Strong Scotch Ale

GeschmackReichhaltig malzig mit auffälliger Karamellisierung in der Kochphase (besonders bei stärkeren Versionen). Anklänge von Röstmalz oder rauchigem Geschmack, ebenso wie eine nussige Art, die alle durchaus bis in den Abgang präsent sein können. Der Hopfengeschmack und –bittere sollten niedrig bis mittel-niedrig sein, somit steht der Malzcharakter im Vordergrund. Diacetyl sollte von niedrig bis nicht vorhanden reichen, Karamellisierung sollte nicht als Diacetyl verwechselt werden. Niedriger bis moderater Anteil an Fruchtestern, etwas Alkohol präsent. Die Fruchtester erinnern an Pflaume, Rosinen und getrocknete Früchte. Am Gaumen ist diese Biersorte voll und süß, im Abgang reicht die Empfindung von süß bis mittel-trocken (dies rührt vom Einsatz von Röstgerste her).
AromaTief malzig, Karamellnote in der Regel sehr offensichtlich. Torfige, erdige und/oder rauchige Sekundäraromen können auch vorhanden sein – tragen zur Komplexität bei. Karamellisierung wird oft fälschlicherweise als Diacetyl identifiziert. Diacetyl selbst sollte wenig bis nicht vorhanden sein. Niedrige bis moderate Esterbildung und ein alkoholisches Aroma sind bei stärkeren Versionen üblich. Hopfenaroma von sehr niedrig bis nicht vorhanden.
MundgefühlMittel-voller bis voller Körper, wobei einige Versionen (nicht alle) eine dicke, mundfüllende, fast viskose Konsistenz haben. Eine sanfte, alkoholische Wärme ist normalerweise präsent. Diese ist insofern angenehm, als dass dadurch die malzige Süße etwas ausbalanciert wird. Moderate Kohlensäure.
AussehenHelles Kupfer bis dunkles Braun, oft mit tiefrubinfarbigen Reflexen. Klar. Hat normalerweise eine üppige braungefärbte Schaumkrone, die bei stärkeren Bieren dieser Art nicht sehr haltbar ist.
KommentierungDiese Biersorte ist auch unter dem schottischen Begriff “wee heavy” bekannt. Wird, wie die meisten obergärigen britischen Biere, bei niedrigeren Temperaturen verarbeitet (vergoren und gelagert). Hopfung ist bei diesen Bieren verhalten, was einen klaren und intensiven Malzgeschmack fördert. Gut an die Heimatregion angepasstes Bier, viel Einsatz von Malz und mit niedrigeren Vergärungs- und Lagertemperaturen. Hopfen, der nicht aus Schottland und somit durch den Import recht teuer war, wurde in der Vergangenheit nur minimal eingesetzt.
ZutatenEinsatz von hochaufgelöstem hellem Malz (vollständig vermälzt und gut getrocknetes Malz, somit sehr weich, bzw. porös), sowie bis zu 3% Röstgerste. Kann etwas Kristallmalz beinhalten, um die Farbe des Bieres anzupassen. Die Süße resultiert weniger durch den Einsatz des Kristallmalzes, als mehr durch den relativ geringen Einsatz von Hopfen, hohen Maischetemperaturen, sowie durch die Karamellisierung der Bierwürze in der Kochphase. Eine kleine Menge an Rauchmalz kann etwas Tiefe dazusteuern, allerdings wird der torfige Charakter (manchmal als erdig, bzw. rauchig empfunden) eher von der Hefe oder dem regionalen Wasser entstammen. Hopfenpräsenz ist minimal – der Einsatz von englischen Sorten ist authentisch. Einigermassen weiches Wasser ist typisch.
Kommerzielle BeispieleTraquair House Ale, Orkney Skull Splitter, McEwan’s Scotch Ale, MacAndrew’s Scotch Ale, Belhaven Wee Heavy, Broughton Old Jock, Scotch du Silly, Gordon Highland Scotch Ale, Founders Dirty Bastard

Quelle: BJCP.org
Quelle: kgbrauereien.org

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