere Brauer in der Verlosung. Auch ein Diplom Brauer mit viel Erfahrung von Beck´s. Das Problem ist irgendwie, die Brauer der Industriebrauereien haben großes theoretisches Wissen, sitzen aber vor großen PC Bildschirmen und haben vom handwerklichen und täglichen Umgang mit Allem nicht mehr so viel praxisnahe Erfahrung. Das ist nicht despektierlich gemeint, aber ich wurde kürzlich von einem Brauer der Hasseröder mal mit tief in alle Katakomben der Brauerei genommen (was unfassbar interessant und aufschlussreich war), und sie kommen halt mit dem eigentlichen Brauprozess nicht wirklich Berührung. Allerdings werden ihnen auch viele Weiterbildungsangebote usw. gemacht, das will ich nicht unterschlagen. Was sie mir aber nicht sagen können: Welchen Hebel muss ich am Sudwerk umlegen, um den Vorlauf einzuläuten? Mit welcher Chemie desinfiziere ich? Mit welcher Lauge, Säure, Desi, wie heiß, in welcher Konzentration und vor allem WIE und WANN und welchem Schlauch, kriege ich die Chemie in die ZKG´s, Maische,- und Läuterbottiche? Die drücken auf einen Knopf, und dann läuft alles dahin, wo es soll. Wie bekomme ich das warme Wasser, welches ich vorher vom HLT, also Warmwassertank, genommen habe für den Nachguss usw., wieder nach dem Wärmetauscher zurück in den Boiler? Wenn ich unter dem Läuterbottich keinen Stauraum für die abgeläuterte Würze habe, muss ich sie gleich rüber pumpen in den Maische,- bzw. dann ja Kochkessel. Im gleichen Augenblick aber auch den Nachguss aufpumpen. Wie geht das, mit nur einer Pumpe verbaut in der Anlage?
Viele Dinge werden sich in der täglichen Arbeit natürlich ergeben, aber ich merke gerade, es ist schon ein ordentlicher Sprung vom Hobby,- zum Berufsbrauer. Da ist ein anderer Hobbybrauer, der mitwirken will. Sehr jung und sehr engagiert (und auch kompetent), wohnt aber leider weiter weg und kann im täglichen Geschäft deshalb nicht immer da sein. Was ist das Beste für mich dort als Brauer und die Brauerei? Eine Halbtagsstelle wird vergeben. Lieber einen jungen Brauer, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht, oder einen guten Mitarbeiter, der für alle anderen Dinge täglich verfügbar wäre? Ich möchte gerne auf der Arbeit mit jemandem fachsimpeln, brauche aber auch entsprechend Hilfe beim Säcke tragen, Schroten, Fässer stapeln. Will sagen: jeden Tag ist etwas völlig anderes zu tun. Aber das ist ja auch das Schöne an der Sache.
Ich habe halt 1000 Fragen. Die kann ich euch natürlich hier nicht alle stellen. Deshalb würde ich sagen, wir bringen einfach durch ein paar Meinungen eine Diskussion in Gang, denn echt, jeder Input hat Wert für mich (gerade in diesem tollen Forum) und ich antworte immer wenn ich explizit erwähnt werde. Dann kann ich auch gleich neue Frage, von denen es täglich hundert gibt, loswerden. Ich bedanke mich schon mal!
Grüße Crazyalf
Youtube Guinness Clone Brautag https://youtu.be/Ma6ayT-c694
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Safari-Guide
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Da wünsche ich doch mal viel Erfolg und drücke die Daumen, dass alles gut geht!!!
Solange du dich mit dem „Sponsor“ gut verstehst, dann sollte das eine gute Sache werden.
