Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

Hier kommt alles rein, was woanders keinen Platz hat.
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Johnny H
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Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#1

Beitrag von Johnny H » Freitag 5. April 2019, 22:18

Ich packe das mal ins allgemeine Forum, weil es vielleicht mehr ist als nur eine auf Berlin beschränkte Sache

Rumms!!

BrewDog

Stone

Ich fand die Standortwahl dort draußen von Anfang an komisch, um nicht zu sagen ignorant, aber vielleicht hat es ja nicht (nur) daran gelegen.

Mir persönlich war Stone in Mariendorf immer zu weit und dazu auch zu teuer, auch wenn ich es dort draußen durchaus schön fand und ich eigentlich immer froh war, dass Stone da war und den Bierhorizont erweitert!! Von daher bedaure ich das, es kommt aber vielleicht auch nicht ganz überraschend.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#2

Beitrag von Proximus » Freitag 5. April 2019, 22:33

Ich hatte es zunächst für einen verspäteten Aprilscherz gehalten.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#3

Beitrag von Johnny H » Freitag 5. April 2019, 23:26

https://www.beervanablog.com/beervana/2 ... 9bPU82z2yk

Zitat:
Lars Marius Garshol 30 minutes ago · 0 Likes
In the US probably a location like that would make sense. People would drive there, get drunk, and do whatever Americans do to get back home. In Europe that's not really going to happen.

So... you set up an enormous location, way outside the city centre, serve beer that's totally foreign to the local population, pour scorn on their famous brewing heritage, and then expectantly wait to rake in the cash.

I'm still confused about why this failed.
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#4

Beitrag von §11 » Freitag 5. April 2019, 23:53

Ich meine das Sprichwort heißt „Hochmut kommt vor dem Fall“. Gutes Bier zu brauen ist der kleinste Teil einer erfolgreichen Brauerei

https://youtu.be/Jyu_vCMa-Mc
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#5

Beitrag von hyper472 » Samstag 6. April 2019, 00:03

Mir ist es recht. Ich kenne von beiden Brauereien nur ein paar Biere, aber bei denen kann Brewdog absolut mithalten. Mich hat die selbstgerechte Arroganz von Greg Koch Superstar gewaltig genervt und über die (perfekte) Location weit hinter dem Ar...m der Welt, die er zum Nabel der Welt machen wollte, kann man sowieso nur lachen.
Ich hoffe, die Mitarbeiter haben es jetzt leichter als bisher unter der Fuchtel dieses eitlen Gockels.
Viele Grüße, Henning
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#6

Beitrag von Scheibelhund » Samstag 6. April 2019, 01:59

War das der Dosenhengst aus USA?
Im Winter trink' ich und singe Lieder
aus Freude, daß der Frühling nah ist,
und kommt der Frühling, trink' ich wieder,
aus Freude, daß er endlich da ist.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#7

Beitrag von London Rain » Samstag 6. April 2019, 08:45

Johnny H hat geschrieben:
Freitag 5. April 2019, 23:26
https://www.beervanablog.com/beervana/2 ... 9bPU82z2yk
Danke! Sehr guter Kommentar.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#8

Beitrag von Beerkenauer » Samstag 6. April 2019, 08:59

Die Erklärung von Greg Koch finde ich sehr überheblich und arrogant.
Er sucht die Schuld bei uns Deutschen, die lieber ihr billig Bier trinken (naja stimmt ja auch zum Teil), und ignoriert völlig, dass wir eine Jahrhunderte alte Bier Tradition haben. Das sind halt nunmal die klassischen Bierstiele Pils, Kölsch, Alt usw und nicht Tripple Chocolate Milk Stout und wie sie alle heißen.Nicht falsch verstehen, ich bin ein riesen Fan von aussergewönhlichen Bieren aber ich denke Greg Koch hat sich schlicht übernommen und am Ende
hat die Marge nicht mehr gereicht. Aus dem Hippie Brewer ist halt auch knallharter Geschäftsmann geworden.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#9

Beitrag von HubertBräu » Samstag 6. April 2019, 09:31

Sehe ich ganz genau so Stefan.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#10

Beitrag von hyper472 » Samstag 6. April 2019, 10:10

Beerkenauer hat geschrieben:
Samstag 6. April 2019, 08:59
Die Erklärung von Greg Koch finde ich sehr überheblich und arrogant.
Er sucht die Schuld bei uns Deutschen, die lieber ihr billig Bier trinken (naja stimmt ja auch zum Teil)
Stimmt zwar, aber es erinnert mich an den Witz mit dem Geisterfahrer:
Das Radio meldet einen Geisterfahrer. Brummt einer auf der Autobahn: „Was heißt da einer, es sind hunderte!“
Was soll’s, ich freu mich auf BrewDog, wenn ich mal wieder in Berlin bin!
Viele Grüße, Henning
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#11

Beitrag von Brauwolf » Samstag 6. April 2019, 10:16

Stone ist nicht der erste Ami, der in Deutschland scheitert - das ist zum einen die typische amerikanische Großmannssucht (wobei Stone mit Berlin noch den adäquatesten Standort gewählt hat) und mangelndes Verständnis für das deutsche "Mindset". Auch Walmart hat lernen müssen, dass Deutsche auf morgendliche Fahnenapelle und Treueschwüre auf die große Führung seit Adolf und Erich keinen Bock mehr haben. Es entscheidet dann nur noch die Kapitalkraft und der Wille der Finanziers, wie lange der Standort gehalten werden kann.

