Hobbybrauer wird plötzlich Profi

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HankSchrader
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Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#1

Beitrag von HankSchrader »

Hallo an Alle!
Ich bin seit einigen Jahren Hobbybrauer und habe nun ganz Plötzlich die Gelegenheit, eine Mikrobrauerei als Brauer (angestellt und quasi alleine) zu übernehmen. Da kommen plötzlich 1000 Fragen auf. Wäre es in Ordnung wenn ich die Geschichte mal kurz erzähle und dann meine Fragen hier los werde? Es ist ja ein "Hobbybrauerforum" und keines für Profis. Deshalb frage ich lieber vorher mal. Wenn es ok ist, schreibe ich (sowie Zeit ist) kurz die Geschichte dazu und wäre dann für jeden Input dankbar!
LG Alf
Grüße Crazyalf
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Colindo
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#2

Beitrag von Colindo »

Hallo Alf,

die meisten Fragen in die Richtung gibt es im Unterforum "Brauen und Recht". Schau doch mal rein, vielleicht kannst du dort bereits ein paar Antworten finden. Gegen mehr Fragen hat hier aber sicher niemand etwas, der Übergang zum Profi ist ja fließend.
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§11
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#3

Beitrag von §11 »

Ja klar, ist ja immer wieder spannend zu lesen. Du musst dir halt bewusst sein das die Antworten halt auch zu 95% aus Hobbybrauersicht beantwortet werden.

Cheers

Jan
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DerDallmann
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#4

Beitrag von DerDallmann »

Gern her die story 😁
Mfg

Johst
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#5

Beitrag von HankSchrader »

Na dann woll´n wir mal....
Also, ich bin Hobbybrauer seit 2021, habe mir vor zwei Jahren eine größere Garage extra für´s Brauen gebaut und mir halbwegs vernünftiges Equipment gekauft. Ich braue auf einem Brewzilla Gen. 4, 65L und vergäre gesteuert in Kegs mit Spundung. Ich fülle in Kegs und Flaschen ab mittels Itap und etikettiere mit Rollenetiketten und Maschine. Meine Lieblingsbiere sind IPA´s ,durch 30 Jahre USA Reisen (liebe Grüße an die Market Garden in Cleveland, lieber Jan ;-)). Dort saß ich in den letzten Jahren immer wie ein staunendes Kind in den Mikrobrauereien und habe mir gedacht: Sowas will ich auch mal machen! Ich war Zeit meines Lebens selbstständig in der Gastronomie tätig, wobei ich die letzten 22 Jahre eine Betriebskantine leitete. Diese habe ich, entnervt durch Corona und den ständigen Stress, freiwillig vor 2 Jahren aufgegeben und mein Leben mal etwas runter gefahren. Ich bin 55 und hatte einfach gemerkt, noch 2 Wochen und ich breche zusammen. Vor allem Mental. Genug geheult...
Es geht uns zwar finanziell nicht schlecht, aber ich bekomme, oder bekam, auch keine Hilfe vom Staat auf Grund der Selbstständigkeit. Also liebäugelte ich immer mit einer eigenen, kleinen Brauerei. Aber so sehr ich auch rechnete und plante, ich kam nie auf ein für mich zufriedenstellendes Ergebnis. Zunächst die ganzen rechtlichen Aspekte, dann die betriebswirtschaftlichen Sachen, Marketing und und und. Es gab halt mit Raum,- Material,- Personal,- Anschaffungs,- und allen anderen Kosten kein Szenario in dem ich mit meinem Hobby vernünftig Geld verdient hätte. Vor 30 Jahren, mit 25, hätte mich das alles nicht gestört und ich hätte mich verschuldet und ins Abenteuer gestürzt. Heute undenkbar. Und ich kann an dieser Stelle auch allen, die mit dem Gedanken spielen das Hobby zum Beruf in Eigenregie zu machen, nur raten: rechnet nicht ein,- sondern 5 mal!
Ich lebe im Harz und bemerkte neulich eine Pizzeria in unserer Stadt, welche vorher in einer 10km entfernten anderen Kleinstadt war. Die Pizza sah super aus, wurde per Stück verkauft und so kamen wir ins Gespräch. Dabei kam heraus, dass in dieser Kleinstadt am Fuße des Brockens eine Brauerei auf dem Schloss mit angeschlossenem Kloster entstehen soll. Da wurde ich natürlich hellhörig und begann nachzuforschen. Ich fuhr also dorthin, genau in die Stadt, in welcher ich zuvor über 20 Jahre lang meine Kantine betrieben hatte. 6km von meinem Wohnort entfernt, easy mit dem Fahrrad zu erreichen. Ich sprach mit dem vor Ort anwesenden Mitarbeiter des Klosters und der zeigte mir, wo einmal die Brauerei geplant sei. Ein riesiges Kellergewölbe, schön kühl, mit eigenem Zugang, alles gerade im Ausbau. Ich erkundigte mich nach dem Chef der Sache und es war eine Stiftung zur Erhaltung des Schlosses und Klosters mit GmbH und deren Vorsitz hat ein sehr bekannter, älterer Herr mit weitreichendem Netzwerk. Zur Verdeutlichung: Dieser Herr hat gerade für sehr viel Geld eine alte Kirche hier in ein hochmodernes Konzerthaus umbauen lassen, saß im Aufsichtsrat der Hasseröder Brauerei und wollte diese für einen dreistelligen Millionenbetrag Euro Kaufen. Er hatte damals schon ein Drittel davon von Sponsoren und Investoren zusammen, die Sache scheiterte aber letztlich an ABInBev. Aber der Mann weiß was er will und er will halt eine Brauerei. Auch wenn wenig Mittel vorhanden sind. Und so hat er im Ruhrgebiet zu Corona Zeiten eine 7,5 HL Brauerei (2- Geräte Sudhaus) mit insgesamt 6 einzeln kühlbaren ZKG´s (4x 700L und 2x 1500L), Plattenwärmetauscher, Kühlzelle, Kabinenreiniger für Flaschen und Keg´s, Etikettiermaschine, Haferboy, Kegs, Flaschen usw. gekauft und eingelagert. Jetzt wurde der Keller ausgebaut. Mit allem: Umkleide, Dusche, Büro, Glastüren als Schauglas zur Brauerei, Lager für Malz, Lager für Fässer und Flaschen. Oben drüber kommt ein Grieche (nein, ich weiß nicht warum ausgerechnet ein Grieche in einem Kloster/Schloss) und dieser soll, unter anderem, das Bier verkaufen. Wir haben aber unten, direkt neben der Brauerei im kühlen Keller, unfassbar schöne Räumlichkeiten, in denen man Bier an den Mann bringen könnte. Praktisch ein Tap Room deluxe. Aber es fehlt momentan noch das Geld zum Ausbau.
Nun, ich bin der Einzige Angestellte. Es waren noch weitere Brauer in der Verlosung. Auch ein Diplom Brauer mit viel Erfahrung von Beck´s. Das Problem ist irgendwie, die Brauer der Industriebrauereien haben großes theoretisches Wissen, sitzen aber vor großen PC Bildschirmen und haben vom handwerklichen und täglichen Umgang mit Allem nicht mehr so viel praxisnahe Erfahrung. Das ist nicht despektierlich gemeint, aber ich wurde kürzlich von einem Brauer der Hasseröder mal mit tief in alle Katakomben der Brauerei genommen (was unfassbar interessant und aufschlussreich war), und sie kommen halt mit dem eigentlichen Brauprozess nicht wirklich Berührung. Allerdings werden ihnen auch viele Weiterbildungsangebote usw. gemacht, das will ich nicht unterschlagen. Was sie mir aber nicht sagen können: Welchen Hebel muss ich am Sudwerk umlegen, um den Vorlauf einzuläuten? Mit welcher Chemie desinfiziere ich? Mit welcher Lauge, Säure, Desi, wie heiß, in welcher Konzentration und vor allem WIE und WANN und welchem Schlauch, kriege ich die Chemie in die ZKG´s, Maische,- und Läuterbottiche? Die drücken auf einen Knopf, und dann läuft alles dahin, wo es soll. Wie bekomme ich das warme Wasser, welches ich vorher vom HLT, also Warmwassertank, genommen habe für den Nachguss usw., wieder nach dem Wärmetauscher zurück in den Boiler? Wenn ich unter dem Läuterbottich keinen Stauraum für die abgeläuterte Würze habe, muss ich sie gleich rüber pumpen in den Maische,- bzw. dann ja Kochkessel. Im gleichen Augenblick aber auch den Nachguss aufpumpen. Wie geht das, mit nur einer Pumpe verbaut in der Anlage?
Viele Dinge werden sich in der täglichen Arbeit natürlich ergeben, aber ich merke gerade, es ist schon ein ordentlicher Sprung vom Hobby,- zum Berufsbrauer. Da ist ein anderer Hobbybrauer, der mitwirken will. Sehr jung und sehr engagiert (und auch kompetent), wohnt aber leider weiter weg und kann im täglichen Geschäft deshalb nicht immer da sein. Was ist das Beste für mich dort als Brauer und die Brauerei? Eine Halbtagsstelle wird vergeben. Lieber einen jungen Brauer, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht, oder einen guten Mitarbeiter, der für alle anderen Dinge täglich verfügbar wäre? Ich möchte gerne auf der Arbeit mit jemandem fachsimpeln, brauche aber auch entsprechend Hilfe beim Säcke tragen, Schroten, Fässer stapeln. Will sagen: jeden Tag ist etwas völlig anderes zu tun. Aber das ist ja auch das Schöne an der Sache.
Ich habe halt 1000 Fragen. Die kann ich euch natürlich hier nicht alle stellen. Deshalb würde ich sagen, wir bringen einfach durch ein paar Meinungen eine Diskussion in Gang, denn echt, jeder Input hat Wert für mich (gerade in diesem tollen Forum) und ich antworte immer wenn ich explizit erwähnt werde. Dann kann ich auch gleich neue Frage, von denen es täglich hundert gibt, loswerden. Ich bedanke mich schon mal!
Grüße Crazyalf
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Safari-Guide
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#6

Beitrag von Safari-Guide »

Da wünsche ich doch mal viel Erfolg und drücke die Daumen, dass alles gut geht!!!