Nach dem Durchlesen hatte ich spontan folgende Gedanken:
- Fang nicht mit zu viel „exotischen“ Bieren (wie einem IPA in D) an, erst mal ein schönes, süffiges Kellerbier etc. Ist da viel wichtiger für den Absatz
- Als zweiten Angestellten würde ich mir einen praktisch veranlagten Maschinenbauer / Elektrotechniker etc. Suchen, du musst das ganze Equipment ja in Betrieb nehmen, steuern und warten. Kenntnisse im Brauprozess sind da in meinen Augen zweitrangig bzw. Die bringst du ein. Eine „HiWi“ zum Säcke schleppen usw findest du immer noch später
Halt uns mal weiter auf dem Laufenden!
Erik
Solange du dich mit dem „Sponsor“ gut verstehst, dann sollte das eine gute Sache werden.
Nach dem Durchlesen hatte ich spontan folgende Gedanken:
- Fang nicht mit zu viel „exotischen“ Bieren (wie einem IPA in D) an, erst mal ein schönes, süffiges Kellerbier etc. Ist da viel wichtiger für den Absatz
- Als zweiten Angestellten würde ich mir einen praktisch veranlagten Maschinenbauer / Elektrotechniker etc. Suchen, du musst das ganze Equipment ja in Betrieb nehmen, steuern und warten. Kenntnisse im Brauprozess sind da in meinen Augen zweitrangig bzw. Die bringst du ein. Eine „HiWi“ zum Säcke schleppen usw findest du immer noch später
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Erik
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dierabenfliegen
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Spannende Geschiche und viel Erfolg.
Zu den brautechnischen Fragen kann ich wenig beitragen, aber ich habe selbst mal eine kleine Firma geleitet, die einem "Sponsor" gehört hat. Deshalb die Frage, bist du dann Geschäftsführer/Prokurist der Brauerei (vermute mal das wird / ist eine GmbH)? Musst du dich um Buchhaltung in der Brauerei kümmern? Koordination Steuerberater etc.?
Ich kenne ein paar kleinere Brauereien und alle haben mind. einen gelernten Brauer / Braumeister / Diplom Brauer. Daher würde ich, wenn ich an deiner Stelle wäre, mir einen Brauer suchen, der mit mir zusammen das aufbaut. Es gibt ja noch mehr Brauer als Hobbybrauer und "Becks-Brauer"
Duie Frage ist nur, welches Budget du für die Halbtagesstelle hast.
Es gibt ja auch die Möglichkeit, dass du in 5 bis 10 Jahren auf die Halbtagesstelle wechselst und der Brauer dann die Brauerei leitet...
Zu den brautechnischen Fragen kann ich wenig beitragen, aber ich habe selbst mal eine kleine Firma geleitet, die einem "Sponsor" gehört hat. Deshalb die Frage, bist du dann Geschäftsführer/Prokurist der Brauerei (vermute mal das wird / ist eine GmbH)? Musst du dich um Buchhaltung in der Brauerei kümmern? Koordination Steuerberater etc.?
Ich kenne ein paar kleinere Brauereien und alle haben mind. einen gelernten Brauer / Braumeister / Diplom Brauer. Daher würde ich, wenn ich an deiner Stelle wäre, mir einen Brauer suchen, der mit mir zusammen das aufbaut. Es gibt ja noch mehr Brauer als Hobbybrauer und "Becks-Brauer"
Es gibt ja auch die Möglichkeit, dass du in 5 bis 10 Jahren auf die Halbtagesstelle wechselst und der Brauer dann die Brauerei leitet...
Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Wow, das ist mal 'ne echte Herausforderung. Das würde mich sogar in meinem Alter noch reizen. Ich meine, ich hätte hier schonmal was über diese Brauerei gelesen, kann das sein?
Nunja, was kann man (ohne eigene Erfahrungen diesbezüglich) raten?
Machs nicht alleine, ich denke, das ist zuviel für einen.
Was das Marketing betrifft, wenn du da keine Erfahrungen hast, machs nicht selber.
Und in die Anlage musst du dich erstmal richtig reinfuchsen und viel probieren. Und ein Maschinenbauer oder Elektrotechniker an deiner Seite wäre m.E. ratsam.
Wünsche dir, das alles so läuft wie geplant.
Gruß, Peter.