Und Stone wird nicht der letzte Ami sein, der hier aus den genannten Gründen die Segel streichen wird.


Cheers, Ruthard
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#12

Beitrag von marsabba » Samstag 6. April 2019, 11:07

Frägt sich nur, wie Brewdog das Ruder herumreissen möchte. Der STandort ist ja nach wie vor schlecht, und für den Nicht-BierNerd wird auch bei den Bieren kein großer Unterschied feststellbar sein.

Oder suchen die Schotten einen Brexit-sicheren STandort ?

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#13

Beitrag von Beerkenauer » Samstag 6. April 2019, 11:27

marsabba hat geschrieben:
Samstag 6. April 2019, 11:07
Oder suchen die Schotten einen Brexit-sicheren STandort ?
Das könnte allerdings ein Auslöser für den Kauf gewesen sein, damit werden sie weiterhin innerhalb der EU den europäischen Markt bedienen können.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#14

Beitrag von Boludo » Samstag 6. April 2019, 11:45

Amerikaner haben in der Tat kein Problem damit, mit dem Auto in die Pampa zu fahren und danach besoffen wieder zurück. War selber ganz erstaunt, aber solange man geradeaus fährt, wird man in den USA normalerweise auch nicht kontrolliert. Im Gegensatz zu uns braucht dort die Polizei einen Grund, um einen zu kontrollieren. Stone hat das eventuell einfach nicht berücksichtigt. Ich kenne den Laden nur vom Hörensagen, aber ich vermute trotzdem, dass der wesentlich besser gelaufen wäre, wenn er zentraler gelegen hätte.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#15

Beitrag von Beerkenauer » Samstag 6. April 2019, 11:57

ich glaube das Stone 2 Probleme gehabt hat.
1. Der Laden lief nicht gut
2. Der Verkauf von Stone Bieren lief in Deutschland u. EU nicht wie erwartet.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#16

Beitrag von chaos-black » Samstag 6. April 2019, 11:58

Der Laden war bisher echt einer meiner liebsten, aber wegen der langen Wege war ich trotzdem in der ganzen Zeit nur drei mal da. Also schnell noch mal hin bevor er zu ist.
Brewdog werde ich mir danach aber natürlich auch ansehen, grundsätzlich war mir Stone aber immer etwas sympatischer, aber das ist wohl sehr subjektiv.
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#17

Beitrag von Johnny H » Samstag 6. April 2019, 12:07

Ich hatte von Anfang an das Gefühl, Greg Koch interessiert sich nicht die Bohne für die Bedingungen und Konsumgewohnheiten vor Ort. Dazu gehört, dass eben die wenigsten nach JWD fahren, um dort sehr teuer zu essen und dann vielleicht ein sehr teures Bier zu trinken, und in Berlin gleich schon mal gar nicht.

Dann muss man sagen, dass die Bierkultur in Deutschland natürlich gelitten hat und ins Hintertreffen geraten ist, aber es bestehen eben nicht Bedingungen wie in den USA in den 80ern, als es für >250 Millionen Menschen noch gerade mal 40 Brauereien gab. Da braucht Deutschland Evolution, nicht Revolution.

Dann ist es ja natürlich lobenswert, eine Berliner Weiße zu brauen, aber dann muss man sich auch ein wenig um historische Genauigkeit bemühen und nicht nur ein kettle sour mit viel Hopfen brauen.

Und über Stone als Arbeitgeber habe ich auch Geschichten gehört, die eher darauf hindeuten, dass er sich auch da keinen Deut um deutsche Gewohnheiten bzgl. Rechte von Angestellten geschert hat.

Und und und... da findet man sicher noch weitere Dinge die in Summe aber die gleiche Denke bzw. Ignoranz offenbaren!
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#18

Beitrag von bwanapombe » Samstag 6. April 2019, 13:45

Ich war im Ganzen glaube ich zweimal da und fand es verhältnismäßig gut besucht. Aber verhältnismäßig reicht vielleicht auch nicht.

Die beiden Hauptfaktoren können eigentlich nur Auslastung der Brauerei und Geldbedarf sein. Ich traue Brewdog zu, die Brauerei besser auszulasten und Kapitalmangel scheinen sie auch nicht zu haben.