Solange du dich mit dem „Sponsor“ gut verstehst, dann sollte das eine gute Sache werden.

Nach dem Durchlesen hatte ich spontan folgende Gedanken:
- Fang nicht mit zu viel „exotischen“ Bieren (wie einem IPA in D) an, erst mal ein schönes, süffiges Kellerbier etc. Ist da viel wichtiger für den Absatz

- Als zweiten Angestellten würde ich mir einen praktisch veranlagten Maschinenbauer / Elektrotechniker etc. Suchen, du musst das ganze Equipment ja in Betrieb nehmen, steuern und warten. Kenntnisse im Brauprozess sind da in meinen Augen zweitrangig bzw. Die bringst du ein. Eine „HiWi“ zum Säcke schleppen usw findest du immer noch später

Halt uns mal weiter auf dem Laufenden!

Erik
dierabenfliegen
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#7

Beitrag von dierabenfliegen »

Spannende Geschiche und viel Erfolg.

Zu den brautechnischen Fragen kann ich wenig beitragen, aber ich habe selbst mal eine kleine Firma geleitet, die einem "Sponsor" gehört hat. Deshalb die Frage, bist du dann Geschäftsführer/Prokurist der Brauerei (vermute mal das wird / ist eine GmbH)? Musst du dich um Buchhaltung in der Brauerei kümmern? Koordination Steuerberater etc.?

Ich kenne ein paar kleinere Brauereien und alle haben mind. einen gelernten Brauer / Braumeister / Diplom Brauer. Daher würde ich, wenn ich an deiner Stelle wäre, mir einen Brauer suchen, der mit mir zusammen das aufbaut. Es gibt ja noch mehr Brauer als Hobbybrauer und "Becks-Brauer" :Bigsmile Duie Frage ist nur, welches Budget du für die Halbtagesstelle hast.

Es gibt ja auch die Möglichkeit, dass du in 5 bis 10 Jahren auf die Halbtagesstelle wechselst und der Brauer dann die Brauerei leitet...
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#8

Beitrag von Fricky »

Wow, das ist mal 'ne echte Herausforderung. Das würde mich sogar in meinem Alter noch reizen. Ich meine, ich hätte hier schonmal was über diese Brauerei gelesen, kann das sein?

Nunja, was kann man (ohne eigene Erfahrungen diesbezüglich) raten?

Machs nicht alleine, ich denke, das ist zuviel für einen.
Was das Marketing betrifft, wenn du da keine Erfahrungen hast, machs nicht selber.
Und in die Anlage musst du dich erstmal richtig reinfuchsen und viel probieren. Und ein Maschinenbauer oder Elektrotechniker an deiner Seite wäre m.E. ratsam.

Wünsche dir, das alles so läuft wie geplant.

Gruß, Peter.
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ggansde
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#9

Beitrag von ggansde »

Moin,
ich schließe mich Safari-Guide an: Mit IPA wirst Du auch aus meiner Sicht nicht erfolgreich sein. Viel Erfolg bei Deinem Vorhaben und komme hier ruhig mit Detailfragen um die Ecke.
VG, Markus
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#10

Beitrag von baeckus »

Hallo,
als eher optimistischer Mensch und keiner der gern morbides Gedankengut verbreitet, habe ich bei all deiner Euphorie für das Projekt, so meine Bedenken.
Der Harz ist touristisch nicht mehr das was er einmal war, ok. die schönen Nordharzstädte brummen immer, aber Ilsenburg hat dadurch auch massig Konkurrenz direkt vor der Haustür.
Leider hat der Hype um Gasthaus Brauereien seinen Zenit auch überschritten und im Harz gibt es schon ein paar.
Den allgemein sinkenden Alkohol Konsum sollte man auch nicht außer Acht lassen.
Was mir aber wirklich Sorgen macht ist deine Einleitung/Vorstellung in der du schreibst das - ich übersetze mal ins "Anglizistische" - dich der "Burnout" erwischt hat, wahrlich ein oft zu Unrecht belächeltes Syndrom.
Ich denke du hoffst, das dich der Spaß am Brauen, von dem zu erwartenden Stress, der unweigerlich bei so einem Unternehmen genau so auf dich einprasseln wird, wie bei deiner ehemaligen Kantine, soweit ablenken und stabilisieren wird, das du dies ignorieren kannst.
Wir haben es genau umgekehrt gemacht.
Ich war auch fast zwanzig Jahre in der Gastronomie selbstständig - mit einem Konditoreicafe in einem kleinen Kurort
Nach den lustigen Seehofer Reformen und der Bankenkrise haben wir damals die Reißleine gezogen und den Betrieb geschlossen und uns Arbeit gesucht.
Ich bin gelernter Bäcker, Koch und Konditor und am meisten Spaß macht mir das Kochen, also habe ich eine Stelle als Bäcker und Konditor vorgezogen - hört sich komisch und widersprüchlich an, aber ich wollte im Alltagsstress den Spaß am Kochen nicht verlieren und dies incl. extensiven Grillens, lieber als Ausgleich in der Freizeit machen.
Dies ist mein Ansatz, der kann für jeden Anderen genau umgekehrt sein, wer Spaß im Job hat braucht keinen so wichtigen Ausgleich im Privaten......
Eins ist sicher, wenn du dann in deinem Keller braust, werde ich dich bestimmt mal auf meinen häufigen Harzwanderungen besuchen.......
Ciao Christian
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#11

Beitrag von HankSchrader »

Na da war ja schon einiges Wissenswerte dabei! Vielen Dank schon mal! Ja, der Absatz des Bieres und das Marketing macht mir auch die größten Kopfschmerzen. Was die Konkurrenz betrifft, habe ich aber nicht so viele Bedenken. Mir fallen im Umkreis nur 4 Gasthaus Brauereien ein. Da müssen wir einfach sehr gutes Bier machen und immer dran bleiben. Schwer wird es allemal. Kann mir jemand einen Tipp bezüglich der Chemie geben? Ich brauche ja Lauge, Säure und wenn möglich ein Desinfektionsmittel in der Art von Starsan, was man nicht unbedingt nachspülen muss. Am besten in 5L Kanistern. Oder Bierschläuche in 32 oder 38mm mit 1,5" TC zu einem halbwegs bezahlbaren Preis. Oder überhaupt einen guten Lieferanten für Braubedarf im allgemeinen.
Grüße Crazyalf
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#12

Beitrag von §11 »

HankSchrader hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 14:50 Na da war ja schon einiges Wissenswerte dabei! Vielen Dank schon mal! Ja, der Absatz des Bieres und das Marketing macht mir auch die größten Kopfschmerzen. Was die Konkurrenz betrifft, habe ich aber nicht so viele Bedenken. Mir fallen im Umkreis nur 4 Gasthaus Brauereien ein. Da müssen wir einfach sehr gutes Bier machen und immer dran bleiben. Schwer wird es allemal. Kann mir jemand einen Tipp bezüglich der Chemie geben? Ich brauche ja Lauge, Säure und wenn möglich ein Desinfektionsmittel in der Art von Starsan, was man nicht unbedingt nachspülen muss. Am besten in 5L Kanistern. Oder Bierschläuche in 32 oder 38mm mit 1,5" TC zu einem halbwegs bezahlbaren Preis. Oder überhaupt einen guten Lieferanten für Braubedarf im allgemeinen.
Das eibnfachste ist, du suchst bei Google einen Anbieter. Die haben in der Regel Anwendungstechniker, die dich besuchen und mit dir zusammen einen Reinigungplan erstellen können. Will keine Werbung machen, deshalb gib mal bei Google 'brauerei reinigungsmittel deutschland' ein.

Hier findet sich z.B. ein Katalog einer der Firmen die du so finden würdest: https://www.asiral.de/brauerei-und-mine ... df_4178/1/

Cheers

Jan
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#13

Beitrag von §11 »

Zu deinen weiteren verfahrenstechnischen Fragen wäre es sicherlich am sinnvollsten den Anlagenbauer des Sudwerks hinzuzuziehen, falls es den noch gibt oder, falls es ihn nicht mehr gibt, mal im Netz danach zu suchen. Per Ferndiagnose wird es sehr schwer werden, festzustellen wie die Anlage konzipiert wurde und folglich wie die Prozessabläufe geplant sind.

Cheers

Jan
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#14

Beitrag von Malzmoehre »

An deiner Stelle würde ich mich mal bei anderen Kleinbraueren vorstellen. Oftmals ist die "Szene" gut vernetzt und hilfsbereit :)
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#15

Beitrag von HankSchrader »

§11 hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 16:10
HankSchrader hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 14:50 Na da war ja schon einiges Wissenswerte dabei! Vielen Dank schon mal! Ja, der Absatz des Bieres und das Marketing macht mir auch die größten Kopfschmerzen. Was die Konkurrenz betrifft, habe ich aber nicht so viele Bedenken. Mir fallen im Umkreis nur 4 Gasthaus Brauereien ein. Da müssen wir einfach sehr gutes Bier machen und immer dran bleiben. Schwer wird es allemal. Kann mir jemand einen Tipp bezüglich der Chemie geben? Ich brauche ja Lauge, Säure und wenn möglich ein Desinfektionsmittel in der Art von Starsan, was man nicht unbedingt nachspülen muss. Am besten in 5L Kanistern. Oder Bierschläuche in 32 oder 38mm mit 1,5" TC zu einem halbwegs bezahlbaren Preis. Oder überhaupt einen guten Lieferanten für Braubedarf im allgemeinen.
Das eibnfachste ist, du suchst bei Google einen Anbieter. Die haben in der Regel Anwendungstechniker, die dich besuchen und mit dir zusammen einen Reinigungplan erstellen können. Will keine Werbung machen, deshalb gib mal bei Google 'brauerei reinigungsmittel deutschland' ein.

