Grünschlauchen

Unter grün schlauchen versteht man das Schlauchen des noch nicht vollständig zu Ende gegorenen Jungbieres am Ende der Hauptgärung. Man schlaucht x°P über dem Restextrakt, der vorher mit dem Endvergärgrad bestimmt wurde.
Das Jungbier besitzt dann Grünschlauchreife.

Berechnung des gewünschten Kohlensäuregealtes im späteren Bier:
Man hat mit der Schnellgärprobe z.B. einen Restextrakt von 2,4°P ermittelt. Dabei ist die Menge Kohlendioxid zu berücksichtigen, die sich im Jungbier bei der entsprechenden Gärtemperatur bereits gelöst hat. Dazu werden die Werte der Sättigungskonzentration des Kohlendioxids in Bezug zur Temperatur benötigt.

Das Jungbier wurde z.B. bei 10°C vergoren. Bei dieser Temperatur sind laut obiger Tabelle mit den Sättigungskonzentrationen bereits 2,3 g Kohlendioxid gelöst.
Gewünschter Kohlensäuregehalt im späteren Bier = 5,3 g/Liter. Also benötigt man noch zusätzlich eine Menge Kohlensäure, nämlich: 5,3 g - 2,3 g = 3,0 g.

Pro 0,1°P entstehen im Rahmen der Gärung gut 0,4 g Kohlendioxid/Liter. Diese 3,0 g zusätzliche Kohlensäure (0,4 g Kohlensäure x 0,75°P / 0,1°P = 3,0 g Kohlensäure) bekommen wir also, wenn wir das Jungbier (Restextrakt 2,4°P, wie oben bestimmt) zu dem Zeitpunkt grün schlauchen (umschlauchen), wenn es noch 3,2°P Extrakt aufweist (2,4°P + 0,75°P = 3,15°P). Die zweistelligen Zahlen nach Belieben entsprechend auf- oder abrunden.

Achtung: Nicht g Kohlensäure mit °P verwechseln, klingt simpel, passiert aber recht schnell mal!

ACHTUNG: Grün schlauchen wird nur bei untergärigen Bieren durchgeführt. Das kommt daher, dass man mittels Schnellgärprobe den zu erwartenden Restextrakt ermittelt. Dazu stellt man auch bei untergärigen Bieren die Schnellgärprobe bei warmen Temperaturen hin. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Probe komplett durchgegoren ist und den wirklichen zu erwartenden Restextrakt anzeigt. Der Hauptsud steht bei den üblichen untergärigen kalten Temperaturen und vergärt ensprechend langsamer.

Wenn man sich entschließt, grün zu schlauchen, muss man unbedingt vorher eine Schnellgärprobe durchgeführt haben, damit man den Restextrakt des vollständig und komplett ausgegorenen Bieres kennt.

Nur so werden später keine Flaschenbomben gebaut, wenn das Bier doch nicht völlig durchgegoren war.

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