Der Brexit ist sicher auch ein Faktor, den Schritt jetzt zu gehen.

Ich bin froh, dass der Standort weiter genutzt wird.

Dirk

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#19

Beitrag von Scheibelhund » Sonntag 7. April 2019, 04:17

Das was Stone im ganz Großen widerfahren ist, höre ich von den Landgasthöfen in meiner Umgebung im Kleinen: Daß es wohl Craftbierfans gibt, die alles zu jedem Preis der Welt haben wollen, aber das ganz normale Publikum lieber zum Althergebrachten greift. Die Welle hat wohl ihren Höhepunkt erreicht.
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#20

Beitrag von AxelS » Sonntag 7. April 2019, 06:30

Ich find das klasse! Ich wohne fußläufig 10 Minuten von Stone/Brewdog, hatte eine zeitlang 2 Growler, die ich mir regelmäßig auffüllen ließ (mit einer GDA!). Bis das Bier langweilig wurde...
Zwischenzeitlich wurde ich "Anteilseigener" bei Brewdog, die mir mit ihrem schnieken Rezeptheftchen (BYO) den Einstieg in die Welt des Bierbrauens ebneten. Inzwischen wurden diese Biere ebenfalls langweilig...
Jetzt braue ich überwiegend nach Clone-Rezepten von Sierra Nevada und hoffe, dass Sierra Nevada nächster Besitzer der Brauerei in Marienfelde wird. :Smile Mal sehen...

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#21

Beitrag von Beerkenauer » Sonntag 7. April 2019, 07:22

AxelS hat geschrieben:
Sonntag 7. April 2019, 06:30
Ich find das klasse! Ich wohne fußläufig 10 Minuten von Stone/Brewdog, hatte eine zeitlang 2 Growler, die ich mir regelmäßig auffüllen ließ (mit einer GDA!). Bis das Bier langweilig wurde...
Zwischenzeitlich wurde ich "Anteilseigener" bei Brewdog, die mir mit ihrem schnieken Rezeptheftchen (BYO) den Einstieg in die Welt des Bierbrauens ebneten. Inzwischen wurden diese Biere ebenfalls langweilig...
Jetzt braue ich überwiegend nach Clone-Rezepten von Sierra Nevada und hoffe, dass Sierra Nevada nächster Besitzer der Brauerei in Marienfelde wird. :Smile Mal sehen...

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Axel
Bis dahin findest du dann Sierra Nevada auch langweilig :Smile

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#22

Beitrag von AxelS » Sonntag 7. April 2019, 07:59

Stimmt! Der nächste logische Schritt wäre jetzt, fünf bis sechs Stammrezepte zu entwickeln, die dann immer vorrätig sind. Ab und zu einmal etwas Experimentelles (Brut IPA finde ich spannend), und jut is.

Aber zurück zum Thema: Für ein "World bistro and garden" ist das Areal in Mariendorf einfach zu abgelegen, bzw. zu schlecht zu erreichen. Lediglich eine Buslinie alle 10 Minuten, um dann nach 4 Stationen das äußerste Ende des U-Bahnnetzes zu erreichen ist nicht "der Arsch der Welt", aber von dort kann man ihn schon ganz gut sehen. Stone hat das erkannt und deshalb in der City ihren Taproom eröffnet. Warum sie jetzt die Braustätte (nicht das Bistro/Garden) aufgeben, erschließt sich mir jedoch nicht...
Ob es wirklich am schlechten Absatz der Dosen liegt? Vor 2 Monaten hat real,- das Stonesortiment aus den Regalen genommen, bei EDEKA muss man Glück haben, bei den übrigen Discountern gab es nie Stone. Und das hier in Berlin. Ich möchte nicht wissen, wie es in Hamburg oder Köln aussah. Obwohl Stone Berlin großspurig "die Europaniederlassung" war. Vielleicht war Mariendorf einfach zu klein, um genug Bier für Europa zu brauen.
Oder ist der Markt "satt"? Mit jeder neuen Brauerei (1500 gibt es mittlerweile, meine ich) wird das Kuchenstück für jeden immer kleiner. Das ist das dumme an der Sache: Eröffne ich eine Brauerei, müsste ich eigentlich Weintrinker zum Biertrinken konvertieren, sonst nehme ich anderen Brauereien die Kunden ab. Glückt das, kommt der nächste und nimmt mir meine Kunden weg. Grob ist der Kuchen schon in Fernsehbiertrinker und "Craftbeer"-Trinker aufgeteilt. Jetzt geht es nur noch um die Anteile.
Stone braut kein schlechtes Bier. Der Zeitpunkt für den Sprung nach Übersee war damals richtig. Die Marke hat ihre Nische. Ich würde sagen: Kaufmännisch in den Sand gesetzt. Und wenn Brewdog den Restaurantteil nicht zu Gunsten einer Brauereierweiterung von 1500 Plätzen auf 150 reduziert, wird ihnen das Gleiche passieren. Oder sie probieren es á la "Karls Erdbeerhof" mit Ponyreiten und Traktorfahren...