Hier findet sich z.B. ein Katalog einer der Firmen die du so finden würdest: https://www.asiral.de/brauerei-und-mine ... df_4178/1/

Cheers

Jan
Super! Sowas habe ich gesucht. Da werde ich mich morgen mal melden.
Die Anlage bespreche ich momentan mit dem Vorbesitzer, der hilft schon sehr weiter. Ich habe auch einige Unterlagen. Wenn alles steht mache ich zwei Testläufe nur mit Wasser, dabei wird sich einiges ergeben.
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#16

Beitrag von HankSchrader »

Malzmoehre hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 17:01 An deiner Stelle würde ich mich mal bei anderen Kleinbraueren vorstellen. Oftmals ist die "Szene" gut vernetzt und hilfsbereit :)
Das mache ich natürlich. Ich glaube einigen gehe ich schon zu sehr auf fie Nerven! 😀 Ich muss mein Einzugsgebiet wohl erweitern. Aber ich habe festgestellt, dass die Brauer alle sehr hilfsbereit sind!
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#17

Beitrag von ggansde »

Was ich schon schon von einigen gehört habe, die deinen Weg gegangen sind: Es reicht nicht zu glauben, gutes Bier zu brauen und nun kommen die Leute es zu kaufen. Sie mussten ihr Bier aktiv in die Region bringen, z.B. regionale Veranstaltungen, Vereine etc.
VG, Markus
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#18

Beitrag von HankSchrader »

ggansde hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 18:20 Was ich schon schon von einigen gehört habe, die deinen Weg gegangen sind: Es reicht nicht zu glauben, gutes Bier zu brauen und nun kommen die Leute es zu kaufen. Sie mussten ihr Bier aktiv in die Region bringen, z.B. regionale Veranstaltungen, Vereine etc.
VG, Markus
Das machen wir natürlich. Ich spreche schon mit einigen befreundeten Gastronomen, die es mit in ihr Sortiment aufnehmen möchten. Social Media ist natürlich wichtig und wir schenken es dann auch vor Ort im eigenen Bierkeller in Zukunft aus. Gut wäre es bestimmt auch auf Stadtfesten usw. präsent zu sein.
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#19

Beitrag von rakader »

ggansde hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 18:20 Was ich schon schon von einigen gehört habe, die deinen Weg gegangen sind: Es reicht nicht zu glauben, gutes Bier zu brauen und nun kommen die Leute es zu kaufen. Sie mussten ihr Bier aktiv in die Region bringen, z.B. regionale Veranstaltungen, Vereine etc.
VG, Markus
Kann ich bestätigen. Für unsere Braugemeinschaft in Rumänien im Nebenerwerb, mit den Startvorteilen in einem Mineralwasserbetrieb angesiedelt zu sein, inklusive Brunnen, Abfüllanlage und Anlageningenieur etc., ist der Marktzugang das schwierigste. Große Craftbier-Brauereien aus Bukarest geben die Marge vor, die Wirte wollen Plastikbags statt Fässer, die Shops am liebsten Dosen. Das sind Hürden, die man anfangs nicht bedenkt. Deswegen macht eine SWOT- und Umweltanalyse vorher Sinn.
Stadt- und Dorffeste, Craftbeerfestivals, Netzwerke (bei uns der deutsch-rumänische Wirtschaftsclub, die deutsche Minderheit und Expats) sind eine gute, aber anstrengende Möglichkeit den Fuß in die Tür zu bringen - inklusive kostenloser Werbung durch die Veranstalter. Man braucht einen langen Atem. Bei gutem Umfeld - Craftbier ist in Rumänien keine Randerscheinung, zumindest in den Unistädten, entsprechend viele Player gibt es: Vor kurzem gaben zwei Kollegen bei uns in Dorf nach gerade Mal zwei Jahren auf.

Grüße
Radulph

Edit: Tippfehler
Zuletzt geändert von rakader am Dienstag 10. Februar 2026, 20:42, insgesamt 2-mal geändert.
---
„Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern.“ André Malraux
Neu: Herbstzeit, Kürbiszeit - Pumpkin Ale wie beim Amerikaner
Serie Brauzucker selber machen
Website: Stubby Hobbs
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#20

Beitrag von §11 »

Nur um mal den "Scope" abzustecken. Um was sollst du dich bei der Brauerei kuemmern? Um Alles vom Einkauf, uber Technik bis zur Vermarktung? Was machst du, was macht der 'aeltere Herr'?

Cheers

Jan
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#21

Beitrag von HankSchrader »

§11 hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 20:21 Nur um mal den "Scope" abzustecken. Um was sollst du dich bei der Brauerei kuemmern? Um Alles vom Einkauf, uber Technik bis zur Vermarktung? Was machst du, was macht der 'aeltere Herr'?

Cheers

Jan
Ich werde mich tatsächlich um alles kümmern müssen. Der ältere Herr wird in der Brauerei nicht mitarbeiten. Ich muss also Bestellungen bearbeiten, ausliefern, Ware bestellen, abfüllen, etikettieren, spülen, schroten, brauen, reinigen und was sonst noch so anfällt. Mir wird ab und zu geholfen aber es soll eine Halbtagsstelle besetzt werden, die dann eventuell täglich ein paar Stunden da ist. Ein zweiter Brauer wird auf jeden Fall nicht dazu kommen.
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#22

Beitrag von Safari-Guide »

Ganz ehrlich - meiner Meinung brauchst du auf jeden Fall jemanden, der sich hauptsächlich um die Vermarktung, Social Media usw. kümmert. Die geschätzten ca. 5000l Bier pro Monat musst du ja erst mal absetzen, das wird mit dem Restaurant und dem Ausschank an der Brauerei nicht ausreichend sein.

Ok, du kannst das ganze hochskalieren mit den verschiedenen Tanks, aber du willst ja auch regelmäßig brauen und vor allem frisches Bier anbieten. Mach dir auf jeden Fall vorab einen Absatzplan, auch mit verschiedenen Szenarien…
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#23

Beitrag von §11 »

HankSchrader hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 20:56
§11 hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 20:21 Nur um mal den "Scope" abzustecken. Um was sollst du dich bei der Brauerei kuemmern? Um Alles vom Einkauf, uber Technik bis zur Vermarktung? Was machst du, was macht der 'aeltere Herr'?

Cheers

Jan
Ich werde mich tatsächlich um alles kümmern müssen. Der ältere Herr wird in der Brauerei nicht mitarbeiten. Ich muss also Bestellungen bearbeiten, ausliefern, Ware bestellen, abfüllen, etikettieren, spülen, schroten, brauen, reinigen und was sonst noch so anfällt. Mir wird ab und zu geholfen aber es soll eine Halbtagsstelle besetzt werden, die dann eventuell täglich ein paar Stunden da ist. Ein zweiter Brauer wird auf jeden Fall nicht dazu kommen.
Dann schliesse ich mich den Vorrednern an. Das wird sehr viel. Brauen ist das eine, aber Vertrieb ist ein ganz anderes Thema und ist vor allem zeitlich absolut nicht zu unterschätzen. Dazu kommt das gerade die Gastro vor allem Abends 'ansprechbar' ist. D.h. du bist den ganzen Tag in der Brauerei beschäftigt und kannst dich dann Abends um den Vertrieb kümmern.

Ein weiteres Problem ist die Struktur der Gastronomie in Deutschland. Der weitaus größte Teil ist von einer Brauerei abhängig. Entweder handelt es sich um Brauerei Immobilien oder der Wirt hat einen Kredit für Einrichtung und Ausstattung von der Brauerei. In beiden Fällen kann er kein Fremdbier verkaufen. Selbst wenn dem nicht so ist, kommt die Zapfanlage und die Gläser ebenfalls von einer Brauerei. D.h. wenn du Fassbier verkaufen willst, wirst du dich bei den meisten Wirten um die Zapfanlage kümmern müssen. Egal ob Fass- oder Flaschenbier, erwarten Wirte im Normalfall zumindest Glaeser.

Ein weiteres Problem ist tatsächlich deine Freizeit, auch wenn es nur um die Arbeit in der Brauerei geht. Je nach Portfolio und Ausstattung in der Brauerei ist es als Brauer schwer zusammenhängenden Urlaub zu machen.

Ich hab ja einige Projekte betreut (und ja mit Headless, zwar unter vollkommen anderen Vorzeichen, selbst die Zehen feucht gemacht). Bis jetzt kann ich sagen das vor allem die Projecte erfolgreich sind, die über die eigene Location/ Gastro einen Grundabsatz sicherstellen können. Hier ergeben sich ja auch Synergien (die Gastro/ Location erzeugt Öffentlichkeit, ueber die auch die Marke bekannt wird). Wie oben geschrieben ist externe Gastro in Deutschland schwierig.

Der Verkauf von Flaschen ist ebenfalls nicht einfach. Zum einen hat auch der Handel in Deutschland hohe Einstiegshürden, wie Listungsgebühren und Werbezuschüsse. Ein anderes Problem ist der Transport, der absolut auf Menge ausgelegt ist (Zum Vergleich eine Kiste Bier quer durch Deutschland kostet um die 8 Euro, während die Kiste auf einer Paillette nur zwischen 1 und 2 Euro kostet). Letzte Herausforderung ist das du dich dann auch um Leergut und Pfand kümmern musst.