Nunja, was kann man (ohne eigene Erfahrungen diesbezüglich) raten?
Machs nicht alleine, ich denke, das ist zuviel für einen.
Was das Marketing betrifft, wenn du da keine Erfahrungen hast, machs nicht selber.
Und in die Anlage musst du dich erstmal richtig reinfuchsen und viel probieren. Und ein Maschinenbauer oder Elektrotechniker an deiner Seite wäre m.E. ratsam.
Wünsche dir, das alles so läuft wie geplant.
Gruß, Peter.
Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Moin,
ich schließe mich Safari-Guide an: Mit IPA wirst Du auch aus meiner Sicht nicht erfolgreich sein. Viel Erfolg bei Deinem Vorhaben und komme hier ruhig mit Detailfragen um die Ecke.
VG, Markus
ich schließe mich Safari-Guide an: Mit IPA wirst Du auch aus meiner Sicht nicht erfolgreich sein. Viel Erfolg bei Deinem Vorhaben und komme hier ruhig mit Detailfragen um die Ecke.
VG, Markus
"Durst ist schlimmer als Heimweh"
Insofern dieser Beitrag nicht durch MOD MODE ON gekennzeichnet ist, enthält er lediglich die Meinung eines gewöhnlichen Benutzers
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Hallo,
als eher optimistischer Mensch und keiner der gern morbides Gedankengut verbreitet, habe ich bei all deiner Euphorie für das Projekt, so meine Bedenken.
Der Harz ist touristisch nicht mehr das was er einmal war, ok. die schönen Nordharzstädte brummen immer, aber Ilsenburg hat dadurch auch massig Konkurrenz direkt vor der Haustür.
Leider hat der Hype um Gasthaus Brauereien seinen Zenit auch überschritten und im Harz gibt es schon ein paar.
Den allgemein sinkenden Alkohol Konsum sollte man auch nicht außer Acht lassen.
Was mir aber wirklich Sorgen macht ist deine Einleitung/Vorstellung in der du schreibst das - ich übersetze mal ins "Anglizistische" - dich der "Burnout" erwischt hat, wahrlich ein oft zu Unrecht belächeltes Syndrom.
Ich denke du hoffst, das dich der Spaß am Brauen, von dem zu erwartenden Stress, der unweigerlich bei so einem Unternehmen genau so auf dich einprasseln wird, wie bei deiner ehemaligen Kantine, soweit ablenken und stabilisieren wird, das du dies ignorieren kannst.
Wir haben es genau umgekehrt gemacht.
Ich war auch fast zwanzig Jahre in der Gastronomie selbstständig - mit einem Konditoreicafe in einem kleinen Kurort
Nach den lustigen Seehofer Reformen und der Bankenkrise haben wir damals die Reißleine gezogen und den Betrieb geschlossen und uns Arbeit gesucht.
Ich bin gelernter Bäcker, Koch und Konditor und am meisten Spaß macht mir das Kochen, also habe ich eine Stelle als Bäcker und Konditor vorgezogen - hört sich komisch und widersprüchlich an, aber ich wollte im Alltagsstress den Spaß am Kochen nicht verlieren und dies incl. extensiven Grillens, lieber als Ausgleich in der Freizeit machen.
Dies ist mein Ansatz, der kann für jeden Anderen genau umgekehrt sein, wer Spaß im Job hat braucht keinen so wichtigen Ausgleich im Privaten......
Eins ist sicher, wenn du dann in deinem Keller braust, werde ich dich bestimmt mal auf meinen häufigen Harzwanderungen besuchen.......
Ciao Christian
als eher optimistischer Mensch und keiner der gern morbides Gedankengut verbreitet, habe ich bei all deiner Euphorie für das Projekt, so meine Bedenken.
Der Harz ist touristisch nicht mehr das was er einmal war, ok. die schönen Nordharzstädte brummen immer, aber Ilsenburg hat dadurch auch massig Konkurrenz direkt vor der Haustür.
