Gueuze

GeschmackEin moderat saurer Charakter ist in der Regel in Balance mit den Malz-, Weizen- und Scheunen-Charakteristika. Eine niedrige, komplementäre Süße kann vorhanden sein, allerdings in auffallend hohen Mengen uncharakteristisch. Während einige dominant sauer sind, so ist Ausgewogenheit doch ein Merkmal eines besseren Gueuze. Verschiedene Fruchtgeschmacksnoten sind üblich, weiterhin kann ein Honiggeschmack auftreten. Ein milde Vanille- und/oder Fruchtgeschmacksnote ist hin und wieder erkennbar. Ein rauchiger oder zigarrenähnliche Geschmack ist nicht erwünscht. Die Hopfenbittere ist generell nicht vorhanden, allerdings kann eine sehr niedrige Hopfenbittere manchmal ausgemacht werden. Kein Hopfengeschmack. Kein Diacetyl.
AromaEin moderat saures Aroma verbindet sich mit Aromen, die an Scheune, erdig, Ziege, Heu, Pferd und Pferdedecke erinnern. Während einige dieser Biere auffallend sauer sein können, ist Ausgewogenheit ein Zeichen für ein besseres Gueuze. Normalerweise fruchtbetont mit Anklängen von Citrusfrüchten (oft Grapfruit), Apfel oder anderen leichten Früchten, wie Rhabarber oder gar Honig. Ein sehr mildes Eichenaroma ist erwünscht – ein rauchiges, zigarrenähnliches oder käsiges Aroma nicht. Kein Hopfenaroma. Kein Diacetyl.
MundgefühlLeichter bis mittel-leichter Körper. Trotz der niedrigen Stammwürze bei Endvergärung (sprich hochvergoren), sind die vielen körperbetonenden Geschmäcker dafür verantwortlich, dass sich das Bier nicht wie Wasser trinkt. Hat eine von niedrig bis hohe saure Empfindung, allerdings ohne säuerlich bissig zu wirken. Einige Biere dieser Sorte haben einen wärmenden Charakter. Stark karbonisiert.
AussehenGolden. Klarheit ist exzellent (außer bei geschüttelten Flaschen). Normalerweise eine dicke, fast mousse-artige Schaumkrone, die sehr lange hält. Immer sehr perlig/prickelnd.
KommentierungGueuze wird traditionell als Cuvee (Verschnitt) eines ein-, zwei- und dreijährigem Lambic hergestellt. Junges Lambic zeigt noch Restsüße, während ältere den „wilden“ Charakter des Senne Tals aufweisen. Ein gutes Gueuze zeichnet sich nicht durch die säuerliche Spritzigkeit aus, sondern eher durch das volle Bouquet, einem ausgeprägten Aroma und einem milden, samtartigen Geschmack. Lambic selbst wird ohne Kohlensäure angeboten, während ein Gueuze perlig/spritzig angeboten wird.
ZutatenUngemälztes Weizen (30-40%), Pilsner Malz und gelagerter Hopfen (dreijährig). Der gealterte Hopfen hat lediglich die Funktion der Haltbarkeitmachung und wird nicht im Sinne der Bitterung eingesetzt, somit ist eine tatsächliche Bittere in diesem Bier schwer festzustellen. Traditionell werden diese Biere mit wilden Hefen typisch für die Luft der Region „spontan“ vergoren und in Eichenfässern gelagert. Heimgebraute Biere und Biere kleiner handwerklicher Brauereien in anderen Regionen benutzen in der Regel Kulturen wie Saccharomyces, Brettanomyces, Pediococcus und Milchsäurebakterien, um die Wirkungsweise der original wilden Hefen nach zu empfinden. Kulturen werden hin und wieder auch einer Flasche fertigen Bieres entnommen, allerdings ist schwer abzuschätzen, welche Kulturen noch aktiv sind und welche nicht.
Kommerzielle BeispieleBoon Oude Gueuze, Boon Oude Gueuze Mariage Parfait, De Cam Gueuze, De Cam/Drie Fonteinen Millennium Gueuze, Drie Fonteinen Oud Gueuze, Cantillon Gueuze, Hanssens Gueuze, Lindemans Gueuze Cuvée René, Girardin Gueuze (Black Label), Mort Subite (Unfiltered) Gueuze, Oud Beersel Oude Gueuze.

Quelle: BJCP.org
Quelle: kgbrauereien.org



Fass eines GeuzesteekersGeuze oder Gueuze ist eine belgische Bierspezialität. Hergestellt wird sie durch Vermischen von meist ein Jahr altem, noch nicht komplett vergorenem, mit meist zwei bis drei Jahre altem Lambic. Die Mischung wird dann in Flaschen abgefüllt, wo durch eine zweite Gärung unter anderem Kohlensäure entsteht, die beim Lambic durch die Lagerung in Fässern verloren gegangen ist. Durch die zweite Gärung wird das Produkt saurer und entwickelt sein typisches Aroma. Der Geuzesteeker leitet das Lambic-Bier durch mehrere Lambic-Kessel, bis der Verschnitt die vorgeschriebene Qualität erreicht hat.

Die Herkunft des Namens ist nicht völlig geklärt. Die Deutschen führen ihn häufig auf die Goslarer und mitteldeutsche Gose zurück. Die Belgier schreiben es den Geusen zu, den brabantischen Freiheitskämpfern gegen die Spanier. Am wahrscheinlichsten ist die Herleitung, dass das belgische Fruchtbier zuerst in Brüssel in einer Lambikbrauerei in der Geuzestraat gebraut wurde, die allerdings nach den Geusen benannt ist.

Herstellung

Das Bier wird ohne Zusatz von Reinzucht-Bierhefen vergoren. Bei der Spontangärung gelangen neben den für den Brüsseler Raum typischen Hefen auch Bakterien in den Sud, wodurch dieser seine milch- und essigsaure Note und das komplexe Aroma erhält. Das Bier lagert für etwa zwei Jahre in Flaschen, die mit einem Korken versehen sind, in Regalen - ähnlich wie Champagner. Problematisch kann nur die übermäßige Kohlensäureentwicklung sein, die es auszeichnet. Sie kann, ebenso wie bei Champagner, zu einem Überdruck führen und so zur Explosion der Flaschen.

Besonderheit

Der Geuze wird eine stark harntreibende Wirkung nachgesagt, was als kleiner Gag im Asterix-Band Asterix bei den Belgiern Einzug findet.

Quelle: Wikipedia

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