Mein Fazit ist hier das ich mich wirklich auf den Ausschank vor Ort konzentrieren würde. Dabei ist das Konzept mit dem Griechen tatsächlich seltsam. Vielversprechend sind hier immer Konzepte die auf die Location eingehen. Meiner Erfahrung nach, das gilt sogar in den USA, entsprechen auch reine Tap- Rooms, also vollkommen ohne Speiseangebot, nicht mehr dem Zeitgeist.

Das mal nur meine Gedanken

Cheers

Jan
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rakader
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#24

Beitrag von rakader »

§11 hat geschrieben: Dienstag 10. Februar 2026, 21:45 Dann schliesse ich mich den Vorrednern an. Das wird sehr viel. Brauen ist das eine, aber Vertrieb ist ein ganz anderes Thema und ist vor allem zeitlich absolut nicht zu unterschätzen. Dazu kommt das gerade die Gastro vor allem Abends 'ansprechbar' ist. D.h. du bist den ganzen Tag in der Brauerei beschäftigt und kannst dich dann Abends um den Vertrieb kümmern.

Jan
…und ein anderes Problem ist der Flaschen- und Pfandrücklauf...

Ich hatte schon etwas ähnliches geschrieben und wegen Nichtreaktion wieder gelöscht. Eigentlich wollte ich zu einem Braukollegen vernetzen, der das als Alleinvertrieb macht, Luftlinie keine 3 km in Wernstein am Inn, fast identischer Ausstoß, ähnliche Konfiguration mit Pension, Biergarten und Brotzeit. Kernaussage: Auch Einzelkämpfer ist möglich. Er hat den Vorteil, dass er vormals schon als Braumeister in der Bezirkshauptstadt Schärding bekannt war und dadurch kaum Kundenakquise machen musste - sein Craftbier, gebraut auf einer 300l-Anlage bei 4-5 Suden/Woche war Standard in den Beisln im Innviertel, seine 3/4l-Flaschen und 2l-Siphons Kult. Dazu kam noch 1a Presse durch Österreichs Feinschmeckermagazin Falstaff. Dann war er als Braumeister noch recht jung und belastbar (Alter!), die Frau machte die Finanzen.
Ihr merkt es schon, ich formuliere in der Vergangenheit. Als ich die Webseite zur Kontaktaufnahme raussuche, steht da "Mit dem 1.1.2026 geschlossen!" (https://wenzl-privatbraeu.jimdosite.com)

Woran es gelegen hat, ist relativ naheliegend. 4 Jahre kein Wachstum in Österreich, das Niveau in der Gastronomie von vor Corona nie mehr erreicht, bei gleichzeitig stark gestiegenen Einkaufspreisen und geringerem Absatz und noch immer mit Europas höchster Inflation. Das kann man nur durch erhöhten Marketingaufwand und Kundenakquise ausgleichen. Da die Personaldecke mit 1 Person und 2 halben Stellen aber schon dünn gestrickt war, waren einfach keine Human Ressources für den Mehraufwand da.

Ich weiß nicht, ob man ihn dazu befragen kann. Einen Versuch wäre es wohl wert, ich selbst würde es nicht machen. Was ich aber auf jeden Fall machen würde und nochmals nachdrücklich wiederhole: Projektmanagement und etwas Betriebswirtschaft. Also auf jeden Fall ganz zuerst eine SWOT-Analyse und eine Umweltanalyse machen (ist mehr als 4 Gasthaus-Brauereien in der Region) und davon ausgehend den Businessplan, das Geschäfts- und Vertriebsmodell aufziehen. Bei der jeweiligen IHK oder der WKO gibt es gute To-do-Listen für einen Businessplan, den man abarbeitet und danach ein gutes Gefühl hat. (Zwangsmitgliedschaften stehen auch noch an)

So wie jetzt liegt der Fokus zu sehr auf der Brauerei - und das zäumt das Pferd von hinten auf. Ohne Vertrieb und Marketing keine Brauerei - oder eben nicht lange. Die Hobbybrauerbrille muss hier abgesetzt werden. Aber das haben ja auch schon andere gesagt.

Vertrieb und Marketing an 1 - das ist ein klares Meinungsbild. Auch wenn's schwerfällt, das kann man von hier übereinstimmend mitnehmen.

Gruß
Radulph
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#25

Beitrag von emjay2812 »

Ich ziehe mal den Vergleich zu einem klassischen Winzerbetrieb an der Mosel. Meist organisiert der Mann die Produktion, die Ehefrau ist für Vertrieb, Buchhaltung und Marketing zuständig.

Klar, es gibt auch Single Winzer, die haben aber entweder einen Kellermeister oder Vertriebler eingestellt.

Alleine ist das kaum zu stemmen...
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#26

Beitrag von gulp »

Ich war Zeit meines Lebens selbstständig in der Gastronomie tätig, wobei ich die letzten 22 Jahre eine Betriebskantine leitete. Diese habe ich, entnervt durch Corona und den ständigen Stress, freiwillig vor 2 Jahren aufgegeben und mein Leben mal etwas runter gefahren. Ich bin 55 und hatte einfach gemerkt, noch 2 Wochen und ich breche zusammen. Vor allem Mental. Genug geheult...
Hmm und jetzt denkst du alleine eine solche Brauerei zu führen ist weniger Streß? Was machst du denn, wenn du mal krank wirst, oder dir ein zwei Sude misslingen?
Bei solchen Angeboten gibt es meistens einen, der gut reden kann und selbst nicht Hand anlegt, aber sehr wohl ein paar Talerchen abgeift.

Ich will dir die Sache nicht mies machen, aber überleg dir das ganz genau!
So wie wir hier brauen, macht das Spaß. Aber wenn einer mit der geladenen Schrotflinte hinter dir steht, hört der Spaß auf.

Gruß
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#27

Beitrag von §11 »

rakader hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 04:36

…und ein anderes Problem ist der Flaschen- und Pfandrücklauf...

Der Verkauf von Flaschen ist ebenfalls nicht einfach. Zum einen hat auch der Handel in Deutschland hohe Einstiegshürden, wie Listungsgebühren und Werbezuschüsse. Ein anderes Problem ist der Transport, der absolut auf Menge ausgelegt ist (Zum Vergleich eine Kiste Bier quer durch Deutschland kostet um die 8 Euro, während die Kiste auf einer Paillette nur zwischen 1 und 2 Euro kostet). Letzte Herausforderung ist das du dich dann auch um Leergut und Pfand kümmern musst.
Wie ich schrieb.

Cheers

Jan
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#28

Beitrag von DevilsHole82 »

Und weiter gehts mit den Events und dem Publikum: Wie zieht man die Zukunft, also die junge Generation, ich nenne sie mal nicht "Z", sondern Generation "Day Soft Clubbing" nachhaltig in ein Kloster? Die bekommt man doch nur noch mit modernen, hippen Events von der Couch gelockt. Auf diesen Events trinkt man dann lieber Blubberlutsch oder Fassbrause. Als beiläufiger DJ und Veranstalter von elektronischen Events weiß ich was dort geht und nicht mehr so einfach geht wie vor Corona. Die junge Szene ist "Show geil" und lebt nur noch für den Instagram/TikTok Moment.

Daher auch mein Plädo, hol Dir jemand der sich um Marketing kümmert. Vor allem Social Media ist m.M.n. der wichtigste Punkt Kundschaft zu generieren. Der Aufwand eines entsprechenden Auftritts ist echt enorm. Du musst mehrmals täglich präsent sein. Aus eigener Erfahrung weiß ich auch, dass dafür viel Zeit drauf geht. Schöne Bilder mit einem Text darunter interessiert keinen mehr. Es müssen perfekt geschnittene Videos (Reels, Storys,..) mit ansprechender Hintergrundmusik sein.
Gruß, Daniel

Was von Herzen kommt gelingt, weil's einen gibt, der die Kelle schwingt. Heute back ich, morgen brau ich, wer heimlich nascht, den verhau ich.
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#29

Beitrag von HankSchrader »