Leider hat der Hype um Gasthaus Brauereien seinen Zenit auch überschritten und im Harz gibt es schon ein paar.
Den allgemein sinkenden Alkohol Konsum sollte man auch nicht außer Acht lassen.
Was mir aber wirklich Sorgen macht ist deine Einleitung/Vorstellung in der du schreibst das - ich übersetze mal ins "Anglizistische" - dich der "Burnout" erwischt hat, wahrlich ein oft zu Unrecht belächeltes Syndrom.
Ich denke du hoffst, das dich der Spaß am Brauen, von dem zu erwartenden Stress, der unweigerlich bei so einem Unternehmen genau so auf dich einprasseln wird, wie bei deiner ehemaligen Kantine, soweit ablenken und stabilisieren wird, das du dies ignorieren kannst.
Wir haben es genau umgekehrt gemacht.
Ich war auch fast zwanzig Jahre in der Gastronomie selbstständig - mit einem Konditoreicafe in einem kleinen Kurort
Nach den lustigen Seehofer Reformen und der Bankenkrise haben wir damals die Reißleine gezogen und den Betrieb geschlossen und uns Arbeit gesucht.
Ich bin gelernter Bäcker, Koch und Konditor und am meisten Spaß macht mir das Kochen, also habe ich eine Stelle als Bäcker und Konditor vorgezogen - hört sich komisch und widersprüchlich an, aber ich wollte im Alltagsstress den Spaß am Kochen nicht verlieren und dies incl. extensiven Grillens, lieber als Ausgleich in der Freizeit machen.
Dies ist mein Ansatz, der kann für jeden Anderen genau umgekehrt sein, wer Spaß im Job hat braucht keinen so wichtigen Ausgleich im Privaten......
Eins ist sicher, wenn du dann in deinem Keller braust, werde ich dich bestimmt mal auf meinen häufigen Harzwanderungen besuchen.......
Ciao Christian
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HankSchrader
- Posting Klettermax

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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Na da war ja schon einiges Wissenswerte dabei! Vielen Dank schon mal! Ja, der Absatz des Bieres und das Marketing macht mir auch die größten Kopfschmerzen. Was die Konkurrenz betrifft, habe ich aber nicht so viele Bedenken. Mir fallen im Umkreis nur 4 Gasthaus Brauereien ein. Da müssen wir einfach sehr gutes Bier machen und immer dran bleiben. Schwer wird es allemal. Kann mir jemand einen Tipp bezüglich der Chemie geben? Ich brauche ja Lauge, Säure und wenn möglich ein Desinfektionsmittel in der Art von Starsan, was man nicht unbedingt nachspülen muss. Am besten in 5L Kanistern. Oder Bierschläuche in 32 oder 38mm mit 1,5" TC zu einem halbwegs bezahlbaren Preis. Oder überhaupt einen guten Lieferanten für Braubedarf im allgemeinen.
Grüße Crazyalf
Youtube Guinness Clone Brautag https://youtu.be/Ma6ayT-c694
Youtube Guinness Clone Brautag https://youtu.be/Ma6ayT-c694
Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Das eibnfachste ist, du suchst bei Google einen Anbieter. Die haben in der Regel Anwendungstechniker, die dich besuchen und mit dir zusammen einen Reinigungplan erstellen können. Will keine Werbung machen, deshalb gib mal bei Google 'brauerei reinigungsmittel deutschland' ein.HankSchrader hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 14:50 Na da war ja schon einiges Wissenswerte dabei! Vielen Dank schon mal! Ja, der Absatz des Bieres und das Marketing macht mir auch die größten Kopfschmerzen. Was die Konkurrenz betrifft, habe ich aber nicht so viele Bedenken. Mir fallen im Umkreis nur 4 Gasthaus Brauereien ein. Da müssen wir einfach sehr gutes Bier machen und immer dran bleiben. Schwer wird es allemal. Kann mir jemand einen Tipp bezüglich der Chemie geben? Ich brauche ja Lauge, Säure und wenn möglich ein Desinfektionsmittel in der Art von Starsan, was man nicht unbedingt nachspülen muss. Am besten in 5L Kanistern. Oder Bierschläuche in 32 oder 38mm mit 1,5" TC zu einem halbwegs bezahlbaren Preis. Oder überhaupt einen guten Lieferanten für Braubedarf im allgemeinen.