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#23

Beitrag von Johnny H » Sonntag 7. April 2019, 22:42

AxelS hat geschrieben:
Sonntag 7. April 2019, 07:59
[...]
Ob es wirklich am schlechten Absatz der Dosen liegt? Vor 2 Monaten hat real,- das Stonesortiment aus den Regalen genommen, bei EDEKA muss man Glück haben, bei den übrigen Discountern gab es nie Stone. Und das hier in Berlin. Ich möchte nicht wissen, wie es in Hamburg oder Köln aussah. Obwohl Stone Berlin großspurig "die Europaniederlassung" war. Vielleicht war Mariendorf einfach zu klein, um genug Bier für Europa zu brauen.
[...]
Bzgl. der Verpackung in Dosen hat Dirk/bwanapombe anderswo eine sehr treffende Beobachtung gemacht, die ich hier gerne zitiere:
Was für mich symptomatisch für die Ansätze von Brewdog und Stone war, ist die Verpackung der Biere. Stone hat seine Ware in Dosen angeboten, die in Deutschland fast abgeschafft sind, weil sie ein Billigimage und hohe Auflagen haben. Brewdog hat für den deutschen Markt Pfandflaschen nach Schottland gekarrt und dort abgefüllt. Mal abgesehen, was jetzt sinnvoller ist, aber man konnte daran erkennen, wer seinen Markt besser verstanden hat.
Für mich ist das ein weiteres Beispiel, dass Stone bzw. Greg Koch sich für den zu erschließenden Markt schlicht nicht ausreichend interessiert haben. Eine Nische findet man normalerweise immer, aber für das die Investition in Mariendorf rechtfertigende Wachstum muss man wohl anders rangehen.

Aber vielleicht liegt das Problem für Stone auch nicht nur in Mariendorf? Sie haben erst vor ein oder zwei Jahren in der Heimat Personal abgebaut, und man liest, sie hätten dort Probleme mit zu geringer Auslastung der Brauerei. Vielleicht konnte oder wollte man sich also weiteren "cash drain" in Europa nicht auch noch leisten?
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#24

Beitrag von DerDallmann » Montag 8. April 2019, 06:22

Ich war am Samstag da, ich liebe den Laden.
Die Belegschaft hatte es auch erst am Freitag erfahren, die hatten noch keine Ahnung, wie es weitergehen soll.
Es werden zunächst aber wohl alle Angestellten von BrewDog übernommen.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#25

Beitrag von clmnsk » Montag 8. April 2019, 08:52

Wenn du so eine riesen Fläche bewirtschaften willst, musst du auch dem Fernsehbiertrinker was bieten. Denn davon sind in jeder Gruppe sicher 60%+, dann ein Weintrinker und vierlleicht ein Craftbeer-Fan.
Die holst du nicht mit dem Standard-IPA und 5 Variationen davon ab.
Als ich da war gab es kein Hefeweizen und kein Pils und genau das wurde an mehreren Tischen verlangt.
Ein Biergarten ohne Weißbier? Go home, you are drunk.
Grüße, Clemens
---
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#26

Beitrag von AxelS » Montag 8. April 2019, 14:44

clmnsk hat geschrieben:
Montag 8. April 2019, 08:52
Als ich da war gab es kein Hefeweizen und kein Pils und genau das wurde an mehreren Tischen verlangt.
Ein Biergarten ohne Weißbier? Go home, you are drunk.
Das habe ich an der ganzen "Craftbeer"-Bewegung noch nicht verstanden. Warum muss es immer gleich ein Tripple-IPA mit 8 verschiedenen Hopfen sein. Einen Pilstrinker (die Deutschen sind definitiv Pilstrinker, die eine Hälfte jedenfalls) hole ich mit einem "handcrafted" Pils am besten ab. Die andere Hälfte der Deutschen (die Weizenbiertrinker) hole ich mit einem gut gemachten Weizen ab. Und erst DANN kann ich ihnen ein Rye-IPA oder irgendeine Holzfassgeschichte zum Probieren anbieten. Oder eine Berliner Weiße. Nein, das geht mit dem Kopf durch die Wand mit einem Ruination, einem Scorpio-Bowl-IPA oder einem Idolatius IPA, wo selbst die Bedienung bei Stone in Erklärungsnot gerät wenn ich als überzeugter Craftbeer-Trinker frage, was mich da erwartet. :puzz

Da ist BrewDog anders aufgestellt. Die haben Pils, Weizen und Co im Programm, weswegen ich glaube, dass das klappen könnte, so sie denn den Brauereibereich zu Lasten des Restaurantteils vergrößern. Meine Meinung, ich bin kein Kaufmann...