Ich bin auch der Meinung das wir uns vermehrt um den eigenen Ausschank kümmern sollten. Es gibt dort tolle Räumlichkeiten, die aber nur nach und nach ausgebaut werden können. Einen vernünftigen Businessplan zu erstellen gestaltet sich schon schwierig, da uns noch so viele Parameter fehlen. Sämtliche Material, - und Betriebskosten. Z. B. Wasserverbrauch kann man nur schätzen. Ebenso Chemie. Gas und Strom. Was wird verbraucht und zu welchem Preis bezogen. Das fängt bei CO2 an und hört bei Papierhandtüchern auf. Natürlich haben Rechnungen und Überlegungen angestellt, aber letztlich wird es erst die Zeit zeigen was die tatsächlichen Kosten sind.
Das die Vermarktung ein sehr wichtiger, wenn nicht der wichtigste Baustein ist, ist natürlich klar. Aber wie sollte den eine Marktanalyse praktisch aussehen? Wir wollen das Bier in Flaschen eigentlich nur im eigenen Laden anbieten. Alles andere wäre viel zu Aufwendig. Bleiben also noch die Gastronomen. Zu analysieren gibt es da nicht viel. Es gibt die mit Brauereivertrag, die scheiden von vornherein sowie aus, und die ohne. An die ohne kann man nach und nach heran treten. Allerdings geht das erst, wenn ich ein Produkt zum Anbieten habe. Niemand gibt mir eine Zusage, wenn er nicht weiß was ich verkaufe. Das heißt, wir müssen mit einer reduzierten Menge anfangen. Zwei Sorten. Klassisch Hell und Dunkel. An Rezepten arbeite ich gerade. Wenn da jemand Vorschläge hat, wäre ich sehr dankbar! Und immer mal einen Sondersud. Mal ein Märzen, mal ein Weizen, mal ein IPA. Problem wir sein obergärig zu brauen. Wenn wir dann mit den beiden Hauptsorten eine Gewisse Kundschaft aufgebaut haben, können wir die Kapazität immer noch steigern. Wir dürfen nicht vergessen das die Brauerei nur ein kleiner Teil des Projektes ist. Dort gibt noch zig Ferienwohnungen, Gastronomie, eine Galerie, das Kloster mit Besichtigungen, Veranstaltungen und so weiter. Natürlich wäre es schön, wenn gleich zum Anfang im Plus gewirtschaftet wird, und das muss auch perspektivisch der Fall sein, aber der Druck ist nicht so hoch. Das heißt, es steht niemand mit der Schrotflinte hinter mir. Das Marketing wird sicherlich auch nicht meine Aufgabe sein. Aber wir haben 2 Leute die sich um Social media und Web Auftritt kümmern. Das würde ich ja gar alles schaffen und das ist auch nicht so mein Metier. Ich denke mit dem ganzen Produktionsprozess bin ich gut beschäftigt. Und ja klar, es wird schwer, junge Leute in ein Kloster zu bringen. Es ist aber auch ein Schloss. Mit Schlosshof wo man wunderschön sitzen kann, wo ständig Feste stattfinden, Weihnachtsmarkt usw., mit kühlem Kelllergewölbe als Gastraum. Also die Voraussetzungen sind allemal gegeben.
Kurze Frage noch zur Reinigung. ZKGs CIP mit Lauge, ist klar. Zum desinfizieren Peressigsäure und klar nachspülen. Dazwischen nochmals sauer reinigen? Der Platten Wärmetauscher ist ja nach dem desinfizieren voll mit Desinfektionsmittel. Spült man den zwischen den Brautagen mit klarem Wasser durch und desinfiziert am Brautag nochmal? Man hat ja sonst irgendwie die Desinfektion mit im Tank....
Grüße Crazyalf
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#30

Beitrag von HankSchrader »

gulp hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 11:50
Ich war Zeit meines Lebens selbstständig in der Gastronomie tätig, wobei ich die letzten 22 Jahre eine Betriebskantine leitete. Diese habe ich, entnervt durch Corona und den ständigen Stress, freiwillig vor 2 Jahren aufgegeben und mein Leben mal etwas runter gefahren. Ich bin 55 und hatte einfach gemerkt, noch 2 Wochen und ich breche zusammen. Vor allem Mental. Genug geheult...
Hmm und jetzt denkst du alleine eine solche Brauerei zu führen ist weniger Streß? Was machst du denn, wenn du mal krank wirst, oder dir ein zwei Sude misslingen?
Bei solchen Angeboten gibt es meistens einen, der gut reden kann und selbst nicht Hand anlegt, aber sehr wohl ein paar Talerchen abgeift.

Ich will dir die Sache nicht mies machen, aber überleg dir das ganz genau!
So wie wir hier brauen, macht das Spaß. Aber wenn einer mit der geladenen Schrotflinte hinter dir steht, hört der Spaß auf.

Gruß
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Ja Peter, das denke ich tatsächlich. Der Stress ist schon deshalb nicht mehr so hoch, weil ich nicht wie als Selbstständiger in der Nacht wach liege und mich frage ob meine Einnahmen bis zum Monatsende reichen und ob ich diesen Monat etwas verdiene. Weil ich nicht nach der Arbeit nach Hause komme und dann mehrere Stunden zu tun habe mit Vorbereitungen für den nächsten Tag weil ich es sonst nicht schaffe. Selbst und ständig eben. Das hat mich kaputt gemacht. Heute bin ich finanziell gut aufgestellt, klappt das mit der Brauerei freue ich mich, wenn nicht mache ich es als Hobby weiter und das wars. Ich bekomme mein Gehalt und wenn ich die Tür der Brauerei hinter mir schließe, hab ich Feierabend.
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#31

Beitrag von rakader »

DevilsHole82 hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 13:30 Daher auch mein Plädo, hol Dir jemand der sich um Marketing kümmert. Vor allem Social Media ist m.M.n. der wichtigste Punkt Kundschaft zu generieren. Der Aufwand eines entsprechenden Auftritts ist echt enorm.
Na ja, an Musik scheiden sich die Geister. Kann den gegenteiligen Effekt haben, wenn nicht zielgruppengerecht. Geht es um Informationen um Ort, Termin, Eröffnung, ist Musik sogar ein No-go, weil es von der Kerninformation ablenkt. Gerade Männer, die Multi-Tasking schlecht beherrschen. Augen auf beim Autokauf. Und außerdem darf man die GEMA-Gebühren nicht vergessen, sonst wird's teuer. Aber allein schon deswegen braucht man Fachleute. Das macht man nicht einfach mal eben so, nur weil die Software-Werbung es verspricht.

Heute geht es nicht mehr nur um Streuverluste, sondern um zielgruppengenaue Ansprache. Dazu muss man aber erst einmal definieren, wer denn das Publikum sein soll. Dann sucht man sich den Kanal aus. Wer also keine limonadenschlürfenden Teenies haben will, muss die auch nicht mit einem Reel auf TikTok (18-24, weiblich) ansprechen, wohl aber auf Insta (25-34 Jahre) oder Facebook (30-45 und 55+)

Ansonsten kann ich das als gelegentlicher Berater und Dozent in diesem Bereich nur unterstreichen. Wir alle hier haben das Drama um Braumarkt mitbekommen und gesehen, was eine fehlende Kommunikationsstrategie bedeutet – unabhängig von den Problemen des Mutterkonzerns. Mein obiges Beispiel mit der Brauerei ist auch symptomatisch: eine Webseite als Visitenkarte enttäuscht, ein nicht gepflegter Facebook-Account verärgert und kommuniziert schlimmstenfalls Geschäftsaufgabe.

Die beste Webseite ist nichts wert, wenn sie nicht bekant ist. Da beginnt die Marketing-Mix-Kalkulation - wieviel vom Werbebudget fließt in die einzelnen Maßnahmen und Kanäle - Reichweitenoptimierung, SEO, Google Analytics, Google AdSense etc. an - gerade auch regional? Denn man muss gegen die Großen in der Region anstinken. Gerade am Anfang sollte man diese Kosten nicht unterschätzen, das können gut 25 % des Budgets sein.

Nur so meine abschließende Meinung.

Gruß
Radulph
Zuletzt geändert von rakader am Mittwoch 11. Februar 2026, 15:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#32

Beitrag von §11 »

HankSchrader hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 14:37 Ich bin auch der Meinung das wir uns vermehrt um den eigenen Ausschank kümmern sollten. Es gibt dort tolle Räumlichkeiten, die aber nur nach und nach ausgebaut werden können. Einen vernünftigen Businessplan zu erstellen gestaltet sich schon schwierig, da uns noch so viele Parameter fehlen. Sämtliche Material, - und Betriebskosten. Z. B. Wasserverbrauch kann man nur schätzen. Ebenso Chemie. Gas und Strom. Was wird verbraucht und zu welchem Preis bezogen. Das fängt bei CO2 an und hört bei Papierhandtüchern auf. Natürlich haben Rechnungen und Überlegungen angestellt, aber letztlich wird es erst die Zeit zeigen was die tatsächlichen Kosten sind.
Das die Vermarktung ein sehr wichtiger, wenn nicht der wichtigste Baustein ist, ist natürlich klar. Aber wie sollte den eine Marktanalyse praktisch aussehen? Wir wollen das Bier in Flaschen eigentlich nur im eigenen Laden anbieten. Alles andere wäre viel zu Aufwendig. Bleiben also noch die Gastronomen. Zu analysieren gibt es da nicht viel. Es gibt die mit Brauereivertrag, die scheiden von vornherein sowie aus, und die ohne. An die ohne kann man nach und nach heran treten. Allerdings geht das erst, wenn ich ein Produkt zum Anbieten habe. Niemand gibt mir eine Zusage, wenn er nicht weiß was ich verkaufe. Das heißt, wir müssen mit einer reduzierten Menge anfangen. Zwei Sorten. Klassisch Hell und Dunkel. An Rezepten arbeite ich gerade. Wenn da jemand Vorschläge hat, wäre ich sehr dankbar! Und immer mal einen Sondersud. Mal ein Märzen, mal ein Weizen, mal ein IPA. Problem wir sein obergärig zu brauen. Wenn wir dann mit den beiden Hauptsorten eine Gewisse Kundschaft aufgebaut haben, können wir die Kapazität immer noch steigern. Wir dürfen nicht vergessen das die Brauerei nur ein kleiner Teil des Projektes ist. Dort gibt noch zig Ferienwohnungen, Gastronomie, eine Galerie, das Kloster mit Besichtigungen, Veranstaltungen und so weiter. Natürlich wäre es schön, wenn gleich zum Anfang im Plus gewirtschaftet wird, und das muss auch perspektivisch der Fall sein, aber der Druck ist nicht so hoch. Das heißt, es steht niemand mit der Schrotflinte hinter mir. Das Marketing wird sicherlich auch nicht meine Aufgabe sein. Aber wir haben 2 Leute die sich um Social media und Web Auftritt kümmern. Das würde ich ja gar alles schaffen und das ist auch nicht so mein Metier. Ich denke mit dem ganzen Produktionsprozess bin ich gut beschäftigt. Und ja klar, es wird schwer, junge Leute in ein Kloster zu bringen. Es ist aber auch ein Schloss. Mit Schlosshof wo man wunderschön sitzen kann, wo ständig Feste stattfinden, Weihnachtsmarkt usw., mit kühlem Kelllergewölbe als Gastraum. Also die Voraussetzungen sind allemal gegeben.
Kurze Frage noch zur Reinigung. ZKGs CIP mit Lauge, ist klar. Zum desinfizieren Peressigsäure und klar nachspülen. Dazwischen nochmals sauer reinigen? Der Platten Wärmetauscher ist ja nach dem desinfizieren voll mit Desinfektionsmittel. Spült man den zwischen den Brautagen mit klarem Wasser durch und desinfiziert am Brautag nochmal? Man hat ja sonst irgendwie die Desinfektion mit im Tank....
Was ich sehe ist das es scheinbar kein richtiges Gesamtkonzept gibt. "Ferienwohnungen, Gastronomie, eine Galerie, das Kloster mit Besichtigungen, Veranstaltungen und so weiter" sind alles, wenn in ein Gesamtkonzept gepackt, Absatzmärkte die dir den Grundabsatz sichern können.