Hier findet sich z.B. ein Katalog einer der Firmen die du so finden würdest: https://www.asiral.de/brauerei-und-mine ... df_4178/1/
Cheers
Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.ulmer.de/usd-7118422/bier-brauen-.html
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https://headlessbrewer.wordpress.com/
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Zu deinen weiteren verfahrenstechnischen Fragen wäre es sicherlich am sinnvollsten den Anlagenbauer des Sudwerks hinzuzuziehen, falls es den noch gibt oder, falls es ihn nicht mehr gibt, mal im Netz danach zu suchen. Per Ferndiagnose wird es sehr schwer werden, festzustellen wie die Anlage konzipiert wurde und folglich wie die Prozessabläufe geplant sind.
Cheers
Jan
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Malzmoehre
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
An deiner Stelle würde ich mich mal bei anderen Kleinbraueren vorstellen. Oftmals ist die "Szene" gut vernetzt und hilfsbereit :)
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HankSchrader
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Super! Sowas habe ich gesucht. Da werde ich mich morgen mal melden.§11 hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 16:10Das eibnfachste ist, du suchst bei Google einen Anbieter. Die haben in der Regel Anwendungstechniker, die dich besuchen und mit dir zusammen einen Reinigungplan erstellen können. Will keine Werbung machen, deshalb gib mal bei Google 'brauerei reinigungsmittel deutschland' ein.HankSchrader hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 14:50 Na da war ja schon einiges Wissenswerte dabei! Vielen Dank schon mal! Ja, der Absatz des Bieres und das Marketing macht mir auch die größten Kopfschmerzen. Was die Konkurrenz betrifft, habe ich aber nicht so viele Bedenken. Mir fallen im Umkreis nur 4 Gasthaus Brauereien ein. Da müssen wir einfach sehr gutes Bier machen und immer dran bleiben. Schwer wird es allemal. Kann mir jemand einen Tipp bezüglich der Chemie geben? Ich brauche ja Lauge, Säure und wenn möglich ein Desinfektionsmittel in der Art von Starsan, was man nicht unbedingt nachspülen muss. Am besten in 5L Kanistern. Oder Bierschläuche in 32 oder 38mm mit 1,5" TC zu einem halbwegs bezahlbaren Preis. Oder überhaupt einen guten Lieferanten für Braubedarf im allgemeinen.
Hier findet sich z.B. ein Katalog einer der Firmen die du so finden würdest: https://www.asiral.de/brauerei-und-mine ... df_4178/1/
Cheers
Jan
Die Anlage bespreche ich momentan mit dem Vorbesitzer, der hilft schon sehr weiter. Ich habe auch einige Unterlagen. Wenn alles steht mache ich zwei Testläufe nur mit Wasser, dabei wird sich einiges ergeben.
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HankSchrader
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Das mache ich natürlich. Ich glaube einigen gehe ich schon zu sehr auf fie Nerven!Malzmoehre hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 17:01 An deiner Stelle würde ich mich mal bei anderen Kleinbraueren vorstellen. Oftmals ist die "Szene" gut vernetzt und hilfsbereit :)
Grüße Crazyalf
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Was ich schon schon von einigen gehört habe, die deinen Weg gegangen sind: Es reicht nicht zu glauben, gutes Bier zu brauen und nun kommen die Leute es zu kaufen. Sie mussten ihr Bier aktiv in die Region bringen, z.B. regionale Veranstaltungen, Vereine etc.