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#27

Beitrag von Johnny H » Montag 8. April 2019, 15:09

AxelS hat geschrieben:
Montag 8. April 2019, 14:44
Das habe ich an der ganzen "Craftbeer"-Bewegung noch nicht verstanden. Warum muss es immer gleich ein Tripple-IPA mit 8 verschiedenen Hopfen sein. Einen Pilstrinker (die Deutschen sind definitiv Pilstrinker, die eine Hälfte jedenfalls) hole ich mit einem "handcrafted" Pils am besten ab. Die andere Hälfte der Deutschen (die Weizenbiertrinker) hole ich mit einem gut gemachten Weizen ab. Und erst DANN kann ich ihnen ein Rye-IPA oder irgendeine Holzfassgeschichte zum Probieren anbieten. Oder eine Berliner Weiße. [...]
So isses, und meines Erachtens hat auch eine gut gemachte Berliner Weiße "Abhol"-Potential, gerade im Sommer. Die von Stone fand ich diesbezüglich aber leider "typisch" Stone: volle Kanne "In Your Face", m.W. Kettle Sour und sehr stark amerikanisch gehopft. Quasi ein saures Pale Ale in meiner Einschätzung.

Leicht, erfrischend und vielleicht noch im passenden Glas präsentiert? Leider Fehlanzeige!

Edit: mich hat deren Berliner Weiße auch deswegen so sehr geärgert, weil sie aus meiner Sicht so wenig von dem hatte, was eine Berliner Weiße auch historisch gesehen haben sollte. Das noch im Kontrast zum großspurigen Auftritt, und schon hat man bei mir verschissen.
Zuletzt geändert von Johnny H am Montag 8. April 2019, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#28

Beitrag von DerDallmann » Montag 8. April 2019, 15:16

Sowas wie das Pils "Enter Night" hätten sie mal gleich von Anfang an im Programm haben sollen, das finde ich richtig gut. Das hätte auch jedem Pils-Trinker gut geschmeckt.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#29

Beitrag von Felix83 » Montag 8. April 2019, 15:36

Jo, ich denk auch, dass das neben der Location hauptsächlich die Biere waren. Wie ich schon woanders schrieb, ich kann jedem meiner Kumpels ein Punk IPA in die Hand drücken, das geht weg. Stone IPA hab ich einmal n paar Leute probieren lassen (war im Angebot in der METRO) und ein Kollege hat mich richtig angeschrien, ob ich ihn vera***en wolle, was das für ein garstiges Zeugs sei. Alle fanden es viel zu bitter.
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#30

Beitrag von flying » Montag 8. April 2019, 17:50

Na klar, Stone kommt nach Deutschland und braut Pils und Weißbier. Dann noch schnell die Tische schön mit weiß-blauen Deckchen überzogen und der Bedienung das Dirndl enggeschnürt das die Möpse rausspringen..
Der Vietnamese an der Imbissbude bietet ja auch Schnitzel Wiener Art- süß- sauer und Döner mit Currysoße an. Schließlich muss man sich den "deutschen" Geschmack annähern.
Das ausgerechnet ein Ami den Berlinern ihr Weißbier, was sie ja selber über Generationen in die Tonne getreten haben wieder schmackhaft macht, halte ich für sehr übertrieben.
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#31

Beitrag von Boludo » Montag 8. April 2019, 17:56

Find ich auch.
Wer zu Stone geht und sich beschwert, dass er kein Pils bekommt kann sich auch ärgern, dass er beim Chinese kein Schnitzel mit Pommes bekommt.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#32

Beitrag von chaos-black » Montag 8. April 2019, 18:06

Boludo hat geschrieben:
Montag 8. April 2019, 17:56
Wer zu Stone geht und sich beschwert, dass er kein Pils bekommt kann sich auch ärgern, dass er beim Chinese kein Schnitzel mit Pommes bekommt.
Grundsätzlich hast du damit schon Recht. Es ist jedoch etwas übermütig, wenn man über 30 Zapfhähne in Betrieb hat und dann quasi in dem Pilsland (Marktanteil >50%) darauf verzichtet ein Pils anzubieten. Diese Strategie hat offensichtlich zumindest nicht dabei geholfen den Laden am Laufen zu halten.
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#33

Beitrag von flying » Montag 8. April 2019, 18:15

Das er sich überhaupt an eine Berliner Weisse getraut hat halte ich eher für eine Reminiszenz an den Standort. Ich hab den Greg ja mal auf einem Berliner Sauerbiergipfel getroffen und hatte durchaus den Eindruck das er sich ohne Starallüren und mit ehrlichen Interesse unter die Szene mischte. Tilo war da ja auch da und hatte offenbar einen anderen Eindruck..?