Du spricht auch vom 'eigenen' Laden. Auch hier, zumal eben in Kombination mit einer touristisch geprägten Location, kannst du durchaus Absatz machen. Wenn du von Flaschen sprichst, tue dir den Gefallen und biete für Touristen/ Besucher 'ungewöhnliche' Gebinde an, wie 1l Flaschen, hier hast du den Vorteil das du zum einen das Pfand bestimmst und zum anderen wahrscheinlich wenig Leergut Rücklauf hast.

Zu den Sorten würde ich ebenfalls den Bezug zum Schloss/ Kloster suchen. Ein klassisches Hell steht zum einen in der Konkurrenz zu jeder anderen Brauerei und hat zum anderen wenig Bezug zur Location. Ich würde hier ein Bier brauen, das etwas kräftiger in der Farbe ist als ein Helles und es Klosterbier nennen.

Dein Reinigungsschema hängt von vielen Parametern ab. Gerade die Häufigkeit der sauren Reinigung hängt sehr stark von deinem Wasser und z.B. deinem Heizsystem ab. Das gleiche gilt ob du Desinfektionmittel im PWT stehen lassen kannst. Das hängt vom PWT ab und, meine persönliche Meinung, ich würde das mit Persessigsäure nicht tun.

Cheers

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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#33

Beitrag von pfaelzerbube »

WAs ich bisher noch nicht verstanden habe, ist deine eigentliche Rolle dort. Bist sagst du bist einziger Angestellter. Also Gibt es ja einen anderen als Geschäftsführer/Inhaber von dem ganzen oder? Dann verstehe ich deine Fragen nicht so wirklich. Wem gehört was und wer ist für was verantwortlich?
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#34

Beitrag von rakader »

§11 hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 15:55
HankSchrader hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 14:37 Ich bin auch der Meinung das wir uns vermehrt um den eigenen Ausschank kümmern sollten. Es gibt dort tolle Räumlichkeiten, die aber nur nach und nach ausgebaut werden können. Einen vernünftigen Businessplan zu erstellen gestaltet sich schon schwierig, da uns noch so viele Parameter fehlen. Sämtliche Material, - und Betriebskosten. Z. B. Wasserverbrauch kann man nur schätzen. Ebenso Chemie. Gas und Strom. Was wird verbraucht und zu welchem Preis bezogen. Das fängt bei CO2 an und hört bei Papierhandtüchern auf. Natürlich haben Rechnungen und Überlegungen angestellt, aber letztlich wird es erst die Zeit zeigen was die tatsächlichen Kosten sind.
Das die Vermarktung ein sehr wichtiger, wenn nicht der wichtigste Baustein ist, ist natürlich klar. Aber wie sollte den eine Marktanalyse praktisch aussehen? Wir wollen das Bier in Flaschen eigentlich nur im eigenen Laden anbieten. Alles andere wäre viel zu Aufwendig. Bleiben also noch die Gastronomen. Zu analysieren gibt es da nicht viel. Es gibt die mit Brauereivertrag, die scheiden von vornherein sowie aus, und die ohne. An die ohne kann man nach und nach heran treten. Allerdings geht das erst, wenn ich ein Produkt zum Anbieten habe. Niemand gibt mir eine Zusage, wenn er nicht weiß was ich verkaufe. Das heißt, wir müssen mit einer reduzierten Menge anfangen. Zwei Sorten. Klassisch Hell und Dunkel. An Rezepten arbeite ich gerade. Wenn da jemand Vorschläge hat, wäre ich sehr dankbar! Und immer mal einen Sondersud. Mal ein Märzen, mal ein Weizen, mal ein IPA. Problem wir sein obergärig zu brauen. Wenn wir dann mit den beiden Hauptsorten eine Gewisse Kundschaft aufgebaut haben, können wir die Kapazität immer noch steigern. Wir dürfen nicht vergessen das die Brauerei nur ein kleiner Teil des Projektes ist. Dort gibt noch zig Ferienwohnungen, Gastronomie, eine Galerie, das Kloster mit Besichtigungen, Veranstaltungen und so weiter. Natürlich wäre es schön, wenn gleich zum Anfang im Plus gewirtschaftet wird, und das muss auch perspektivisch der Fall sein, aber der Druck ist nicht so hoch. Das heißt, es steht niemand mit der Schrotflinte hinter mir. Das Marketing wird sicherlich auch nicht meine Aufgabe sein. Aber wir haben 2 Leute die sich um Social media und Web Auftritt kümmern. Das würde ich ja gar alles schaffen und das ist auch nicht so mein Metier. Ich denke mit dem ganzen Produktionsprozess bin ich gut beschäftigt. Und ja klar, es wird schwer, junge Leute in ein Kloster zu bringen. Es ist aber auch ein Schloss. Mit Schlosshof wo man wunderschön sitzen kann, wo ständig Feste stattfinden, Weihnachtsmarkt usw., mit kühlem Kelllergewölbe als Gastraum. Also die Voraussetzungen sind allemal gegeben.
Kurze Frage noch zur Reinigung. ZKGs CIP mit Lauge, ist klar. Zum desinfizieren Peressigsäure und klar nachspülen. Dazwischen nochmals sauer reinigen? Der Platten Wärmetauscher ist ja nach dem desinfizieren voll mit Desinfektionsmittel. Spült man den zwischen den Brautagen mit klarem Wasser durch und desinfiziert am Brautag nochmal? Man hat ja sonst irgendwie die Desinfektion mit im Tank....
Was ich sehe ist das es scheinbar kein richtiges Gesamtkonzept gibt. "Ferienwohnungen, Gastronomie, eine Galerie, das Kloster mit Besichtigungen, Veranstaltungen und so weiter" sind alles, wenn in ein Gesamtkonzept gepackt, Absatzmärkte die dir den Grundabsatz sichern können.

Du spricht auch vom 'eigenen' Laden. Auch hier, zumal eben in Kombination mit einer touristisch geprägten Location, kannst du durchaus Absatz machen. Wenn du von Flaschen sprichst, tue dir den Gefallen und biete für Touristen/ Besucher 'ungewöhnliche' Gebinde an, wie 1l Flaschen, hier hast du den Vorteil das du zum einen das Pfand bestimmst und zum anderen wahrscheinlich wenig Leergut Rücklauf hast.

Zu den Sorten würde ich ebenfalls den Bezug zum Schloss/ Kloster suchen. Ein klassisches Hell steht zum einen in der Konkurrenz zu jeder anderen Brauerei und hat zum anderen wenig Bezug zur Location. Ich würde hier ein Bier brauen, das etwas kräftiger in der Farbe ist als ein Helles und es Klosterbier nennen.

Dein Reinigungsschema hängt von vielen Parametern ab. Gerade die Häufigkeit der sauren Reinigung hängt sehr stark von deinem Wasser und z.B. deinem Heizsystem ab. Das gleiche gilt ob du Desinfektionmittel im PWT stehen lassen kannst. Das hängt vom PWT ab und, meine persönliche Meinung, ich würde das mit Persessigsäure nicht tun.

Cheers

Jan
Kleine Nachbemerkung: beim Businessplan und Details wie Wasserkosten, Papierhandtücher etc. hilft nicht nur die IHK, sondern vor allem der Dehoga. Der hat alle Durchschnittsdaten zur Hand, die man zur Orientierung umgerechnet auf die eigene Größe kalkulieren kann.

Auch welche Kanalkosten man bei so unterschiedlichen Geschäftsfeldern wie "Ferienwohnungen" und "Kloster zur Besichtigung" auf unterschiedlichen Plattformen (booking.com, ferienwohnungen.de, Bus- und Reiseunternehmen) kalkulieren muss. (Wir haben an unserer Akademie mit 50 Zimmern Reisegruppen an den örtlichen Touristiker delegiert, der uns das ganze Werbegeschäft abnimmt; man verhandelt mit ihm P.p. und per Gruppengröße (Preisnachlässe), er kalkuliert für sich selbst. Die Bewirtung erfolgt nach Absprache.)

Ehrlich gesagt schreit das alles sogar nach mehreren Beratern. Die Werbeagentur vor Ort reicht da nicht.

Vielleicht macht am besten zu Beginn ein Seminar des Dehoga zur Betriebsgründung Sinn? Wird regelmäßig in den Regionen angeboten; und man vernetzt sich dazu...
Und da sollte das gesamte Team hingehen, nicht nur einer!

Radulph

Edit: So Hinweise wie mit den 1-Liter-Flaschen sind wichtig. So etwas spricht sich vor Ort herum und ist die beste Mundpropaganda. Aber das ist gerade der fünfte Schritt nach dem ersten :Wink
Zuletzt geändert von rakader am Mittwoch 11. Februar 2026, 17:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#35

Beitrag von §11 »

Ich sehe den ersten Schritt tatsächlich noch nicht mal bei einer Werbeagentur, sondern bei einer spezialisierten Unternehmensberatung, die nebenbei auch Fragen wie Vergleichskosten beantworten können.

