Hopfenseiher - Typ Schwanenhals

Der Hopfenseiher ermöglicht es, die Würze nach dem Hopfenkochen relativ klar abzuziehen und von den Trubstoffen zu befreien.

Dieser Würzesiphon besteht im wesentlichen aus einem ringförmig gebogenen Kupferrohr. Die Filterung des Hopfens erfolgt durch an der Unterseite angebrachte Löcher, aus denen die Würze abgezogen wird.

Zunächst muß der innere Umfang des Brautopfes in Bodennähe gemessen werden. Entsprechend diesem Maß wird nun das Kupferrohr an einer Seite, der späteren Unterseite des Hopfenseihers, der Länge nach mit Bohrlöchern versehen. An der Unterseite deshalb, damit die Würze vom Boden weg abgezogen werden kann und nicht als erstes die oben auf dem Rohr liegenden Trubteile angesaugt werden.

Tip: Du kannst die Löcher auch zum Schluß bohren, sofern Du einen geeigneten menschlichen oder mechanischen Halter hast. Der Vorteil dabei ist, daß das Risiko des Knickens beim Zurechtbiegen minimiert wird.

Die Stärke des Bohrers sollte dabei 1,5 bis 2,0 mm (kleinere Bohrer brechen sehr leicht ab), der Abstand der einzelnen Bohrlöcher etwa fünf Millimeter betragen. Das Bohren ist leider eine sehr mühselige Arbeit – mit einem Bohrständer und einem qualitativ hochwertigen Bohrer hat man nach etwa 30 Minuten alle Löcher gebohrt.

Bevor anschließend das Kupferrohr in die erforderliche Form gebracht wird, erfolgt das Verschließen des einen Rohrendes. Hierzu entweder eine Abschlußkappe zum Löten verwenden oder – noch einfacher – das Rohrende in einen Schraubstock einspannen und zuquetschen. Aber aufgepaßt, leicht entstehen hier scharfe Kanten, die entweder der Brauerhand (wächst nach) oder der Sudpfanne (muß womöglich neu beschafft werden) Blessuren zufügen könnten.

Tip: Wenn Du die Abschlußkappe nicht anlötest, sondern nur ein wenig deformierst und sie dann mit etwas Kraft aufsteckst, kannst Du sie später abnehmen, um deinen Siphon mal gründlich mit Wasserdruck und Schwammkügelchen (die man auch zum Reinigen von Bierleitungen nimmt) durchzuspülen.

Anschließend wird das Rohr ringförmig gebogen. Sehr hilfreich ist hierbei der Braukessel, um den das Kupferrohr gewunden werden kann. Dabei ist darauf zu achten, daß beim Biegen keine Knicke entstehen! Der entstandene Durchmesser muß möglichst genau dem Innendurchmesser des Braukessels am Boden entsprechen, da der fertige Würzesiphon möglichst stramm an der Außenseite und weitestgehend flach am Boden des Braukessels anliegen sollte.

Das andere Rohrende wird nun so gebogen, daß es später aus dem Braukessel herausragt (siehe Bild). Abschließend wird mittels der Schlauchschelle ein passender Kunststoffschlauch mit Absperrhahn am Auslauf des Würzesiphons angebracht. Sofern der Hopfenseiher später in ein System mit Ansaugpumpe integriert werden soll, ist der Absperrhahn natürlich überflüssig.

Tip: Falls Du die Löcher ohnehin erst zum Schluß bohren willst, kannst Du das an einem Ende verschlossene Rohr auch vor dem Biegen mit Sand befüllen. Dies minimiert ebenfalls das Risiko des Abknickens.

Einkaufsliste

Was?Wieviel?ca. EUR
Kupferrohr (weich), Außendurchmesser 1/2“ (12mm), Länge je nach Sudpfannengrößeca. 2m10.-
Optional: Endkappe für Kupferrohre, Innendurchmesser 1/2“1 Stk.1,-
Schlauch mit 1/2“ Innendurchmesser, lebensmittelecht, Länge je nach Sudpfannengrößeca. 1m3,-
Absperrhahn, lebensmittelecht, passend zum Schlauch1 Stk.3,-
Schlauchschelle, 15 - 20 mm Innendurchmesser1 Stk.1.-

Werkzeug:

  • Metallbohrer 1-2 mm
  • ggf. Bohrständer
  • ggf. Lötausrüstung zur Befestigung der Endkappe
  • Schraubendreher

Verwendung des Würzesiphons

Damit ein Abziehen der heißen Würze ohne Einsatz einer Pumpe und ohne mündliches Ansaugen möglich ist, wird der Siphon, wenn nötig, mit Wasser gefüllt und der Absperrhahn verschlossen. Rechtzeitig vor Kochende wird er dann in den Braukessel gestellt – das macht auch gleich eventuell vorhandene Keime unschädlich.

Kurz nach Kochende bedient man sich dann des „Whirlpool“-Effektes, der auch in vielen Brauereien genutzt wird, um Hopfen und Heißtrub auszuscheiden: Dazu wird die Würze mit dem Braulöffel so kräftig umgerührt, daß sich für kurze Zeit ein Strudel bildet. Hierdurch entsteht am Boden des Braukessels ein Trubkegel aus Hopfenbestandteilen und Heißtrub. Nach etwa 30 Minuten ist die Bildung dieses Trubkegels abgeschlossen und das Abziehen der Würze kann beginnen.

Falls ohne Pumpe gearbeitet wird, muß der Gärbehälter tiefer unterhalb des Sudpfannenbodens stehen. Dann wird der Absperrhahn des Siphons geöffnet und zuerst das im Würzesiphon vorhandene Wasser mit einem kleinen Gefäß aufgefangen, ehe die klare Würze fließt.

Da diese langsam und vom Rand des Braukessels her abgezogen wird, bleibt der Trubkegel bis fast zum Ende unzerstört. Er beginnt erst zu zerlaufen wenn der Würzespiegel niedriger ist als die Spitze des Trubkegels. Nun sollte die restliche Würze durch Regelung des Absperrhahnes oder der Pumpe langsamer abgezogen werden.

Fazit

Der Würzesiphon liefert sehr gute Ergebnisse und kann vor allem auch ideal mit dem Eingang eines Gegenstromwürzekühlers verbunden werden. Wer möglichst alle Trubbestandteile einschließlich des Kühltrubs entfernen will, der kann der geliebten Windel weiter die Treue halten und die vorgeklärte Würze zusätzlich hindurchleiten, oder auf die inzwischen recht beliebten Filtersäcke noch zur Klärung der gekühlten Würze zurückgreifen. Da Kühltrub jedoch als gärförderlich gilt, genügt der Hopfenseiher bei sorgfältiger Anwendung vollkommen.

Quelle:BesserBierBrauen

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