Er hat es halt versucht und ist am deutschen Wesen gescheitert. So what, ist doch keine Schande. Aufstehen und weitermachen. Um diese Einstellung beneide ich die Amis...
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#34

Beitrag von HubertBräu » Montag 8. April 2019, 18:22

flying hat geschrieben:
Montag 8. April 2019, 18:15
Ich hab den Greg ja mal auf einem Berliner Sauerbiergipfel getroffen und hatte durchaus den Eindruck das er sich ohne Starallüren und mit ehrlichen Interesse unter die Szene mischte.
Ich habe ihn auch auf zwei Veranstaltungen in Berlin sprechen hören. Das war an Arroganz und Überheblichkeit nicht zu überbieten. Genau wie das Statement zum Verkauf.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#35

Beitrag von flying » Montag 8. April 2019, 18:32

Das kann gut sein. Der von mir angesprochene Sauerbiergipfel war vor 3 Jahren. Das war m. W. genau in der Gründungsphase der Brauerei? Schon da war abzusehen wie man ihn hofierte, überhöhte und in den Arsch kroch..Das kann manchen schon ein wenig aus der Bahn werfen..?
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#36

Beitrag von tbln » Montag 8. April 2019, 18:47

flying hat geschrieben:
Montag 8. April 2019, 18:32
Das kann gut sein. Der von mir angesprochene Sauerbiergipfel war vor 3 Jahren. Das war m. W. genau in der Gründungsphase der Brauerei? Schon da war abzusehen wie man ihn hofierte, überhöhte und in den Arsch kroch..Das kann manchen schon ein wenig aus der Bahn werfen..?
https://www.youtube.com/watch?v=gQw8MV60RAg

Film Premiere am kommenden Freitag in Berlin Wedding... wie passend: "The Beer Jesus from America"

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#37

Beitrag von Johnny H » Montag 8. April 2019, 18:58

flying hat geschrieben:
Montag 8. April 2019, 17:50
Na klar, Stone kommt nach Deutschland und braut Pils und Weißbier. Dann noch schnell die Tische schön mit weiß-blauen Deckchen überzogen und der Bedienung das Dirndl enggeschnürt das die Möpse rausspringen..
[...]
:Bigsmile
So übertrieben und anbiedernd natürlich nicht gleich, aber wenn man über ein Nischendasein hinauskommen will und gleichzeitig den Anspruch hat, hier mit alteingesessenen Gewohnheiten aufzuräumen, dann muss man halt vielleicht doch ein besseres oder zumindest hervorragendes Pils oder Hefeweizen brauen. So quasi als eine Art "Handschlag" zur Begrüßung für den "normalen" Biertrinker, zumal der Anspruch ja auch offenbar war, gegen Bier als "Commodity", also als Gebrauchsgut vorzugehen - das kann man mit gut gebrauten Vertretern dieser Sorten durchaus tun. Solche Einstimmungsbiere haben übrigens auch viele der sehr kreativen Brauer am Hahn, und jetzt macht Stone ja auch ein Pils.

Das hat man aber nicht gewollt, ebenso wenig, wie man das Bier in Flaschen abfüllen wollte, worauf der Markt und die Vertriebswege hier in großen Teilen eingestimmt sind. Und ebenso wenig wollte man näher an die nicht so autoaffinen Deutschen ran mit einem leichter erreichbaren Standort. Take it or leave it, und offenbar waren es nicht genug "take it"s.

Ich habe es ja schon weiter oben geschrieben: es wird vermutet, dass auch mangelnde Kapazitätsauslastung und zu wenig Cash Flow im Heimatland ein Problem sein könnten. Vielleicht hätte man also längeren Atem in Mariendorf beweisen können, wäre das nicht so?

Beim Sauerbiergipfel habe ich damals nicht viel von Greg mitbekommen. Ich meine, er sei mit einem Kamerateam im Schlepptau unterwegs gewesen.

Ich weiß auch nicht, wie viel an seinem Auftreten wirklich arrogant war/ist und wie viel davon einfach ganz normale amerikanische Forschheit und lautes Mundwerk. Eher Ignoranz bzw. Arroganz gegenüber dem Markt und dem Konsumenten als gegenüber dem Land und den Leuten.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#38

Beitrag von olibaer » Montag 8. April 2019, 19:12

Im Nachgang betrachtet ist ein Missonar bei der Errichtung einer Pilgerstätte gescheitert.
Mit Blick auf die Historie ist es Koch noch ganz gut ergangen - er wurde zumindest nicht wie Gleichgesinnte aus seiner Zunft, einfach nur erschlagen.

Für Nachfolger wird die geographische Distanz ein Problem bleiben.
"Alkohol trinken" und "einfaches Heim&Hin kommen" matched nicht mit "Standort".

Zufällige Laufkundschaft - der es nicht so sehr um die Sache geht, die "nur froh um einen Platz an der Sonne ist", bleibt zusätzlich aus.
In Summe wird es schwer bleiben, ganz unabhängig von/vom Bier, hier wertragende und verlässliche Umsätze zu generieren.