Falls du hier den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, kann ich die meine Erfahrung gerne als PM mitteilen.

Cheers

Jan
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#36

Beitrag von rakader »

§11 hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 16:58 Ich sehe den ersten Schritt tatsächlich noch nicht mal bei einer Werbeagentur, sondern bei einer spezialisierten Unternehmensberatung, die nebenbei auch Fragen wie Vergleichskosten beantworten können.

Falls du hier den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, kann ich die meine Erfahrung gerne als PM mitteilen.

Cheers

Jan
Sehe ich wie im Vorpost erwähnt ebenfalls so. Wollte gerade noch eine Ergänzung schreiben: Die Wirtschaftsförderung des Regierungsbezirks kann bei Expertise helfen. Ebenso die regionale Touristikagentur - also nicht die vor Ort, die ist zu klein und hat nur begrenzte Mittel. Vorteil: Wirtschaftsförderung zahlt ggf. die Unternehmensberatung, bzw. hat eine mit an Bord. Manche Unis wie hier in Passau (Gründerzentrum) vernetzen zu Startups. Im besten Fall erarbeiten dann Studerende der Betriebswirtschaft in einem Seminar ein Konzept.

Da das nach einem größeren Projekt klingt: Hat jemand von Euch daran gedacht, EU-Mittel in Anspruch zu nehmen? Wenn es eine strukturschwache Region ist, kommen Mittel aus dem Kohäsionsfonds zur regionalen Entwicklung in Betracht. Auch ist es eine gute Idee nach Interreg-Programmen im Bereich Tourismus / nachhaltiger Tourismus Ausschau zu halten. Da kann man von Know-How-Transfer und Vernetzung profitieren, gerade im Bereich Verwaltung-KMU.

Und was noch gar nicht angeklungen ist (oder ich habe es übersehen): wieivel Vorlaufzeit habt ihr für den Gründungsprozess eingeplant? Gibt es eine Road-Map mit Zeitfenstern und heruntergebrochenen Arbeitspaketen? Wenn nicht - da machen Dehoga und Co oder gute Berater wirklich Sinn. Bildlich gesprochen ordnen sie den ganzen Wald mit seinen Bäumen und machen alles erträglich übersichtlicher.

Stelle mich ebenfalls bei Fragen mit meiner Erfahrung per PM zu Verfügung, ggf. Telefon n.V.

Gruß
Radulph

Edit: Vernetzung Uni
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#37

Beitrag von HankSchrader »

pfaelzerbube hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 16:20 WAs ich bisher noch nicht verstanden habe, ist deine eigentliche Rolle dort. Bist sagst du bist einziger Angestellter. Also Gibt es ja einen anderen als Geschäftsführer/Inhaber von dem ganzen oder? Dann verstehe ich deine Fragen nicht so wirklich. Wem gehört was und wer ist für was verantwortlich?
Es gibt eine Stiftung des Schlosses/ Klosters mit GmbH. Der Gesellschafter ist ein in der Region sehr bekannter, älterer Herr, welcher weitreichende Kontakte pflegt. Er baut Kirchen um, Konzerthäuser und nun eben auch das gesamte Schloss mit anhängendem Kloster. Das wurde Kernsaniert und hat mehrere Millionen Euro gekostet. Er hat eine große Affinität zum Brauen, saß früher im Aufsichtsrat der Hasseröder und wollte damals schon die Brauerei kaufen. Im Zuge dieser Sanierung reifte wohl vor Jahren der Plan, im Keller der Anlage eine Brauerei zu installieren. Da er (also mein Chef) aber selbst keine Ahnung vom Brauen ansich hat, holte er sich als ehrenamtlichen Berater seinen Freund dazu. Der ehemalige Getränkechef von Hasseröder und wohl auch Becks. Keine Ahnung, jedenfalls weiß der wivon er redet. Dieser hat dann zu Corona Zeiten eine gebrauchte Brauerei komplett gekauft und eingelagert. Diese wurde jetzt mit Planungsbüro und vielen involvierten Firmen installiert. Vom Land als Förderer wurde festgelegt das 3,5 Stellen mindestens geschaffen werden müssen. Da sind aber die Ferienwohnungen etc. dabei. Ich habe mich dort als Brauer eingebracht und sozusagen beworben und wurde genommen. Es gibt aber noch 2 junge Brauer, die zwar zeitlich und familiär nicht so mitwirken können, die aber auch fit in IT, social media usw. sind. Wie die beiden dann später in die Firma eingebunden werden, liegt nicht bei mir. Das Marketing ist also für erstmal aussen vor. Da gibt es auch schon Absprachen mit Gastro Betrieben usw.
Da ja die Diskussion hier doch sehr in Richtung Marketing und so weiter geht, das war eigentlich nicht mein Kernanliegen. Mir ging es eher darum den täglichen Arbeitsablauf zu optimieren und organisieren. Wo bekomme ich Hopfen in den entsprechenden Mengen, z. B. Resch. Ich kann ja nun nicht mehr kleine Tütchen bei Mashcamp bestellen. Wie arbeite ich optimal mit den ZKGs, wann spüle ich was und womit. Na eben solche Dinge. Ich bin ja auch nicht neu dabei und weiß schon was ich tue, aber ich dachte viele Leute wissen auch viel mehr.
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#38

Beitrag von HankSchrader »

§11 hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 16:58 Ich sehe den ersten Schritt tatsächlich noch nicht mal bei einer Werbeagentur, sondern bei einer spezialisierten Unternehmensberatung, die nebenbei auch Fragen wie Vergleichskosten beantworten können.

Falls du hier den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, kann ich die meine Erfahrung gerne als PM mitteilen.

Cheers

Jan
Hallo Jan, das kannst du natürlich gerne machen, würde mich freuen. Aber ich bin in der Firma wahrscheinlich der falsche Ansprechpartner, da ich eigentlich nicht derjenige bin, der für den Absatz zu sorgen hat. Ich mache alles was ich kann in der Brauerei, aber ich leite nicht die Firma als solches.
Du meinst also die Peressigsäure raus aus dem PWT und mit klarem Wasser zum Schluß durch? Und dann am Brautag? Neu desinfizieren?
@rakader Danke für deine Ausführungen. Ja es gab EU Förderung. Aber da habe ich keinen Einblick.
Grüße Crazyalf
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HankSchrader
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#39

Beitrag von HankSchrader »

rakader hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 17:04
§11 hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 16:58 Ich sehe den ersten Schritt tatsächlich noch nicht mal bei einer Werbeagentur, sondern bei einer spezialisierten Unternehmensberatung, die nebenbei auch Fragen wie Vergleichskosten beantworten können.

Falls du hier den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, kann ich die meine Erfahrung gerne als PM mitteilen.

Cheers

Jan
Sehe ich wie im Vorpost erwähnt ebenfalls so. Wollte gerade noch eine Ergänzung schreiben: Die Wirtschaftsförderung des Regierungsbezirks kann bei Expertise helfen. Ebenso die regionale Touristikagentur - also nicht die vor Ort, die ist zu klein und hat nur begrenzte Mittel. Vorteil: Wirtschaftsförderung zahlt ggf. die Unternehmensberatung, bzw. hat eine mit an Bord. Manche Unis wie hier in Passau (Gründerzentrum) vernetzen zu Startups. Im besten Fall erarbeiten dann Studerende der Betriebswirtschaft in einem Seminar ein Konzept.

Da das nach einem größeren Projekt klingt: Hat jemand von Euch daran gedacht, EU-Mittel in Anspruch zu nehmen? Wenn es eine strukturschwache Region ist, kommen Mittel aus dem Kohäsionsfonds zur regionalen Entwicklung in Betracht. Auch ist es eine gute Idee nach Interreg-Programmen im Bereich Tourismus / nachhaltiger Tourismus Ausschau zu halten. Da kann man von Know-How-Transfer und Vernetzung profitieren, gerade im Bereich Verwaltung-KMU.

Und was noch gar nicht angeklungen ist (oder ich habe es übersehen): wieivel Vorlaufzeit habt ihr für den Gründungsprozess eingeplant? Gibt es eine Road-Map mit Zeitfenstern und heruntergebrochenen Arbeitspaketen? Wenn nicht - da machen Dehoga und Co oder gute Berater wirklich Sinn. Bildlich gesprochen ordnen sie den ganzen Wald mit seinen Bäumen und machen alles erträglich übersichtlicher.

Stelle mich ebenfalls bei Fragen mit meiner Erfahrung per PM zu Verfügung, ggf. Telefon n.V.

Gruß
Radulph

Edit: Vernetzung Uni
Vielen Dank! Das ursprüngliche Zeitfenster sah mal vor Ende Februar den ersten Sud zu machen. Da halte ich den Sommer für realistischer. Wie gesagt, EU Mittel wurden ausgeschöpft. Gestern kam das große "Hier baut mit Mitteln der EU...." Schild weg. Sorry wenn ich gerade nicht mehr so ausführlich antworten kann, ist gerade etwas viel auf einmal zu tun.
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#40

Beitrag von §11 »

HankSchrader hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 19:15
§11 hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 16:58 Ich sehe den ersten Schritt tatsächlich noch nicht mal bei einer Werbeagentur, sondern bei einer spezialisierten Unternehmensberatung, die nebenbei auch Fragen wie Vergleichskosten beantworten können.

Falls du hier den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, kann ich die meine Erfahrung gerne als PM mitteilen.