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HankSchrader
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Das machen wir natürlich. Ich spreche schon mit einigen befreundeten Gastronomen, die es mit in ihr Sortiment aufnehmen möchten. Social Media ist natürlich wichtig und wir schenken es dann auch vor Ort im eigenen Bierkeller in Zukunft aus. Gut wäre es bestimmt auch auf Stadtfesten usw. präsent zu sein.ggansde hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 18:20 Was ich schon schon von einigen gehört habe, die deinen Weg gegangen sind: Es reicht nicht zu glauben, gutes Bier zu brauen und nun kommen die Leute es zu kaufen. Sie mussten ihr Bier aktiv in die Region bringen, z.B. regionale Veranstaltungen, Vereine etc.
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Kann ich bestätigen. Für unsere Braugemeinschaft in Rumänien im Nebenerwerb, mit den Startvorteilen in einem Mineralwasserbetrieb angesiedelt zu sein, inklusive Brunnen, Abfüllanlage und Anlageningenieur etc., ist der Marktzugang das schwierigste. Große Craftbier-Brauereien aus Bukarest geben die Marge vor, die Wirte wollen Plastikbags statt Fässer, die Shops am liebsten Dosen. Das sind Hürden, die man anfangs nicht bedenkt. Deswegen macht eine SWOT- und Umweltanalyse vorher Sinn.ggansde hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 18:20 Was ich schon schon von einigen gehört habe, die deinen Weg gegangen sind: Es reicht nicht zu glauben, gutes Bier zu brauen und nun kommen die Leute es zu kaufen. Sie mussten ihr Bier aktiv in die Region bringen, z.B. regionale Veranstaltungen, Vereine etc.
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Stadt- und Dorffeste, Craftbeerfestivals, Netzwerke (bei uns der deutsch-rumänische Wirtschaftsclub, die deutsche Minderheit und Expats) sind eine gute, aber anstrengende Möglichkeit den Fuß in die Tür zu bringen - inklusive kostenloser Werbung durch die Veranstalter. Man braucht einen langen Atem. Bei gutem Umfeld - Craftbier ist in Rumänien keine Randerscheinung, zumindest in den Unistädten, entsprechend viele Player gibt es: Vor kurzem gaben zwei Kollegen bei uns in Dorf nach gerade Mal zwei Jahren auf.
Grüße
Radulph
Edit: Tippfehler
Zuletzt geändert von rakader am Dienstag 10. Februar 2026, 20:42, insgesamt 2-mal geändert.
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„Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern.“ André Malraux
Neu: Herbstzeit, Kürbiszeit - Pumpkin Ale wie beim Amerikaner
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Nur um mal den "Scope" abzustecken. Um was sollst du dich bei der Brauerei kuemmern? Um Alles vom Einkauf, uber Technik bis zur Vermarktung? Was machst du, was macht der 'aeltere Herr'?
Cheers
Jan
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Ich werde mich tatsächlich um alles kümmern müssen. Der ältere Herr wird in der Brauerei nicht mitarbeiten. Ich muss also Bestellungen bearbeiten, ausliefern, Ware bestellen, abfüllen, etikettieren, spülen, schroten, brauen, reinigen und was sonst noch so anfällt. Mir wird ab und zu geholfen aber es soll eine Halbtagsstelle besetzt werden, die dann eventuell täglich ein paar Stunden da ist. Ein zweiter Brauer wird auf jeden Fall nicht dazu kommen.§11 hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 20:21 Nur um mal den "Scope" abzustecken. Um was sollst du dich bei der Brauerei kuemmern? Um Alles vom Einkauf, uber Technik bis zur Vermarktung? Was machst du, was macht der 'aeltere Herr'?
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Ganz ehrlich - meiner Meinung brauchst du auf jeden Fall jemanden, der sich hauptsächlich um die Vermarktung, Social Media usw. kümmert. Die geschätzten ca. 5000l Bier pro Monat musst du ja erst mal absetzen, das wird mit dem Restaurant und dem Ausschank an der Brauerei nicht ausreichend sein.