P.S.:
Ich mache das an einer ganz persönlichen Erfahrung von vor einem Jahr fest. Als ich die U-/-S/-B-Verbindungen "da raus" im zeitlichen Verhalten vor mir hatte dachte ich mir: "das Bier bekommste auch in der Stadt und wenn nicht, dann gibts da genug anderes Gutes."

Das wars mit dem Trip nach Mariendorf, obwohl ich 3 Tage dazu Zeit gehabt hätte.
Ich würde auch heute nicht anders entscheiden, auch wenn da jetzt "BrewDog" anstatt "Stone" steht.

Den Machern von BrewDog bleibt nur als Erkenntnis zu hoffen, dass 3, 6 oder 10 g/l gestopfter Hopfen nicht einen Gast mehr ins Wirtshaus nach Mariendorf treibt, es sei denn, dass man den Standort mit langem Atem als "Pilgerstätte" betreibt.
Gruss
Oli
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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#39

Beitrag von Malzwein » Montag 8. April 2019, 19:17

Boludo hat geschrieben:
Montag 8. April 2019, 17:56
Find ich auch.
Wer zu Stone geht und sich beschwert, dass er kein Pils bekommt kann sich auch ärgern, dass er beim Chinese kein Schnitzel mit Pommes bekommt.
Darum geht es doch gar nicht! Nur für das "Stone Beer" ist halt scheinbar kein ausreichender Markt da und in die Türöffner "Pils" und "Weizen" hat man wohl nicht investieren wollen.
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#40

Beitrag von daleipi » Montag 8. April 2019, 19:44

Brauwolf hat geschrieben:
Samstag 6. April 2019, 10:16
Stone ist nicht der erste Ami, der in Deutschland scheitert - das ist zum einen die typische amerikanische Großmannssucht...
als ich ihn - ich glaube es war 2001 - in seiner alten Brauerei im San Diego County besucht hab, war er SOOOOO stolz zu den ECHTEN micro breweries zu gehören. er hatte eine ganze Menge von Ausstoßzahlen anderer Brauereien im Kopf und hat immer betont daß er auf jeden Fall micro brewer bleiben will...

ich fand seine Biere damals aber fast alle SUPER. besser als der Inhalt waren aber die Texte auf den Rückseiten der Flaschen ;-)
könnte sein daß da noch einige oben unterm Dach liegen.

in Berlin war ich mal im Dolden Mädel. war ganz nett da.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#41

Beitrag von Eifelbauer » Montag 8. April 2019, 20:05

Was mich auf die Palme bringt, ist die bewußte Arroganz und Überheblichkeit gegenüber den Werten, die einer Nation (Volksgruppe) wichtig sind:

https://www.youtube.com/watch?v=Jyu_vCMa-Mc

Niemals würde Mercedes in Japan Toyotas zertrümmern oder SAP in den Staaten Applerechner zertreten.

Geschmacklos....

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#42

Beitrag von Scheibelhund » Montag 8. April 2019, 20:24

Malzwein hat geschrieben:
Montag 8. April 2019, 19:17
Boludo hat geschrieben:
Montag 8. April 2019, 17:56
Find ich auch.
Wer zu Stone geht und sich beschwert, dass er kein Pils bekommt kann sich auch ärgern, dass er beim Chinese kein Schnitzel mit Pommes bekommt.
Darum geht es doch gar nicht! Nur für das "Stone Beer" ist halt scheinbar kein ausreichender Markt da und in die Türöffner "Pils" und "Weizen" hat man wohl nicht investieren wollen.
Die Türöffener Pils und Weizen zu diesen ambitionierten Preisen wird halt auch nichts.
Im Winter trink' ich und singe Lieder
aus Freude, daß der Frühling nah ist,
und kommt der Frühling, trink' ich wieder,
aus Freude, daß er endlich da ist.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#43

Beitrag von bwanapombe » Montag 8. April 2019, 21:29

Ich finde hinfallen und aufstehen auch gut. Aber Beratungsresistenz ist eben auch doof. Solange nicht andere darunter leiden (Angestellte, Familie o.a.) ist es auch Sache des Unternehmers, welche Entscheidungen er trifft. Handwerklich hätte einiges besser laufen können. Schön ist auf jeden Fall, daß der Standort nicht wüst fällt.

Ich wünsche den Damen und Herren von BrewDog alles Gute und werde auf jeden Fall mal vorbeischauen, auch wenn es einige Anstrengung kostet.

Dirk

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#44

Beitrag von DarkRoast » Montag 8. April 2019, 22:30

Ich finde es schade, daß das Konzept für Stone nicht aufgegangen ist. Das "Go To IPA" der Berliner Abteilung fand ich hervorragend und die meisten der Stone Biere ausgezeichnet, wenngleich preislich am oberen Ende der Fahnenstange angesiedelt - zumindest meiner. Brewdog ist da m.E. wesentlich näher am Mainstream, zumindest mit ihren Standard-Bieren...