Cheers

Jan
Hallo Jan, das kannst du natürlich gerne machen, würde mich freuen. Aber ich bin in der Firma wahrscheinlich der falsche Ansprechpartner, da ich eigentlich nicht derjenige bin, der für den Absatz zu sorgen hat. Ich mache alles was ich kann in der Brauerei, aber ich leite nicht die Firma als solches.
Du meinst also die Peressigsäure raus aus dem PWT und mit klarem Wasser zum Schluß durch? Und dann am Brautag? Neu desinfizieren?
@rakader Danke für deine Ausführungen. Ja es gab EU Förderung. Aber da habe ich keinen Einblick.
Gut das, das geklärt ist, ich habe deine ursprüngliche Anfrage auch eher so verstanden das du dich ums Brauen kümmerst und um sonst nichts.

auf meinde Frage hier:
Nur um mal den "Scope" abzustecken. Um was sollst du dich bei der Brauerei kuemmern? Um Alles vom Einkauf, uber Technik bis zur Vermarktung?
hat mich deine Antwort dann wohl verunsichert
ch werde mich tatsächlich um alles kümmern müssen. Der ältere Herr wird in der Brauerei nicht mitarbeiten. Ich muss also Bestellungen bearbeiten, ausliefern, Ware bestellen, abfüllen, etikettieren, spülen, schroten, brauen, reinigen und was sonst noch so anfällt. Mir wird ab und zu geholfen aber es soll eine Halbtagsstelle besetzt werden, die dann eventuell täglich ein paar Stunden da ist. Ein zweiter Brauer wird auf jeden Fall nicht dazu kommen.
Wenn du 7.5hl Helles braust, wirst du um die 135kg schütten. Das sind grob 5.5 Sack Malz. Normal hast du etwa 40 Säcke (oder 1t) Malz auf einer Palette. Heisst grob 7 Sude je Palette.

Die ganz grosse Frage bei Malz ist, wo lagerst du, wie sieht das Lager aus (trocken und sauber) und wie weit ist die nächste Mälzerei weg?

Du willst dein Malz, gerade unter nicht idealen Bedingungen, nicht ewig lagern. Gefühlt um die 6 Monate. Auf der anderen Seite sind die Transportkosten meistens unerheblich höher, ob der LKW nun 1 oder mehrer Paletten ablädt.

Ohne genau zu wissen wo du bist, schaut es zumindest so aus als würde Rhönmalz in 97638 Mellrichstadt http://www.rhoenmalz.de/ und Malt Europ in 01809 Heidenau https://www.malteurop.com/en nicht ganz am anderen Ende der Republik liegen. Hier würde ich mal nach Preisen für Sackware anfragen.

Hopfen wirst du bei einem Hellen für 7.5 hl bei etwa einem dreiviertel Kilo bis Kilo liegen. Je nach Hopfensorte musst du dich da tatsächlich umschauen. Anders als bei Malz sind Hopfengebinde auch nicht unbedingt 'standardtisiert'. Du willst halt am besten Gebinde haben, die du auch schnell aufrbauchst, also in deinem Fall 500g oder 1 kg. Hier ist wichtig das du den Hopfen kalt lagerst. Solange er verschweisst ist, hält er kalt auch recht gut. Hier kann es sich lohnen grössere Mengen zu kaufen. Das hilft dir auch den Geschmack konstant zu halten. Ich glaube Resch hat auch grosse Mengen, sonst z.B. Eisemann, Baywa, BarthHaas etc.

Bei der Hefe kommt es sehr auf deinen Sudplan an. Ehrlich gesagt würde ich am Anfang, der Einfachheit halber, auf Trockenhefe setzen. Bei 7.5hl 'passt' einer der 500g Blöcke. Dafür gibt es unterschiedliche Anbieter, wie Fermentis oder Gozdawa (für 1/3 des Preises)

Reinigung hatte ich ja bereits geschrieben.

Zum Ablauf ist es sehr schwierig etwas zu sagen, ohne die Anlage bzw. das P&ID der Anlage zu kennen.

Hoffe das hilft.

Cheers

Jan
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#41

Beitrag von §11 »

Noch eine Frage, die bei der Einschätzung hilft. So wie ich es verstehe gibt es ja bereits Events und auch Gastro. Es wäre gut zu wissen von welchen Mengen wir hier sprechen. Die Möglichkeit die Produktion zu erhöhen ist immer einfach, das Problem ist eher zu Beginn das Bier los zu werden, bevor es in der Qualität abnimmt, denn das kann gerade zur Markteinführung Schaden anrichten, der schwer wieder gut zu machen ist.

Hat der Besitzer eine grobe Einschätzung wieviel Menge er absetzen kann/ will?

Cheers

Jan
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#42

Beitrag von §11 »

Last but not least, ist mir gerade eingefallen. Da das Projekt ja von Ferienwohnungen über Gastro bis zur Brauerei sehr unterschiedlichen "Reinigungsbedarf" hat, könnte es auch Sinn machen sich nach einem "Systemanbieter" wie EcoLab umzusehen und alles aus einer Hand zu beziehen.

Jan
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#43

Beitrag von rakader »

§11 hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 20:03 Gut das, das geklärt ist, ich habe deine ursprüngliche Anfrage auch eher so verstanden das du dich ums Brauen kümmerst und um sonst nichts.
HankSchrader hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 19:15 auf meinde Frage hier:
Nur um mal den "Scope" abzustecken. Um was sollst du dich bei der Brauerei kuemmern? Um Alles vom Einkauf, uber Technik bis zur Vermarktung?
hat mich deine Antwort dann wohl verunsichert
Ich werde mich tatsächlich um alles kümmern müssen. Der ältere Herr wird in der Brauerei nicht mitarbeiten. Ich muss also Bestellungen bearbeiten, ausliefern, Ware bestellen, abfüllen, etikettieren, spülen, schroten, brauen, reinigen und was sonst noch so anfällt. Mir wird ab und zu geholfen aber es soll eine Halbtagsstelle besetzt werden, die dann eventuell täglich ein paar Stunden da ist. Ein zweiter Brauer wird auf jeden Fall nicht dazu kommen.
Verunsichert hat das niemand. Das Projekt ist nur von Mal zu Mal größer gezeichnet worden. Und das schafft natürlich mit jedem zusätzlichen Schritt/Info neue Ausgangslagen und Anforderungen. Zusätzlich kommt die klare Aussage sehr spät, dass es sich in der Brauerei um eine Stelle handelt, die man als Geschäftsführer Brauerei beschreiben kann, nicht aber als Inhaber oder gemeinschaftlicher CEO für das Gesamtunternehmen.

Diese Konfiguration lässt natürlich die Aussage "ist eine Einzelkämpferstelle" in einem anderen Licht erscheinen. Und es ist klar, dass da Synergien entstehen, vor allem was das - ich nenne das mal so - Personalausleihen anlangt. Das ist positiv zu werten.

Mein Rat dazu ist, verschriftliche das. Vertraue nicht auf irgendwelche mündlichen Zusagen. Am besten man lässt sich davor von einem Notar oder Rechtsanwalt beraten und schreibt das nachher auch in den Arbeitsvertrag und/oder Teilhabevertrag hinein. Das sind ein paar hundert, aber sehr gut angelegte Euro. Ich spreche da aus Erfahrung, wir haben in Rumänien mit unserer Brauerei ein ähnliches Modell.

In der Konfiguration hat das Projekt Brauerei aber schon mehr Hand und Fuß. Da helfen wir hier sicher gerne weiter. Das Projekt Schloss, Restaurant ist eine andere Schiene, da darf der alte Herr für Beratung zahlen oder hat diese bereits getan. Kleine Hintergrundinfo als EU-Berater für Dich: Wenn der alte Herr bereits EU-Gelder eingeworben hat, wird er nicht nur Beratung in Anspruch genommen haben (der Papierkram hat es in sich), sondern das Projekt ist auch als erfolgsversprechend testiert worden.

Meine Rede mit der Dehoga, der IHK bleibt unbenommen. Ich würde mir jetzt den Businessplan vornehmen, mir dafür eine Deadline setzen. Mit diesem Daten kann man dann ins Feld gehen, um zu sehen, wie man die Brauerei am besten mit den Aktivitäten im Schloss, Restaurant, in der Region etc. vernetzen kann (solche Idee: das Restaurant wird z.B. regelmäßig zum Großmarkt fahren, kann man für Vertrieb und Kundenakquise nutzen). Das sollte aus Brauereisicht immer so angelegt sein, dass man viele Aufgaben an die Schlossholding und ihr Personal delegieren kann. Wenn man das nämlich nicht macht, arbeitet man am Ende für zwei - das berühmte Mädchen für alles.

Grüße
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#44

Beitrag von ggansde »

Lasst den Kollegen doch erstmal Luft holen :Smile
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Re: Hobbybrauer wird plötzlich Profi

#45

Beitrag von rakader »

ggansde hat geschrieben: Mittwoch 11. Februar 2026, 21:37 Lasst den Kollegen doch erstmal Luft holen :Smile
VG, Markus
Und gerade will ich noch einen Edit nachschieben - das mache ich jetzt und geb a Ruh :Smile
Ist ja nett gemeint - er muss sich nur die Stichwörter als Reminder rausschreiben. Das Niveau der Infos ist ja nicht ohne.

Also hier mein Edit:
Ein Frage wurde bisher verschämt ausgespart: Wie steht es um die Finanzierung? Fließen Eigenmittel rein oder wird das alles fremdfinanziert? Muss man sich bei EU-Förderung anteilig an der Kofinanzierung beteiligen? Gibt es eine Gewinnbeteiligung, einen Gewinnabschöpfungsvertrag oder ist es eine reine lohnabhängige Stelle? Wie steht es um das geistige Eigentum (Markenrecht, Verwertungsrecht, Wort- und Bildrechte (Logo)) etc. - ein weites Feld. Es macht jedenfalls Sinn, sich das draufzuschaufeln, dann hat man eine bessere Verhandlungsposition.

Unser Gastgeber der HBCON, Nico, könnte da wohl auch viel dazu sagen, wie man gut trennt und worauf zu achten ist.

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