Ok, du kannst das ganze hochskalieren mit den verschiedenen Tanks, aber du willst ja auch regelmäßig brauen und vor allem frisches Bier anbieten. Mach dir auf jeden Fall vorab einen Absatzplan, auch mit verschiedenen Szenarien…
Ok, du kannst das ganze hochskalieren mit den verschiedenen Tanks, aber du willst ja auch regelmäßig brauen und vor allem frisches Bier anbieten. Mach dir auf jeden Fall vorab einen Absatzplan, auch mit verschiedenen Szenarien…
Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
Dann schliesse ich mich den Vorrednern an. Das wird sehr viel. Brauen ist das eine, aber Vertrieb ist ein ganz anderes Thema und ist vor allem zeitlich absolut nicht zu unterschätzen. Dazu kommt das gerade die Gastro vor allem Abends 'ansprechbar' ist. D.h. du bist den ganzen Tag in der Brauerei beschäftigt und kannst dich dann Abends um den Vertrieb kümmern.HankSchrader hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 20:56Ich werde mich tatsächlich um alles kümmern müssen. Der ältere Herr wird in der Brauerei nicht mitarbeiten. Ich muss also Bestellungen bearbeiten, ausliefern, Ware bestellen, abfüllen, etikettieren, spülen, schroten, brauen, reinigen und was sonst noch so anfällt. Mir wird ab und zu geholfen aber es soll eine Halbtagsstelle besetzt werden, die dann eventuell täglich ein paar Stunden da ist. Ein zweiter Brauer wird auf jeden Fall nicht dazu kommen.§11 hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 20:21 Nur um mal den "Scope" abzustecken. Um was sollst du dich bei der Brauerei kuemmern? Um Alles vom Einkauf, uber Technik bis zur Vermarktung? Was machst du, was macht der 'aeltere Herr'?
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Ein weiteres Problem ist die Struktur der Gastronomie in Deutschland. Der weitaus größte Teil ist von einer Brauerei abhängig. Entweder handelt es sich um Brauerei Immobilien oder der Wirt hat einen Kredit für Einrichtung und Ausstattung von der Brauerei. In beiden Fällen kann er kein Fremdbier verkaufen. Selbst wenn dem nicht so ist, kommt die Zapfanlage und die Gläser ebenfalls von einer Brauerei. D.h. wenn du Fassbier verkaufen willst, wirst du dich bei den meisten Wirten um die Zapfanlage kümmern müssen. Egal ob Fass- oder Flaschenbier, erwarten Wirte im Normalfall zumindest Glaeser.
Ein weiteres Problem ist tatsächlich deine Freizeit, auch wenn es nur um die Arbeit in der Brauerei geht. Je nach Portfolio und Ausstattung in der Brauerei ist es als Brauer schwer zusammenhängenden Urlaub zu machen.
Ich hab ja einige Projekte betreut (und ja mit Headless, zwar unter vollkommen anderen Vorzeichen, selbst die Zehen feucht gemacht). Bis jetzt kann ich sagen das vor allem die Projecte erfolgreich sind, die über die eigene Location/ Gastro einen Grundabsatz sicherstellen können. Hier ergeben sich ja auch Synergien (die Gastro/ Location erzeugt Öffentlichkeit, ueber die auch die Marke bekannt wird). Wie oben geschrieben ist externe Gastro in Deutschland schwierig.
Der Verkauf von Flaschen ist ebenfalls nicht einfach. Zum einen hat auch der Handel in Deutschland hohe Einstiegshürden, wie Listungsgebühren und Werbezuschüsse. Ein anderes Problem ist der Transport, der absolut auf Menge ausgelegt ist (Zum Vergleich eine Kiste Bier quer durch Deutschland kostet um die 8 Euro, während die Kiste auf einer Paillette nur zwischen 1 und 2 Euro kostet). Letzte Herausforderung ist das du dich dann auch um Leergut und Pfand kümmern musst.