Ich hatte über 20 Jahre kein Bier mehr getrunken, als mich mein Sohn vor etwa 10 Jahren auf die Craft Bier Szene aufmerksam gemacht hat. Seit ich bei IPA & Co wieder auf den Geschmack gekommen bin, trinke ich wieder gerne Bier. Und ich versuche sogar, selbst welches zu brauen. Aber mit Lager, Pilsner, Weißbier, Kölsch & Co könnte mich keine Brauerei "abholen" und ich habe kein Problem damit, wenn ein wirklich gutes Bier preislich in der Kategorie eines guten Weines angesiedelt ist.

Bein Lesen von manchem Kommentar hier beschleicht mich der Verdacht, daß - zumindest einer - der Fehler von Stone war, sich in DE ansiedeln zu wollen, ohne sich vorher mit der deutschen Mentalität auseinander gesetzt zu haben...
nOOb in der 10 Liter Kochtopf Klasse, meinen Vorstellungs-Thread gibt's hier...

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#45

Beitrag von hyper472 » Montag 8. April 2019, 23:09

flying hat geschrieben:
Montag 8. April 2019, 18:15
Er hat es halt versucht und ist am deutschen Wesen gescheitert.
Glaube ich weniger. Es gibt einen großen Markt ausländischer und inländischer Biere, und deren Hersteller / Importeure scheitern alle nicht am deutschen Wesen.

Der Mann ist schlicht an seinem Bier gescheitert.

Und wenn er eine Ecke freihält für Standardpils und Schnitzel, warum nicht? Das nennt sich Brot- und Buttergeschäft. Sowas hält den Laden am laufen. Am Ende entscheidet, was der Kunde in die Kasse wirft.

Wenn aber seine Arroganz ihn daran hindert, geht er halt wieder nach Hause. Vielleicht guckt er sich dort mal um, wie viel Geld man verdienen kann mit Standardbier, Brezeln, Bratwurst und blau-weißen Tischdeckchen.

Ich für meinen Teil freue mich jetzt auf Brewdog.

Viele Grüße, Henning

Edith meinte, ich soll nicht wieder auf fremder Leute Schlipse rumtreten.
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
Hildegard von Bingen (1098-1179)

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#46

Beitrag von Felix83 » Dienstag 9. April 2019, 02:22

Helles =|= Helles
Pils =|= Pils
etc.

Diese Bierstile kann man doch wunderbar mit Aroma aufladen, ohne total off-style zu gehen.
Gibt doch so tolle Hopfen, die da passen. Mein Helles ist mit 4/g l gestopft plus massive WP Gaben. ~25 IBU und kräftiges Aroma ohne in IPL Territorium zu stoßen. :Pulpfiction
When you don't know what you are doing, anything is possible. - Tony Magee

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#47

Beitrag von Sura » Dienstag 9. April 2019, 06:43

..... und genau das ist nicht das, womit ich mich bei einem lustigen Abend nebenbei beschäftigen möchte.

Ehrlicherweise sind doch 95% der Biergartenbesucher in einem Biergarten wegen: Wetter, Kumpels, Baggern, Bier, Knabberkram. Eventuell ist noch Musik da, oder Kartenspielen. Wegen dem Biergeschmack fahren die wenigsten hin, aber sehr viele bleiben weg wenn das nicht passt! Ich würde in so einen Laden z.b. nicht zum schnacken oder kartenspielen fahren, wenn ich weiss, das ich da kein einfaches Pils/Weizen bekomme.
In einem Biergarten ist das Bier am Ende nur Deko und sollte zum Ambiente passen: Anregend/Entspannend und nicht aufdringlich sein oder nerven.
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
(Karl Valentin)

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#48

Beitrag von Beerkenauer » Dienstag 9. April 2019, 07:10

DarkRoast hat geschrieben:
Montag 8. April 2019, 22:30
- der Fehler von Stone war, sich in DE ansiedeln zu wollen, ohne sich vorher mit der deutschen Mentalität auseinander gesetzt zu haben...
Stone ist meiner Meinung nach in Europa gescheitert, nicht allein in Deutschland.
Stone hat ja mit der Brauerei den ganzen europäischen Markt bedient.

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#49

Beitrag von Malzwein » Dienstag 9. April 2019, 07:15

Ich war ja noch nie da, aber was mir gerade auffällt: Es wird über die Lage gejammert, 13 km von Mitte weg ist JWD? Vielleicht liegt es doch an den Berlinern?
:Drink
Gruß Matthias

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Re: Stone verkauft Brauerei in Berlin an BrewDog

#50

Beitrag von Dawnrazor » Dienstag 9. April 2019, 07:25

Vielleicht liegt es auch an allem zusammen :)
Mal sehen was Brewdog daraus macht
Grüße aus Dortmund
Jens

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