Mein Fazit ist hier das ich mich wirklich auf den Ausschank vor Ort konzentrieren würde. Dabei ist das Konzept mit dem Griechen tatsächlich seltsam. Vielversprechend sind hier immer Konzepte die auf die Location eingehen. Meiner Erfahrung nach, das gilt sogar in den USA, entsprechen auch reine Tap- Rooms, also vollkommen ohne Speiseangebot, nicht mehr dem Zeitgeist.
Das mal nur meine Gedanken
Cheers
Jan
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi
…und ein anderes Problem ist der Flaschen- und Pfandrücklauf...§11 hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 21:45 Dann schliesse ich mich den Vorrednern an. Das wird sehr viel. Brauen ist das eine, aber Vertrieb ist ein ganz anderes Thema und ist vor allem zeitlich absolut nicht zu unterschätzen. Dazu kommt das gerade die Gastro vor allem Abends 'ansprechbar' ist. D.h. du bist den ganzen Tag in der Brauerei beschäftigt und kannst dich dann Abends um den Vertrieb kümmern.
Jan
Ich hatte schon etwas ähnliches geschrieben und wegen Nichtreaktion wieder gelöscht. Eigentlich wollte ich zu einem Braukollegen vernetzen, der das als Alleinvertrieb macht, Luftlinie keine 3 km in Wernstein am Inn, fast identischer Ausstoß, ähnliche Konfiguration mit Pension, Biergarten und Brotzeit. Kernaussage: Auch Einzelkämpfer ist möglich. Er hat den Vorteil, dass er vormals schon als Braumeister in der Bezirkshauptstadt Schärding bekannt war und dadurch kaum Kundenakquise machen musste - sein Craftbier, gebraut auf einer 300l-Anlage bei 4-5 Suden/Woche war Standard in den Beisln im Innviertel, seine 3/4l-Flaschen und 2l-Siphons Kult. Dazu kam noch 1a Presse durch Österreichs Feinschmeckermagazin Falstaff. Dann war er als Braumeister noch recht jung und belastbar (Alter!), die Frau machte die Finanzen.
Ihr merkt es schon, ich formuliere in der Vergangenheit. Als ich die Webseite zur Kontaktaufnahme raussuche, steht da "Mit dem 1.1.2026 geschlossen!" (https://wenzl-privatbraeu.jimdosite.com)
Woran es gelegen hat, ist relativ naheliegend. 4 Jahre kein Wachstum in Österreich, das Niveau in der Gastronomie von vor Corona nie mehr erreicht, bei gleichzeitig stark gestiegenen Einkaufspreisen und geringerem Absatz und noch immer mit Europas höchster Inflation. Das kann man nur durch erhöhten Marketingaufwand und Kundenakquise ausgleichen. Da die Personaldecke mit 1 Person und 2 halben Stellen aber schon dünn gestrickt war, waren einfach keine Human Ressources für den Mehraufwand da.
Ich weiß nicht, ob man ihn dazu befragen kann. Einen Versuch wäre es wohl wert, ich selbst würde es nicht machen. Was ich aber auf jeden Fall machen würde und nochmals nachdrücklich wiederhole: Projektmanagement und etwas Betriebswirtschaft. Also auf jeden Fall ganz zuerst eine SWOT-Analyse und eine Umweltanalyse machen (ist mehr als 4 Gasthaus-Brauereien in der Region) und davon ausgehend den Businessplan, das Geschäfts- und Vertriebsmodell aufziehen. Bei der jeweiligen IHK oder der WKO gibt es gute To-do-Listen für einen Businessplan, den man abarbeitet und danach ein gutes Gefühl hat. (Zwangsmitgliedschaften stehen auch noch an)
So wie jetzt liegt der Fokus zu sehr auf der Brauerei - und das zäumt das Pferd von hinten auf. Ohne Vertrieb und Marketing keine Brauerei - oder eben nicht lange. Die Hobbybrauerbrille muss hier abgesetzt werden. Aber das haben ja auch schon andere gesagt.
Vertrieb und Marketing an 1 - das ist ein klares Meinungsbild. Auch wenn's schwerfällt, das kann man von hier übereinstimmend mitnehmen.
Gruß
Radulph
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